Strandtag

Ein Stück eines Strandkorbes mit der Nummer 158 vor einem strahlend blauen Himmel mit weißen Wolken.

Heute nichts gemacht außer rumgelegen, gelesen, ab und an geschlummert oder mit den Füßen im Wasser gestanden. Ich bin jetzt sehr erschöpft.

Blumen für Algernon

Buchcover von „Blumen für Algernon“

Blumen für Algernon aus dem Jahr 1966 schlummerte schon eine ganze Weile auf meiner Leseliste. Der Roman erzählt von Charlie Gordon, einem geistig beeinträchtigten Mann, der sich im Rahmen eines Forschungsprojekts einer Operation unterzieht, die seine Intelligenz innerhalb kürzester Zeit enorm steigert.

Die Geschichte klingt spannend und entfaltet am Anfang auch einen gewissen Sog, der vor allem entsteht, weil der Roman über sogenannte Fortschrittsberichte erzählt wird, die Charlie selbst schreibt. Am Anfang sehr unbeholfen, vor Fehlern strotzend, und später immer eloquenter. Das funktioniert erstaunlich gut, auch wenn mir die späteren stellenweise zu gewollt komplex rüberkommen.

Die Rückblenden des dann super-intelligenten Charlie in sein früheres Leben und das Leid das ihm andere Menschen angetan haben, waren mir ehrlicherweise zu Schablonenhaft, genauso wie eigentlich alle anderen Akteure im Buch.

Der Roman wurde damals mit Preisen überhäuft und später auch einige Male verfilmt. Für mich kein klassischer Pageturner und bei den vielen Ebenen und moralischen Zeigefingern würde ich mich nicht wundern wenn das Buch in einigen Lehrplänen steht.

Endlich angekommen

Geöffnete Glasschiebetüren führen von einem Hausboot mit Kamin auf eine Holzterrasse mit Tisch und Stühlen bei Sonnenuntergang mit Blick auf die Ostsee.

6 Bundesländer, 11,5 Stunden Fahrt, endlich angekommen. Endlich Urlaub!

Aufräumarbeiten

Im Juli habe ich meine Webseite derart umgebaut, dass Besucher zunächst auf einer neuen Startseite landeten, die wie eine Art Profil alles zusammenführen sollte, was ich auf unterschiedlichen Plattformen so treibe.

Die Idee, meine verteilten Profile und Aktivitäten an einer Stelle zu aggregieren, war grundsätzlich nicht verkehrt. Das Ergebnis war allerdings ziemlich umständlich und nachdem ich mich einmal ernsthaft in die Perspektive eines Besuchers versetzt hatte, vor allem verwirrend. Es gab zwar mehr zu sehen, aber nicht unbedingt mehr zu verstehen.

Also habe ich das Ganze wieder weggeräumt und bin zurück zu einem eher klassischen Aufbau mit statischen Seiten, die etwas über mich und meine Projekte erzählen. Und weil ich schon dabei war, habe ich meinem Blog auch gleich einen neuen Anstrich gegeben. Das bedeutet vor allem, dass ich auf eine serifenlose Schrift umgestellt1 und das visuelle Beiwerk abermals verschlankt habe. Alles wirkt jetzt moderner und aufgeräumter und ich bin gerade sehr glücklich damit.

Ich hatte Anfang des Jahres schon einmal darüber geschrieben, dass ich überfrachtete Webseiten nicht besonders mag. Trotzdem ist natürlich auch bei mir die Versuchung groß, ständig irgendetwas Neues anzubauen. Inspiration gibt es genug und es macht schließlich auch Spaß, am eigenen digitalen Zuhause zu bauen.

Aber wenn man ehrlich ist, braucht man das meiste davon am Ende nicht, weder als Webseitenbetreiber noch als Besucher. Der Leitgedanke dieses Updates war deshalb mal wieder weniger ist mehr.

  1. Ich habe mich für DM Sans entschieden. Sehr modern, minimalistisch und dennoch gut lesbar.

Etwas mehr Gelassenheit bitte

Es liegt in der Natur des Menschen, sich aufzuregen. Die allermeisten machen das von Zeit zu Zeit. Das befreit das Gemüt und kann erstaunlich viel Energie freisetzen. Denn wer sich aufregt, dem ist etwas zumindest nicht egal. Er will, dass etwas anders ist, hat nur vielleicht noch keinen Weg gefunden, diese Energie sinnvoll zu nutzen.

