Weniger ist mehr

Felix hat darüber geschrieben, dass Limitierungen die Grundlage für außergewöhnliche Erfolge sind, weil sie das menschliche Gehirn dazu zwingen, kreative Lösungen zu suchen, statt den offensichtlichen Weg zu gehen.

wir ten­die­ren dazu pro­ble­me durch hin­zu­fü­gen von et­was zu lö­sen und tun uns oft schwer da­mit pro­blem­lö­sun­gen in be­tracht zu zie­hen, die et­was ent­fer­nen.

Beim Lesen musste ich sofort an das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry denken, das seit Jahren eine Art Lebensmotto für mich ist.

Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.

Saint-Exupéry beschreibt eine Grenze, die wir selbst ziehen. Wir könnten noch mehr hinzufügen, entscheiden uns aber dagegen. Reduktion ist dann nicht das Gegenteil von Limitierung, sondern eine bewusste Form davon. Weniger nicht, weil man muss, sondern weil man erkannt hat, dass nicht jede Möglichkeit genutzt werden sollte.

Vielleicht begleitet mich das Zitat deshalb schon so lange. Weil es nicht nur von Gestaltung spricht, sondern von Haltung. Und vielleicht erklärt es auch, warum ich Produkte entwickle. Denn auch dort fehlt es selten an Ideen, Anforderungen oder Möglichkeiten. Die eigentliche Arbeit besteht darin, Grenzen zu ziehen und zu entscheiden, was nicht Teil der Lösung sein soll.

Ich frage mich nur, denke ich so, weil ich Produkte entwickle? Oder entwickle ich Produkte, weil ich so denke?

Moon (5/5)

Filmplakat zu „Moon“ mit einem Astronauten im weißen Raumanzug, der seinen Helm hält. Hinter ihm sind konzentrische Linien auf schwarzem Hintergrund und der Titel „MOON“ zu sehen.

Moon ist ein außergewöhnlicher Film. Der Plot klingt ein bisschen wie Mickey 17, aber Moon funktioniert komplett anders. Der gesamte Film ist sehr reduziert. Es gibt keine Action, keine Effekte und eigentlich auch nur einen Schauspieler. Alles spielt in oder um eine Mondstation, fast schon ein Kammerspiel. Trotzdem entsteht eine starke Spannung, weil der Film nach und nach die Identität seines Protagonisten infrage stellt. Wirklich sehr sehenswerter Science Fiction, keine Sekunde langweilig.

Der erste Sonntag im Juli

Heute ist der erste Sonntag im Juli. Das heißt, eine auf diesen Tag eingestellte Erinnerung erscheint auf meinem iPhone-Display und erinnert mich daran, das Dokument zu prüfen, in dem ich für meine Frau Dinge aufgeschrieben habe, die im Falle meines Ablebens wichtig sind zu erledigen. Quasi eine Art Checkliste als Unterstützung für den Moment, wenn es dem Kopf vermutlich gerade schwerfällt zu denken.

Diese halbjährliche Aufgabe ist nach einigen Iterationen zur reinen Routine geworden und dauert meist keine 10 Minuten. Meistens sind es nur ein paar Details rund um Versicherungen, oder Kontaktdaten von Freunden die aktualisiert werden müssen. Dennoch lese ich das Dokument jedes Mal sehr aufmerksam, weil es im Fall der Fälle einfach zu verstehen und eindeutig sein soll.

Das gilt auch für meine Bestattungswünsche. Ich weiß kann mir vorstellen, dass sich die meisten Menschen sich darüber keine Gedanken machen, aber für mich ist es unvorstellbar das nicht aufgeschrieben zu haben und dem Zufall zu überlassen.

Warum das wichtig ist, habe ich diese Woche wieder schmerzlich vor Augen geführt bekommen, als mich die Nachricht ereilt hat, das eine Bekannte mit Mitte 40 ohne ersichtlichen Grund einfach aus dem Leben gerissen wurde. Ich kenne keine Hintergründe und am Ende ist es auch egal. Fakt ist, es kann für jeden von uns morgen heute vorbei sein.

