Gänsehautmomente

Die vermutlich anstrengendsten 3 Wochen seit Jahren liegen hinter mir und ich merke wie mein Körper nach einer Pause lechzt und gegen eine vermeintlich anrauschende Erkältung kämpft. Mehr als essen, schlafen und auf der Couch rumgammeln geht gerade echt nicht.

Und während ich da so vor mich hin vegetiere, stolpere ich über das Kraftklub Konzert vom Southside in der Arte Mediathek und plötzlich blitzt und vibriert alles. Für 90 Minuten ist da nur noch pure Energie und ganz viel Gänsehaut. Die beste Live-Band Deutschlands liefert zuverlässig ab.

30 Jahre

30 Jahre sind eine ziemlich lange Zeit, da braucht man nicht drumherum reden. Aus der Perspektive eines 20-Jährigen, ist schwer vorstellbar, wie das Leben mit 50 sein wird. Umgedreht, also in der Rückschau, ist es etwas leichter, weil man diese 30 Jahre ja selbst erlebt hat, auch wenn man sich nur noch an Bruchstücke erinnert.

Letztes Wochenende gab es eine Chance, in der alten Heimat, mal wieder ein paar Bruchstücke mit der Hilfe von einigen anderen Menschen, zu einem etwas größeren Bruchstück zusammenzusetzen. Anlass dafür war das Ende der Realschulzeit, vor eben jenen 30 Jahren.

Zu diesem besonderen Anlass hatten wir sogar die Möglichkeit, unsere Schule nochmal zu besichtigen. Um aus dem Schulbesuch ein ganzheitliches Erlebnis zu machen, habe ich beschlossen nochmal meinen alten Schulweg abzugehen. Irgendwie hat diese Ecke von Gotha keine so gute Entwicklung genommen. Alles war noch etwas mehr heruntergekommen, wie ich es in Erinnerung hatte. Etwas erstaunt war ich, dass das Lotto-Stübchen, in dem ich mit 16 meine ersten Silvester-Einkäufe erledigt habe, quasi nur eine Garage war.

Schmale Straße in Gotha mit alten Wohnhäusern, Gehweg, Grünfläche und einem weißen Transporter unter blauem Himmel

Vernageltes Hoftor neben einer grauen Hausfassade mit beschädigten Fenstern, Graffiti und überwuchertem Randstreifen unter blauem Himmel

Ehemaliges Lotto-Stübchen an einer grauen Hausecke mit Metalltor, blauem Gitterfenster und Bild-der-Frau- sowie Lotto-Toto-Schildern.

Fahrrad vor einem Hauseingang mit bröckelnder Fassade und Schaufenster; im Hintergrund Straße und Müllfahrzeug.

Backsteinfassade eines alten Gebäudes mit zugemauerten Fenstern, Hauseingängen, Satellitenschüsseln und gepflastertem Hof bei Sonnenschein

Die Schule selbst, hat sich in den 30 Jahren gar nicht so stark verändert. Nach den ersten nostalgischen Gefühlen, war ich ehrlicherweise erschrocken, und unter welchen Umständen Lernen im Jahr 2026 stattfinden muss.

Innenhof einer Schule mit beigefarbenen Gebäudefassaden, vielen Fenstern, Eingangstreppe und leerer Asphaltfläche.

Alter Rippenheizkörper vor einer Wand aus Glasbausteinen und schmalen Oberlichtfenstern in einem Schulgebäude

Geöffnetes Klassenzimmerfenster mit Blick auf Schulgebäude, Fensterbank mit Pflanzen und Heizkörper davor

Wand in einem Klassenraum mit Street-Art-Bildern und Sprüchen, darunter Regale mit beschrifteten Materialboxen und ein Tisch mit aufgeschlagenen Mappen

Alter Overheadprojektor auf einem Schultisch, daneben Hefte und Stifte in einem Klassenraum.

Klassenzimmer mit Reihen aus grünen Tischen und braunen Stühlen, grüner Tafel, Flipchart und großen Fenstern mit Blick ins Grüne

Treppenhaus mit Glasbausteinwand, braun gestrichenen Wänden, schwarzem Geländer und Steinfußboden

Der Abend ist dann in der nahegelegenen Kneipe ausgeklungen, in der wir uns auch früher schon die Beine in den Bauch gestanden haben. Nur das es diesmal Tische mit Tischdecken und Sitzplätze gab. Das hat sich irgendwie falsch angefühlt, war aber scheinbar dem Anlass angemessen. Ein paar ehemalige Lehrer sind dann auch dort eingetrudelt und haben zur Vervollständigung der Eingangs erwähnten Bruchstücke beigetragen.