Eine deutlich weniger produktive Art, mit dem eigenen Unbehagen umzugehen, ist die Abwertung anderer. Problematisch wird es für mich dort, wo aus einer anderen Sichtweise gleich der Schluss gezogen wird, das Gegenüber habe es einfach nicht verstanden. Man erhebt sich über ihre Handlungen, Sichtweisen und Aussagen und vermittelt ihnen aus der eigenen Überheblichkeit heraus, häufig passiv-aggressiv, das Gefühl, sie seien dumm.

Am deutlichsten wird das immer dann, wenn Menschen Dinge anders sehen oder anders machen als man selbst. Statt mit etwas Gelassenheit auszuhalten, dass andere Menschen die Welt nun einmal anders betrachten, muss jede abweichende Meinung widerlegt und jede Entscheidung kommentiert werden. Schließlich gilt es, die vermeintlich Dummen zu erhellen und auf den Weg der Tugend zu führen.

Komm, stell dich nicht so an! Du bist doch nicht dumm! Du musst doch einsehen, dass du falsch liegst?

Und ja, natürlich braucht es Debatten. Widerspruch ist wichtig. Aber Widerspruch und Belehrung sind eben nicht dasselbe. Eine Debatte lässt zumindest die Möglichkeit offen, dass auch die andere Seite einen Punkt haben könnte. Wer dagegen schon vorher weiß, dass das Gegenüber das Thema einfach nicht verstanden hat, führt eigentlich keine Debatte mehr.

Manchmal habe ich das Gefühl, etwas mehr Gelassenheit, würde uns allen gut tun.

Handskizze zweier Einflusskreise: innen „MEINER“ mit Entscheidungen, Verhalten, Reaktionen und Aufmerksamkeit; außen „alles andere“ mit Politik, Kriege, Klimakrise, Social Media, böse KI, Nachbarn und Denken anderer. Zwei Pfeile markieren: „Das kann ich beeinflussen, mein Hebel“ und „Alles weitere, worüber ich mich aufrege aber kaum beeinflussen kann“.

Und nein, das bedeutet nicht, dass mir Dinge egal sein müssen, nur weil ich sie nicht unmittelbar beeinflussen kann. Und es bedeutet schon gar nicht, dass jede Meinung irgendwie gleich richtig ist. Aber ich muss auch nicht jede Meinung korrigieren, jede Entscheidung kommentieren und schon gar nicht jeden Menschen überzeugen.

Eddington

Filmplakat zu „Eddington“: Mehrere Figuren vor einem orangefarbenen Wüstenhimmel, darunter ein bärtiger Mann mit Cowboyhut und Brille, ein Mann mit Schnurrbart und eine rothaarige Frau. Im Vordergrund läuft ein bewaffneter Sheriff vor einer roten Sonne; darunter steht der Filmtitel „EDDINGTON“ in großen roten Western-Lettern.

Nachdem ich Americana gesehen habe, hat mir der Algorithmus mit Eddington den nächsten Neo-Western vorgeschlagen, den ich dann auch prompt gesehen habe.

Was ist das bitte für ein wilder Ritt? Lange plätschert die Story rund um den Machtkampf zwischen dem ortsansässigen Sheriff und dem Bürgermeister in einer verschlafenen Kleinstadt in New Mexico mitten in der Covid-19-Pandemie nur so vor sich hin. Mehr als einmal war ich geneigt abzuschalten, aber im letzten Drittel dreht die Geschichte plötzlich komplett auf und endet in einem echt irren Finale. Schöne Feierabendunterhaltung, die man nicht anschauen sollte, wenn man danach ruhig schlafen will.

Poker Face, Staffel 2

Poster zur Serie Poker Face: Eine Frau mit roten Locken steht vor einem blauen Auto, dahinter eine gelb-türkise Collage mit mehreren Gesichtern. Oben steht der große Titel Poker Face, unten der Streaming-Hinweis zu Peacock.

Nach dem furiosen Ende von Staffel 1 von Poker Face, war ich sehr gespannt wie es weitergeht. Leider waren die ersten 3 Episoden von Staffel 2 ziemlich mau und Episode 4 war so abstrus, dass ich kurz davor war abzuschalten. Aber ich hatte keine wirkliche Alternative und auch wenig Lust in dem unendlichen Angebot etwas Neues zu suchen. Also hab ich einfach weitergeschaut und das hat sich am Ende doch noch gelohnt.