Gewollt beschäftige ich mich mit dieser Realität zweimal pro Jahr und habe auch meinen inneren Frieden damit gemacht. Dennoch sind solche Ereignisse jedes Mal ein Schock und eine Erinnerung daran, wie schön und einzigartig der Moment auf dieser Erde ist, und das man, wenn möglich, jede Sekunde davon genießen und mit Menschen und Dingen verbringen sollte, die einen glücklich machen.

Ich wollte diesen Artikel eigentlich mit einem Foto bebildern, das meinen glücklichsten Moment dieses Jahres bisher zeigt. Ich glaube, es ist ein gutes Zeichen, dass ich auch nach 10 Minuten keine Entscheidung treffen konnte, welches Foto diesen Moment festgehalten haben sollte.

Gone Girl (2/5)

Filmposter zu „Gone Girl“ mit den groß dargestellten Gesichtern einer Frau und eines Mannes vor düsterem, wolkigem Hintergrund. Oben steht „Gillian Flynn“, in der Mitte der Titel „Gone Girl“.

Der Plot von Gone Girl versprach Spannung und ja die gab es, aber auch einige Längen und Fragezeichen. Um nicht zu spoilern, hole ich jetzt nicht weiter aus. Für mich am Ende insgesamt eher enttäuschend, da viel zu sehr auf Hochglanz gemacht und leider auch schwaches Ende. Der unsichtbare Gast ist um Welten besser investierte Zeit.

Taubenstein, abgebrochen

Fast so pünktlich wie geplant, sind wir heute früh in Richtung Spitzingsee aufgebrochen und haben uns auf den Weg auf den Taubenstein gemacht. Der Wandererparkplatz war noch fast leer und die Luft frisch.

Nach knapp 30 Minuten meinte der 14-Jährige dann, das er Schmerzen im Knie hat. Wir haben dann vereinbart, dass wir noch bis zur St.-Michaels-Kapelle an der Schwarzenkopfhütte gehen und dann dort entscheiden, ob wir den echten Aufstieg probieren wollen oder nicht.

Steinerne St.-Michaels-Kapelle an der Schwarzenkopfhütte bei Spitzingsee, umgeben von Bäumen und in der Morgensonne.

Metallgitter mit Kette und Schloss vor dem Eingang der St.-Michaels-Kapelle an der Schwarzenkopfhütte; im Hintergrund sind Altar, Blumen und Kerzen zu sehen.

An der hübschen Kapelle angekommen stand schnell fest, das aus dem Aufstieg heute nichts mehr wird. Wir haben dann die Parkbank in Beschlag genommen und die gesamte Brotzeit verdrückt, die für die 4 Stunden gedacht gewesen wäre.

Kleine steinerne St.-Michaels-Kapelle an der Schwarzenkopfhütte bei Spitzingsee, umgeben von Bäumen und Holzzaun. Im Hintergrund steigen bewaldete Hänge unter klarem Himmel an.

Gut gestärkt haben wir uns dann auf den kurzen aber steilen Rückweg gemacht, der mittlerweile gut gefüllt mit schnaufenden Wanderern war. Ich hab den Herrn Sohn noch gefragt, ob wir mit der Taubensteinbahn hoch- und wieder runterfahren wollen, aber so wie er das formulierte, war es für ihn cheaten und er wollte lieber ein anderes Mal hinauf.

Blick vom Wanderweg am Taubenstein über eine Wiese und Nadelwald hinunter zum Spitzingsee, mit Bergen unter klarem blauem Himmel.

Zusammengefasst hatten wir also bei bestem Wetter ein nettes Picknick am Spitzingsee. Wenigstens müssen wir uns heute Nachmittag nicht in den anstrengenden Rückreiseverkehr gen München einfädeln und das Duschen kann auch ausfallen.

Über Tiere die auf mich zu- und vor mir weglaufen

Ich hab schon länger nichts mehr hier aufgeschrieben. Dafür gibt es viele gute und einige nicht so gute Gründe. Ein Hauptgrund ist der übliche Wahnsinn rund um den Quartalswechsel, wenn Ziele ausgewertet und neu definiert werden dürfen. Das ist tatsächlich sehr motivierend, aber auch sehr anstrengend, bis dann mal alle notwendigen Teams und Abteilungen hinter einem neuen Ziel stehen.

