Paris ist am Ende wie jede andere Stadt in der man sich für eine Nacht aus beruflichen Gründen aufhält: Es mag viel zu sehen geben (was für Paris definitiv der Fall ist), aber am Ende ist man froh, wenn man mal für eine Stunde aus den geschlossenen Räumen rauskommt, in denen man sich typischerweise aufhält.

Ich war also das erste Mal in Paris und hatte das Glück, in einem Hotel übernachten zu dürfen, das weniger als 500 Meter von seinem bekanntesten Wahrzeichen entfernt war. Damit war das Ziel einer möglichen Erkundungsrunde also klar.

Schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, wann man denn nun den Eiffelturm das erste Mal sieht. Ich hatte erstaunliche 90 Minuten dafür Zeit, in denen mein Fahrer alle möglichen Abkürzungen genommen hat, um den Pariser Verkehr irgendwie zu umfahren. So habe ich Ecken von Paris gesehen, die man vermutlich sonst eher nicht zu Gesicht bekommt. Naja, jedenfalls, als das Taxi in die Straße vom Hotel eingebogen ist, war es endlich soweit: Ich habe zum ersten Mal den Eiffelturm gesehen.

Straße in einer Stadt bei Nacht mit der beleuchteten Spitze des Eiffelturms im Hintergrund.

Nach einem langen Tag habe ich mir am späten Abend die Beine vertreten und war erstaunt, das am Eiffelturm noch so viel los war. Es war spät und kalt und trotzdem haben dutzende fliegende Händler versucht, Abnehmer für blinkende Miniatur-Eiffeltürme zu finden. Es gab auch einen Karaoke-Stand und alle möglichen Leute die einem irgendwas andrehen oder auch abnehmen wollten. Nach ein paar schnellen Schnappschüssen lag ich dann aber recht schnell vollkommen erschöpft im Bett.

Der Eiffelturm in Paris erstrahlt nachts in goldenem Licht mit einem leuchtenden Suchscheinwerfer.

Am nächsten Morgen hatte ich nach dem Frühstück eine Stunde, bevor ich spätestens ins Taxi zum Flughafen steigen musste. Natürlich bin ich nochmal zum Eiffelturm, in der Hoffnung auf vielleicht ein bisschen Sonnenaufgang im Hintergrund. Aber es war Grau, kalt und es hat genieselt. Das hat vielleicht die Sonne verdrängt, nicht aber die fliegenden Händler mit ihren blinkenden Souvenirs, die tatsächlich schon um 8 Uhr Morgens nach Kundschaft Ausschau gehalten haben. Egal wie mies das Wetter ist, Fotografen haben hier vermutlich immer was zu tun. Ich habe allein sechs Hochzeitspaare gezählt, zahlreiche Familien die offensichtlich Bilder für Weihnachtsgrüße haben machen lassen und jede Menge professionell ausgestattete Asiaten mit anderen Asiaten im Schlepptau, die sich in den lustigsten Posen fotografieren haben lassen. Das war alles wirklich putzig anzuschauen, und hätte ich nicht zum Flughafen gemusst, hätte ich mir gern Zeit gelassen das noch länger zu beobachten.

Menschen spazieren auf dem Trocadéro-Platz mit Blick auf den Eiffelturm in Paris.

Ein Hochzeitspaar posiert vor dem Eiffelturm in Paris, während ein Fotograf und mehrere Personen sie fotografieren.

Für den ersten Aufenthalt war das alles ziemlich unspektakuläre. Aber das lässt ja zumindest noch etwas Potential für einen zweiten Besuch, dann hoffentlich mit mehr Zeit zum Erkunden und Genießen.