Felix hat vor kurzem dazu aufgerufen, das man sich ein Zuhause im Netz baut. Mein Blog ist im Grunde schon seit 2002 mein Zuhause, auch wenn es viele Jahre gab in denen es brach lag und ich mehr als einmal mit dem Gedanken gespielt habe, es endgültig zu löschen. Zum Glück habe ich diese Entscheidung immer ausgesessen, auch wenn ich in der Vergangenheit nicht immer so egal unterwegs war.
So wie bei Felix und vielen anderen auch, ist meine Webseite mein kleiner Hobbykeller im Internet, oder anders gesagt, eine einzige Dauerbaustelle. Man schraubt hier, man optimiert da und so gedeiht alles vor sich hin.
Heute, während ich kränkelnd auf der Couch saß und mich frage, was die nächste belanglose Ablenkung auf Netflix sein kann, die einfach nur leise durch mein von Ibuprofen vernebeltes Hirn rieselt, habe ich mit etwas Abscheu auf eben jenen Hobbykeller geschaut. Im Second-Screen, wie man das eben heute so macht.
Dann kam die Erkenntnis: Mein Hobbykeller ist eine Rumpelkammer. Vollgestellt bis unter die Decke mit nutzlosem Zeug, das vermutlich niemand jemals braucht, mir aber wichtig genug erschien es irgendwann mal in den Raum zu stellen. Alles ruft laut hier, und schenk mir Aufmerksamkeit.
Klassischer Feature Creep. Vermutlich die größte Gefahr von Vibe-Coding. Man kann sich ja ganz einfach alles bauen lassen, was man sich so einbildet. Sehr verlockend, aber am Ende zerstört man damit nicht nur das Produkt sondern verliert auch seine User.
Flucht nach vorne, damit muss jetzt Schluss sein. Das Theme ist jetzt dramatisch entschlackt und verzichtet auf säntliche Spielerein. Im nächsten Schritt sind dann radikal alle selbstgeschraubten Skripte und auch die Fotogalerie rausgeflogen. Damit steht ab jetzt der eigentliche Inhalt im Vordergrund und das ganze technische Gedöns und Gerümpel steht, versteckt vor dem Blick des geneigten Besuchers in der Abstellkammer. Das fühlt sich herrlich aufgeräumt und befreiend an.
In diesem Sinne: Baut euer Eigenheim im Netz, aber räumt von Zeit zu Zeit auch mal auf.