Dank meiner Kunstlehrerin konnte ich jetzt auch wieder zusammen puzzeln, warum ich in meiner Kunstprüfung mit einer lebenden Maus konfrontiert wurde: Ihrer Erzählung nach, bin ich wohl nicht pünktlich zur mündlichen Prüfung erschienen und sie haben mich Zuhause angerufen und mir gesagt, das ich schleunigst auftauchen soll. Am gleichen Tag hat wohl ein Schüler eine weiße Maus mit in die Schule gebracht, die dann eingefangen wurde und mir, quasi als kleiner Streich in meiner Prüfung mit der Aufgabe “gestalte diese Maus künstlerisch” präsentiert wurde. Ich muss wohl ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut haben, aber wir haben uns dann alle damals und auch heute wieder köstlich über diese Geschichte amüsiert.

Danach hat mir meine Kunstlehrerin ein Bild überreicht, das ich in der 9. Klasse gemalt habe und das sie wohl seitdem aufgehoben hat und nun wieder in meinen Besitz übergeben wollte. Das war der Moment wo ich ein paar Tränchen in den Augen hatte.

Zuckertüte mit Glückwunschkarte, Tastatur und Schülerzeichnung auf einem Tisch; darunter ein Blatt zum 30. Klassentreffen am 26. September 2026

Nur eine Frau

Rotes Filmplakat zu „Nur eine Frau“ mit Nahaufnahme einer jungen Frau, Darstellernamen oben und dem Hinweis „Nach einer wahren Geschichte“.

Mir war vorher klar dass Nur eine Frau kein leichter Film sein wird. Wie auch, wenn eine junge Frau und Mutter sterben muss, weil sie die vermeintliche Ehre ihrer Familie verletzt hat, nur weil sie ein freies und selbstbestimmtes Leben leben wollte.

Fast Charlie

Filmplakat zu Fast Charlie mit Pierce Brosnan, der mit Sonnenbrille neben einem Auto vor einer hellblauen Landschaft steht.

Die letzten 2 Wochen waren so anstrengend, das ich nichts gelesen, gehört oder gesehen habe. Gestern Abend war mir dann nach einem Film, den man auch ohne eingeschaltetes Gehirn anschauen kann. Das war zumindest meine Erwartung, als meine Wahl auf Fast Charlie gefallen ist und die wurde auch genauso erfüllt.

Die Geschichte selbst ist einigermaßen überschaubar: Auftragskiller, Mafia, Rache, ein paar Tote und natürlich Dinge, die nicht so laufen wie geplant. Der Plot ist überraschend unüberaschend. Aber der Film versucht auch gar nicht mehr oder besonders komplex zu sein.

Unlocking Obsidian

Hände bearbeiten einen schwarzen Obsidianstein mit einem rotierenden Schleifwerkzeug.
Foto: Steven Qian, Unsplash

Ich habe schon viele über Obsidian in den unterschiedlichsten Kontexten schwärmen hören und dennoch bisher nie das Verlangen verspürt, mir dieses Stück Software auch nur mal anzuschauen. Es erschien mir bisher immer viel zu komplex, für meine eigentlich banalen Anforderungen.

Die letzten Tage habe ich nun sehr viel Zeit damit verbracht, Obsidian zu verstehen und kratze vermutlich noch immer nur an der Oberfläche. Auslöser war die Idee, Obsidian als Markdown-Editor mit einem Git-basierten Vault zum Schreiben und Publishen von Artikeln für dieses Blog zu verwenden. Das funktioniert bereits ganz hervorragend und ersetzt bereits den bisher selbst gepflegten Blog-Admin vollständig.

Darüber hinaus habe ich weitere für mich spannende Anwendungsszenarien entdeckt, die ich aktuell, Stück für Stück umsetze:

  • iCloud-Vault als volltextsuchfähiger Speicher für den Papierkram, der eine bisher gepflegte iCloud-Ordnerstruktur ersetzt, in dem die Dokumente (noch) liegen. Vorteil ist die integrierte Suche und das man direkt bei den gescannten Dokumenten auch zusätzliche Informationen ablegen kann. Das Konzept steht und funktioniert grundsätzlich, muss aber noch beweisen das es auch mit einigen hundert Dokumenten und als mit meiner Frau geteilter Vault funktioniert.
  • Noch nicht begonnen:
    • Private Notizen aus Apple Notes migrieren.
    • Rezepte aus Mela übernehmen.

Heimschläfer

Von Zeit zu Zeit, gönnen wir uns ein paar Tage in einem guten Hotel und genießen die Zeit, in der man einfach mal nichts müssen muss. Dieses Mal waren wir in Reit im Winkl, was eine gute Chance war, mal die Klausenbach-Klamm zu erkunden.

Schmaler Waldpfad unter einer überhängenden Felswand mit dichtem grünem Laubwald.

