Chernobyl (5/5)

Vermeintlich jeder weiß, worum es geht, wenn man diese Serie einschaltet, aber eigentlich wissen vermutlich die meisten nichts. Diese Serie ist das fesselndste, das ich seit langer langer Zeit gesehen habe. Die Bilder sind verstörend und wirken so realistisch, als hätte jemand 1986 einfach die Kamera draufgehalten und alles für die Nachwelt dokumentiert.
1986 wurde ich in der DDR eingeschult. Über Tschernobyl wurde in meiner Erinnerung nie gesprochen. Vielleicht war ich damals aber auch zu jung um das zu verstehen. Wie soll man das auch verstehen?
Durch die akribischen Abarbeitung aller Details in der 5-teilige HBO-Serie versteht man danach besser. Man versteht wie die Verkettung von ziemlich vielen unglücklichen Umstände am Ende zur Katastrophe geführt hat. Welche Schicksale die direkt und indirekt involvierten Menschen hatten. Wie das politische System und die Wissenschaft der Sowjetunion gegeneinander gearbeitet haben. All das macht sprachlos, führt oftmals zu energischem Kopfschütteln, gibt aber auch Hoffnung, weil auch diese Tragödie am Ende beweist, das Einzelne einen Unterschied machen können.
Was auch bleibt, ist eine tiefe Faszination über Kernenergie im Allgemeinen und ziemlich viel Dankbarkeit, das wir das in Deutschland endgültig abgeschaltet haben.