Wenn ich dann am Abend mal Zeit und Muße habe, investiere ich derzeit alles in die Fertigstellung von Above. Und während ich das hier schreibe, stelle ich auch fest, dass ich noch nie öffentlich darüber geschrieben habe, was jetzt, nach knapp 1 Jahr endlich fertig zu werden scheint. Wenig überraschend, ist es eine iOS-App für eine gewisse Leidenschaft von mir, und vielen Millionen anderen Menschen auf der Welt. Wenn meine Pipeline heute Nacht autonom durchläuft, und Gigabyte-weise Daten erfolgreich abgelegt wurden, traue ich mich vielleicht noch dieses Wochenende zum ersten Mal den Vorhang zur Seite zu schieben.

Jetzt bereite ich mich aber erst einmal auf die morgige Kurzwanderung vor. Der 14-Jährige hat gestern Abend gefragt, ob wir am Samstag wandern gehen wollen. Ich hatte mit dem Brünnstein und der Höllentalklamm zwei Optionen rausgesucht, aber heute hat er einschränkend hinzugefügt, das er um spätestens 15 Uhr wieder Zuhause sein muss, um rechtzeitig zu einer Geburtstagsparty zu kommen. Also gibt es morgen nur eine kurze und hoffentlich nicht ganz so anstrengende Tour auf den Taubenstein. Nachdem ich nach unserer letzten Tour ungelogen über eine Woche höllischen Muskelkater hatte, nehme ich ein paar weniger Kilometer und Höhenmeter dankend an.

Abendstimmung über einem Getreidefeld am Waldrand, mit Sonnenstrahlen hinter Wolken und dunklen Baumreihen am Horizont.

Aber ich bin etwas abgeschweift. Was ich eigentlich festhalten wollte war, das beim heutigen Abendspaziergang eine Herde Jungbullen eiligen Schrittes auf mich zugerannt gekommen ist und dann sehr schüchtern vor mir stand. Ein paar verzweifelte Versuche einen Bullen zu tätscheln später, bin ich dann weitermarschiert.

Eine Wegbiegung weiter stand ein Reh im Gras. Ich gehe davon aus das es mich bemerkt hat, denn sobald ich das iPhone endlich aus der Tasche gefummelt und entsperrt hatte, ist es auch schon ins Gebüsch gesprungen.

Auf dem Rückweg war ich dann noch etwas fasziniert, welche Abdrücke der stürmische Regen die letzten Tage im Gerstenfeld hinterlassen haben.

Ein weites Gerstenfeld im Abendlicht, dahinter ein dunkler Waldrand. Rosa Wolken ziehen über den blauen Himmel.

The Life of Chuck (5/5)

Filmplakat zu The Life of Chuck: Ein Mann im Anzug sitzt auf einer Parkbank vor blauem Hintergrund, darüber stehen große Pressestimmen wie „A Masterpiece“ und „Magical“.

The Life of Chuck ist einer dieser Filme, die man garantiert nie wieder vergisst. Nicht nur, weil die Geschichte rückwärts erzählt wird, sondern weil der Film apokalyptisch und lebensbejahend zugleich ist. Eine warme, melancholische Ode an das Dasein, und daran, wie viel in einem einzigen Leben stecken kann.

Triangle of Sadness (5/5)

Poster for Triangle of Sadness showing wealthy passengers lounging on a yacht while a uniformed crew member stands center, with fire and black smoke rising behind the boat.

Triangle of Sadness ist rabenschwarz von der ersten bis zur letzten Minute. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt. Genau der richtige Abschluss nach dieser Arbeitswoche.

Magnum spectaculum!

Ende März habe ich mir eine neue Brille machen lassen, wie es sich gehört mit Sehtest, allerdings beim Optiker, vor allem weil Termine beim Augenarzt eher langfristig geplant werden müssen.