Ab 5. Folge war das Niveau der ersten Staffel wiederhergestellt. Episode 6 ist mein persönliches Highlight, in dem es ausnahmsweise gar keinen Toten gibt. Das Staffelfinale über die Folgen 11 und 12 war dann zur Abwechslung eine zusammenhängende Geschichte und insgesamt ein würdiges Finale mit einem Cliffhanger auf eine hoffentlich baldige Staffel 3.

Bratwürste an den Füßen

Ein paar blau-orange-farbige Socken mit einem Bratwurstmuster liegen auf einem grauen Teppich

Okay, der Titel klingt merkwürdig, aber als ich gerade so im Schrank wühle, um mich für den Volksfestbesuch in der Heimat der anderen Hälfte der Familie anzukleiden1, bin ich über die Bratwurstsocken gestolpert, die ich mir letztes Wochenende im Bratwurstmuseum gegönnt habe. Man ist einfach nie zu alt für ein Souvenir aus dem Museums-Shop und das, so habe ich es beschlossen, ist genau die richtige Fußbekleidung für das Volksfest.

  1. Diesmal aber nur knapp 100 Kilometer entfernt.

Heimaturlaub

Das hier ist ein Nachholartikel über ein eigentlich viel zu volles Wochenende.

Am Freitag ging es für den Sohnemann und mich nach Thüringen. Anlass war der 120. Geburtstag meiner Tante und meines Onkels. Natürlich ist keiner von beiden 120 geworden. Auch hatte keiner von ihnen an diesem Wochenende Geburtstag. Vielmehr wurden der eine 60. Geburtstag nach- und der andere vorgefeiert. Oder einfacher gesagt: Es gab eine große Sommerparty mit der erweiterten Familie.

Die beiden Damen des Hauses waren aus Gründen verhindert, also machten wir uns zu zweit auf den Weg in meine alte Heimat. Und weil der 14-Jährige an diesem Wochenende selbst zum 15-Jährigen wurde, hatte ich rund um die Familienfeier noch ein kleines Begleitprogramm gebaut.

Unsere Homebase für zwei Nächte war eine Ferienwohnung im wunderschönen thüringischen Mühlhausen. Eigentlich hatte ich die vielleicht etwas verträumte Vorstellung, meinem Sohn am Morgen nach dem 120. Geburtstag ein wenig von der mittelalterlichen Stadt zu zeigen. Das Geburtstagskind hatte ebenfalls verträumte Vorstellungen, im Bett. Also zog ich alleine los, um das Städtchen in aller Frühe ganz ohne Passanten und Touristen zu erkunden.

Fachwerkhäuser in einer sonnigen Altstadtgasse, davor eine Laterne mit üppigem rosa Blumenschmuck. Die Ladengeschäfte im Erdgeschoss sind geöffnet, die Straße ist ruhig und menschenleer.

Historischer Platz in Mühlhausen mit Kopfsteinpflaster, gelbem Gebäude und roten Dächern im warmen Morgenlicht. Im Vordergrund spiegelt sich die Häuserzeile in einem kleinen runden Wasserbecken neben einer steinernen Säule.

Gotisches Kirchenportal mit reich verzierten Steinbögen, Figuren und einer dunklen zweiflügeligen Tür. Davor führen mehrere breite Stufen zum Eingang hinauf.

Kopfsteingasse in Mühlhausen mit historischen Fachwerkhäusern, Blumenkästen und einer begrünten Fassade. Links führt ein Torbogen in eine schmale Seitengasse.

Historisches Portal mit brauner Holztür, rot-grüner Steinverzierung und lateinischer Inschrift an einer hellen Fassade in Mühlhausen.

Schmaler Wasserlauf zwischen alten Fachwerk- und Steinmauern in der Mühlhäuser Altstadt. Sonnenlicht fällt durch die Bäume und spiegelt sich im Wasser.

Mittelalterliches Stadttor aus hellem Stein mit Rundbogen und Türmen in Mühlhausen, davor Kopfsteinpflaster und Fachwerkhäuser bei klarem blauem Himmel.

Mittags waren wir bei meinem Vater, um den Geburtstag seines Enkelkindes gebührend zu feiern. Nach dem obligatorischen Käsekuchen ging es dann in den Kletterwald. Bei Temperaturen, bei denen schon normales Herumlaufen als körperliche Betätigung durchgeht, war das trotz reichlich Schatten eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Aber eben auch eine ziemlich gute. Fotos gibt es von diesem Abenteuer nicht so viele, weil alle drei Generationen meist gleichzeitig in den Baumwipfeln unterwegs waren.

Zwei Personen klettern in einem Hochseilgarten über eine schmale Hängebrücke zwischen Bäumen. Sonnenlicht fällt durch das dichte grüne Blätterdach.