Der Sehtest war recht mühsam und ich hatte das Gefühl, mein permanentes “nochmal das andere Glas bitte” wurde hin und wieder mit einem leichten Seufzen quittiert. Nach gefühlten Ewigkeiten waren wir durch, und ich hatte die Empfehlung für eine Gleitsichtbrille in den Händen.

Das war dann Grund genug für weiteres Hin und Her, nochmal eine Handvoll Gläser, kleingedrucktes lesen und viele Erklärungen vom Optiker. Am Ende habe ich mich sehr selbstbewusst über die Empfehlung vom Herrn Fielmann hinweggesetzt, und habe die Gleitsichtbrille dankend abgelehnt. Was für ein leicht zu durchschauender (hah!) Verkäufer-Trick. Ich bin doch nicht doof und mit Sicherheit noch nicht im Gleitsichtbrillen-Alter. Mit dem Triumph 300 Euro gespart zu haben, bin ich dann voller Vorfreude auf meine neue Brille wieder nach Hause gefahren.

Keine 2 Wochen später konnte ich meine neue Brille abholen und saß schon knapp eine Woche später wieder gegenüber vom Herrn Fielmann und habe ich mich darüber beschwert, das irgendwas mit der Brille nicht stimme. Die Ferne sei wunderbar, aber ich kann schlicht nichts mehr auf meinem Smartphone-Display erkennen, erklärte ich. Das sei doch bestimmt irgendein Fehler und überhaupt, sei ich nicht zufrieden und möchte die Zufriedenheitsgarantie in Anspruch nehmen.

Der freundliche Herr Fielmann wies mich darauf hin, das meine Brille, wie von mir gewünscht, für die Ferne optimiert sei und man mir gern eine Brille für den Nahbereich machen würde. Angesäuert habe ich mich um einen Augenarzttermin gekümmert, in der Hoffnung dieser würde bestätigen, dass Herr Fielmann irgendeinen Fehler gemacht hat.

Der erneute Sehtest beim Augenarzt endete in der nüchternen Erkenntnis, dass ich mich vollkommen normal auf der Alterskurve einsortiere und mir eine Gleitsichtbrille helfen würde, nah und fern zu sehen, ohne permanent die Brille wechseln zu müssen. Herr Fielmann war bei meinem nunmehr dritten Besuch eine sehr nette und verständnisvolle Frau Fielmann, die dann ohne viel Aufsehen die gewünschte Gleitsichtbrille ausgemessen und bestellt hat.

Am Freitag war es dann endlich so weit: Ich konnte meine neue Gleitsichtbrille abholen und zum ersten Mal in meinem Leben durch so ein Hightech-Glas schauen. Schon sehr beeindruckend. Ebenfalls sehr beeindruckend ist, dass mir die nicht so ganz passenden Gläser angerechnet wurden, und ich nur die Differenz zahlen musste. Zufriedenheitsgarantie ist nicht nur irgendeine Marketingfloskel.

Die eigentliche Erkenntnis ist aber, dass ich anfangen darf anzuerkennen, dass auch ich älter werde.

René Fischer mit Brille

Kraxelei rund um die Tegernseer Hütte

Dem Wetter angemessen, sollte es heute eigentlich in die Höllentalklamm gehen. Aber der 14-Jährige hatte keine Lust weit zu fahren und wollte sich auch mal im Klettern versuchen. Also ging dann heute früh in Richtung der Tegernseer Hütte, um dem Roß- und Buchstein einen Besuch abzustatten.

Ausgangspunkt unserer Tour war der gleichnamige Parkplatz und von da an ging es eigentlich nur bergauf. Auch wenn am Morgen die Sonne noch nicht so geknallt hat, war das auch im Wald schnell schweißtreibend.

Schmaler Bergpfad durch blühende Wiesen mit Margeriten und Nadelwald am Aufstieg zur Tegernseer Hütte. Im Hintergrund ist ein eindrucksvolles Bergpanorama zu sehen.

Holzschild der Sonnbergalm am Bergweg zur Tegernseer Hütte, daneben Almwiesen und Hütten unter blauem Himmel.