Person auf einer Plattform im Kletterwald, gesichert mit Gurt und Helm, zwischen hohen Bäumen. Im Vordergrund hängen Seile und schwarze Trittbretter eines Parcours im grünen Blätterdach.

Den Abend ließen wir beim Italiener ausklingen, bevor wir ziemlich erledigt in unsere Betten fielen.

Am Sonntag stand die Rückfahrt nach München an. Mehr als 400 Kilometer, was selbstverständlich kein Grund ist, nicht noch ein paar Umwege einzubauen. Der erste hat uns noch in Mühlhausen zum Bratwurstmuseum geführt. Dort gab es einiges über die Geschichte der Thüringer Rostbratwurst zu lernen. Wichtiger war allerdings, dass man bereits vor 11 Uhr eine essen konnte.

Beim Rundgang durch das Museum kamen außerdem ziemlich viele Erinnerungen zurück. Ich war als Kind selbst bei einigen Hausschlachtungen dabei. Vom Moment, in dem das Schwein nach dem Bolzenschuss auf den Boden fiel, bis zu dem Moment, in dem mein Cousin und ich später mit den frischen Fleisch- und Wurstwaren durch den Ort zogen und sie bei Familie und Freunden ablieferten. Alles wieder da bis zur Erinnerung, wie wir nach getaner Arbeit, zufrieden an unseren Vita Cola und Mandora nuckelten.

Ausstellungsraum im Bratwurstmuseum mit einem aufgehängten, aufgeschnittenen Schwein als Modell und historischen Werkzeugen, Töpfen und Flaschen darum herum.

Ausstellung im Bratwurstmuseum mit historischen Geräten, Holzfässern, einer Wurstpresse und einer mit Papier ausgelegten Wanne. An den Wänden hängen Werkzeuge, alte Schilder, hölzerne Wurstmodelle und eine große historische Grafik.

Zwei geöffnete Glasflaschen mit Cola und Orangenlimonade stehen mit blau-weiß gestreiften Strohhalmen auf einem Tisch. Im Hintergrund sind unscharf Sitzplätze und Menschen unter einem Zeltdach zu sehen.

Wir hätten noch länger bleiben können. Offenbar waren wir ausgerechnet zum 3. Jahrestag des Museums dort und für später war sogar Bratwurstprominenz angekündigt. Aber München lag immer noch über 400 Kilometer entfernt. Also ging es weiter, zumindest erstmal bis zum Inselsberg. Dort, so meine hervorragende Idee, sollte es ein paar Mal auf der 1 Kilometer langen Sommerrodelbahn bergab gehen.

Die erste Fahrt war gut, aber die zweite sollte schneller werden. Nach dem Versuch, einen persönlichen Streckenrekord aufzustellen, war ich um ein paar Schürfwunden reicher und kurz davor gewesen, die Rodelbahn auf einem nicht vorgesehenen Weg zu verlassen. Ich entschied, dass zwei Fahrten für einen Mann meines Alters eine vollkommen vernünftige Anzahl sind, überließ dem Sohnemann die restlichen Tickets und widmete mich der Suche nach dem nächsten Bratwurststand.

Blick aus einer Sommerrodelbahn: Zwischen den eigenen Beinen verläuft die Schiene durch einen dicht bewaldeten, schattigen Wald.

Die letzte Bratwurst des Kurzurlaubs gab es schließlich, wie so oft, an der Wegscheide. Und dieses eine Foto muss stellvertretend für all die Thüringer Bratwürste reichen, die an diesem Wochenende den deutlich würdevolleren Weg genommen haben, direkt gegessen zu werden.

Eine Hand hält eine Bratwurst im Brötchen mit Senf über einem Holztisch. Im Hintergrund liegen eine Serviette, eine Papiertüte und eine Flasche.

Jetzt sitze ich 3 Tage später hier und schreibe das alles auf. Die Schürfwunden an den Armen erinnern mich an den kurzen Aufreger wo sich der Plastikschlitten dramatisch aufgeschaukelt hat und mein schmerzendes Steißbein gibt mir zu verstehen, dass zwei Kilometer auf einem harten Plastikschlitten mittlerweile eine eher unangemessene Form der Freizeitgestaltung für mich sind.

Alles egal. In ein paar Tagen ist das alles wieder weg. Was bleibt, sind die Erinnerungen an ein ziemlich großartiges Wochenende mit meinem Sohn, meiner Familie, ein paar echten Abenteuern und viel zu viel Bratwurst.

Menschen die ins Licht starren

Noch vor 2 Stunden wusste ich gar nicht, das heute Sonnenfinsternis ist. Dabei hätte ich ein echtes Happening am Plieninger Liebesbaum verpasst.

Menschen sitzen bei der Sonnenfinsternis auf einer Wiese unter einem Baum, einige schauen Richtung Horizont. Fahrräder liegen und stehen am Rand, im Hintergrund sind weitere Gruppen zu sehen.

Das Spektakel hat mich an meine erste und auch letzte Sonnenfinsternis erinnert, die offensichtlich 1999 war. Vor 27 Jahren. Verrückt! Damals war es eine totale, das heißt es war kurz wirklich richtig duster.

Ich war damals zu Besuch bei meinem Onkel, seines Zeichens Physiklehrer, der auch den Anspruch hatte dieses Ereignis pädagogisch wertvoll aufzubereiten. Wir standen auf einem Hügel, von wo man einen tollen Ausblick auf die Umgebung hatte und ganz wunderbar sehen konnte, wie der Schatten vom Mond, der sogenannte Kernschatten, wie er erklärte, über die Landschaft gewandert ist, bis er einen dann selbst erreicht hat und es schlagartig dunkel war.

Heute wurde es nicht so ganz dunkel, was irgendwie nicht ganz so beeindruckend war. Weder für mich, noch für den 14-Jährigen der schon kurz nach dem Höhepunkt darauf gedrängt, das wir wieder aufs Moped steigen, und noch eine Runde drehen.

Americana

Filmplakat zu Americana mit einer Frau im Westernhemd im Vordergrund, dahinter ein rotes Auto, eine weitere Figur und mehrere Speere in einer staubigen, beigefarbenen Landschaft.

Zum Ausklang des Sonntagabends habe ich mir den von Lars kürzlich empfohlenen Film Americana gegönnt und war ausgesprochen angetan.

Normalerweise bin ich eher zurückhaltend, Filme zu schauen, deren Tomatometer nicht wenigstens an der 80 kratzt. Americana liegt bei gerade einmal 62%, und ich habe wirklich keinen blassen Schimmer wieso.

Die Geschichte ist gut und auch wirklich gut erzählt, die Charaktere haben Tiefe und der Film erzeugt nicht zuletzt durch seine Bildsprache ein tolles Ambiente. Wenn mir jemand gesagt hätte, das wäre ein neuer Film von Tarantino oder den Coen-Brüdern, ich hätte es vermutlich erstmal geglaubt.

Rotten Tomatoes fasst seine Kritik wie folgt zusammen:

Americana blends gritty charm, compelling performances, and cultural resonance, but its lack of narrative focus and inconsistent execution keep it from fully realizing its potential.

Ja, die Geschichte nimmt sich Zeit, springt zwischen Figuren und Perspektiven und wirkt lange nicht so, als würde sie zielstrebig auf einen bestimmten Punkt zulaufen. Aber genau das hat für mich hervorragend funktioniert und so haben die richtig guten Filme früher alle funktioniert. Das scheint nicht mehr populär zu sein. Vermutlich kommt man dann am Second Screen nicht mehr so einfach mit. Egal! Anschauen! Unbedingt!

Badehosen im Fahrtwind

Ich habe gerade mit dem 14-Jährigen die erste Ausfahrt auf seinem neuen Moped gemacht. Da er seinen Führerschein noch nicht hat, durfte ich sein neues Heiligtum die 10 Kilometer zu seinem Lieblingsweiher lenken.

Ein Jugendlicher mit Rucksack steht neben einem schwarzen Roller auf einem Kiesweg und hält einen Helm in der Hand. Im Hintergrund stehen ein Auto und dichtes grünes Gebüsch.

Dort sind wir dann ins kühle Nass gesprungen und ich habe mich, während ich so schwamm gefragt, wie man einen Weiher direkt unter Hochspannungsmasten, mit diesem permanenten bzzzzzz-krrr-tschk-bzzzz-fzt-bzzzzzzz überhaupt mögen kann. Mir hat schon nach 5 Minuten der Kopf gesurrt. Zum Glück ging es (uns beiden) mehr ums Moped fahren, also saßen wir bald wieder auf dem Roller und haben unsere Badehosen im Fahrtwind getrocknet.

Ruhiger Weiher mit spiegelnder Wasseroberfläche, Bäumen am Ufer und Hochspannungsleitungen, die über das Wasser verlaufen. Im Vordergrund sind Steine, Gräser und kleine Pflanzen zu sehen.