Das Höhenprofil der Tour versprach aber keine Verschnaufpause. Bis zum ersten Plateau bei der Sonnenbergalm waren es 630 Höhenmeter. Und von dort ging es natürlich weiter, auch wenn das Ziel die Ziele schon in Sichtweite waren.

Gelbe Wegweiser und eine Wanderkarte auf einer Almwiese am Roß- und Buchstein. Ein schmaler Pfad führt unter blauem Himmel weiter den Hang hinauf.

Da Klettern gewünscht war, haben wir uns für den Klettersteig entschieden. Der wird schon auf der Webseite der Tegernseer Hütte als sehr einfach beschrieben, und das war er dann auch. Jede Menge Stahlseile helfen beim zügigen Aufstieg. Wir haben hier auch Familien mit deutlich kleineren Kindern gesehen, kann man gut machen.

Ein junger Wanderer kraxelt den "gefährlichen Wanderweg" zur Tegernseer Hütte hinauf.

Ein Wanderer kraxelt in steilem, felsigem Gelände zur Tegernseer Hütte hinauf. Unterhalb liegen grüne Almwiesen, Wald und ein schmaler Bergpfad.

Oben angekommen, hat sich schon die Tegernseer Hütte in voller Pracht gezeigt. Die Hütte thront wie ein Adlernest am Buchstein und gehört wohl nicht zuletzt wegen dieser wirklich einzigartigen Ansicht zu den meistbesuchten Hütten weit und breit.

Die Tegernseer Hütte klebt wie ein Adlernest am felsigen Buchstein, umgeben von Latschen und Tannen. Dahinter reicht der Blick über die bewaldeten Gipfel der Tegernseer Berge.

Tegernseer Hütte auf einem schmalen Felsgrat unter dem Buchstein, umgeben von steilen Kalkfelsen und weitem Bergpanorama bei klarem Himmel.

Aber vor der Einkehr, galt es noch den Buchstein zu erklimmen und erklimmen war in diesem Fall wirklich die treffende Beschreibung.

Die Besteigung des 1701 m hohen Buchsteins vom Sattel erfordert eine kurze und abgespeckte Kletterei von gut 30 Höhenmetern durch eine Rinne (UIAA II).

UIAA II liest sich sehr abstrakt, aber wenn man vor der 30 Meter hohen Rinne vom Buchkopf steht, ist das sehr beeindruckend, zumindest für mich. Der 14-Jährige ist direkt los und war recht schnell weit oben. Ich bin nur langsam hinterher und habe den Fehler gemacht nach unten zu schauen, was mir ehrlicherweise mehr als nur ein mulmiges Gefühl eingeflößt hat. Das Problem ist ja meist nicht das raufkraxeln, sondern heil wieder runterzukommen. Wie sich das ganze vor Ort anfühlt, kann man auch in diesem Video sehen.

Steile, felsige Rinne am Buchstein mit rauem Kalkgestein und kleinen Graspolstern, durch die der Aufstieg zum Gipfel führt.

Ein Kletterer steigt in einer steilen Felsrinne am Buchstein nach oben. Zwischen den hellen Kalkfelsen wachsen Grasbüschel und einzelne Sträucher.

Der Blick vom Buchstein auf den Roßstein war sehr erhaben und auch wenn der Weg zurück noch vor uns lag, war ich stolz mit dem Sohnemann hier oben, fast ganz allein sitzen zu können.

Blick vom Buchstein zum Roßkopf und über bewaldete Grate und Felsen in den Tegernseer Bergen. Im Hintergrund ziehen sich bei klarem Himmel mehrere Bergketten bis zum Horizont.

Auf dem Rückweg hat dann das Adrenalin ordentlich gekickt. Dementsprechend sind wir dann auch mit weichen Knien in der Tegernseer Hütte eingekehrt und haben uns eine deftige Brotzeit gegönnt. Ich hatte vorher gelesen, dass die Tegernseer Hütte eher immer voll ist und man dort auch gerne ansteht. Heute war das glücklicherweise nicht der Fall. War wohl doch zu heiß für die Massen.

Essen und Getränke auf einem Holztisch auf der Terrasse der Tegernseer Hütte, darunter Brote, Salat und Suppe. Im Hintergrund steht die Speisekarte der Hütte.

Ein Jugendlicher fotografiert von der Tegernseer Hütte aus den felsigen Roßstein vor blauem Himmel.

Nach der Stärkung ging es dann weiter zum Roßkopf, der relativ einfach zu meistern war. Eigentlich wollten wir dann über den Kamm zurück, aber für heute war mein Kletterpensum mehr als erfüllt, weshalb ich darauf bestanden habe, dass wir über den Altweibersteig zurückgehen.

Gipfelkreuz des Roßstein auf einem felsigen Bergkamm , daneben sitzen mehrere Wanderer. Im Hintergrund erstreckt sich bei klarem Himmel die Berglandschaft rund um die Tegernseer Hütte.

Der Altweibersteig heißt angeblich so, weil die alten Weiber diesem dem Klettersteig vorgezogen haben. Ich fand den Weg deutlich unangenehmer und kräftezehrender als den Klettersteig. Würde ich nicht nochmal gehen.

Kühe grasen auf einer Almwiese unterhalb felsiger Hänge bei Roß- und Buchstein, im Hintergrund blauer Himmel mit Wolken und die Tegernseer Hütte.

Ab der Sonnenbergalm ging es dann auf dem Weg, über den wir zuvor nach oben gekommen sind, wieder steil bergab. Das war dann auch der Moment wo ich meine Wanderstöcke ausgepackt habe, um meinen müden Beinen etwas mehr Halt zu geben. Nach 6 Stunden und 31 Minuten waren wir vollkommen erschöpft wieder am Parkplatz angekommen und haben uns auf den Nachhauseweg gemacht.

Auch wenn die Tour nur knapp 8 Kilometer lang und 900 Höhenmeter hoch ist, war das mit Abstand die anstrengendste Tour die wir bisher gemacht haben. Und in der Rinne vom Buchstein hatte ich auch echt Bammel um den 14-Jährigen, der das aber alles mit Bravour gemeistert hat und ab jetzt noch viel öfter Klettern gehen will.

Übervolle Kinderstube

Ich habe hier schon länger nicht mehr dokumentiert, wie sich meine Aquarien entwickelt haben. Das große Wohnzimmeraquarium ist super stabil und, abgesehen von den wöchentlichen Wasserwechseln, auch sehr pflegeleicht. Ich wollte schon länger mal aufschreiben, wie das Becken genau betrieben wird, aber heute soll es um mein zweites Aquarium gehen.

Das zweite Aquarium steht in meinem Home-Office und beherbergt sogenannte Schneckenbuntbarsche (Neolamprologus multifasciatus). Die sind wirklich sehr putzig zu beobachten, weil sie, wie ihr Name schon verrät, in Schneckenhäusern leben und Kolonien bilden. Dabei wird viel Sand von links nach rechts und danach wieder zurück bewegt, damit die Schneckenhäuser auch wirklich alle richtig liegen. Und richtig ist scheinbar für die kleinen Fischlein aus dem Tanganjikasee jeden Tag ein bisschen anders. Also dieses Becken ist quasi immer Action.

In den Osterferien habe ich mit dem 14-jährigen Zimmer getauscht. Das heißt, er wohnt jetzt im Keller und ich im kuschlig warmen Obergeschoss. So ein Umzug ist ja immer irgendwie anstrengend, aber ein Umzug mit Aquarium ist nochmal eine andere Hausnummer. Und in diesem Fall war es ja nur eine 100 Liter-Pfütze, die über mehrere Etagen bewegt werden musste. Mir graust es vor dem Moment, an dem ich mal die 700 Liter im Wohnzimmer bewegen muss.

Wie dem auch sei, der Umzug liegt seit ein paar Wochen hinter uns, und die Schneckenbuntbarsche machen mittlerweile wieder das, was sie am besten können: Sie kümmern sich um die sehr produktive Erhaltung ihrer Art. In dem kurzen Video von heute sieht man, das es quasi überall nur so wimmelt. Ich glaube, ich kann demnächst mal wieder einen Teil der Kolonie abgeben.