Steiniger Bachlauf im dichten grünen Wald mit moosbewachsenen Felsen und umgestürzten Baumstämmen

Bemalter Stein mit der Aufschrift „Papa, ich habe dich von der Klammwand hierher geschubst“ und rotem Herz auf moosigem Felsen neben einem Wasserfall

Wasserfall in einer bewaldeten Felsklamm mit moosbewachsenen Steinen, Holzgeländern und flachem Bachbett.

Metallsteg mit Holzgeländer entlang eines Wasserfalls in einer bewaldeten, moosbewachsenen Felsklamm.

Ich wäre ja gern noch etwas mehr gewandert, aber der Fokus lag ausdrücklich auf dem Nichtstun. Und Wandern zählt, wie die bessere Hälfte mahnend anmerkte, offenbar nicht dazu. Auch wenn ich weiterhin behaupten würde, dass Umherlaufen in der Natur für mich eine ziemlich überzeugende Form des Nichtstuns ist.

Also haben wir ich mich zusammengerissen und entspannt. Das Hotel machte es einem auch nicht besonders schwer … perfekter Spa-Bereich, extrem gute Küche, schöne Lage, freundliches Personal. Eigentlich alles bestens.

Gut Steinbach im alpinen Stil mit Holzbalkonen und Sonnenterrasse, davor Kiesfläche, Felsen und eine gebogene Holzskulptur bei blauem Himmel.

Alpine Holzfassade vom Gut Steinbach mit Blumenkästen und Balkonen vor blauem Himmel.

Blick vom Bett durch ein Fenster im Spa-Bereich vom Gut Steinbach mit sichtbaren Füßen auf Wiesen, Häuser und bewaldete Hügel bei bewölktem Himmel.

Gemütlicher Tisch in einer holzvertäfelten Hotelstube mit roten Polsterbänken, Holzstühlen, gedeckten Gläsern und Blick durch Fenster ins Grüne im Gut Steinbach

Garten vom Gut Steinbach mit Apfelbaum, runden Steintischen, Bank und Holzliege vor alpinen Gebäuden bei Sonnenschein

Nur über die Betten oder vielleicht auch meinen Schlafspleen müssen wir dringend reden. Ich konnte ja noch nie besonders gut in fremden Betten schlafen. Und ich habe das Gefühl, je älter ich werde, desto schlimmer wird es.

Wenn ich unterwegs bin, habe ich auf jeden Fall immer eine Schlafbrille und Ohropax1 dabei. Und wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, meistens auch mein eigenes Kissen. Dieses Mal hatte ich zum ersten Mal das Bedürfnis, zukünftig auch meine Decke und meine Matratze mitzunehmen.

Ich weiß nicht, was andere Menschen so brauchen, um am nächsten Morgen erholt aufzuwachen, oder ob ich einfach nur komplett versaut bin. Vielleicht fahre ich besser einfach nicht mehr weg. Oder wenn, dann nur noch mit einem Camper, mit meinem eigenen Bett auf dem Hotelparkplatz, wie so ein Heimschläfer.

Fußnoten

  1. Ohropax verwende ich auch Zuhause grundsätzlich, aber das ist eine andere Geschichte. ↑

Moonlight

Filmplakat zu Moonlight mit dreigeteiltem Porträt eines schwarzen Mannes in türkis-violettem Licht und leuchtendem Filmtitel am unteren Rand

Ich bin heute zufällig über Moonlight gestolpert und habe meine Frau überzeugt, das wir den gemeinsam schauen. Der Film stand schon eine Weile auf meiner Watchlist. Genau genommen pflege ich gar keine solche Liste, sondern hab mir das Filmcover eingeprägt, als mal irgendwer den Film als besonders sehenswert erwähnt hat.

Während wir ihn schauen, beschleicht mich allerdings immer wieder das unterschwellige Gefühl, ihn schon einmal gesehen zu haben. Ganz subtil, nie deutlich genug, um mir wirklich sicher zu sein. Also schauen wir weiter. Meine Frau ist ziemlich begeistert, ich finde ihn ebenfalls ganz gut, während mein Kopf nebenbei die ganze Zeit versucht herauszufinden, warum mir so vieles daran bekannt vorkommt.

Jetzt tippe ich diese Zeilen und bin mir mittlerweile ziemlich sicher, das derjenige der diesen Film als sehenswert empfohlen hat, ich selbst war. Nur habe ich ganz offensichtlich vergessen es aufzuschreiben. Und genau das hole ich hiermit nach.

Christian hat in seinen Filmkritiken immer ein Warum sehenswert?, das ich sehr schätze und ab sofort auch übernehme (auch wenn ich es wohl etwas knapper halten werde).

Bäume im Herbst

Baumgruppe mit herbstlich gefärbtem Laub neben einem Feldweg in weiter Wiesenlandschaft unter grauem Himmel

“Bäume im Herbst” ist ein ziemlich guter #Fotovorschlag, um mal wieder meine Lieblingsbaumgruppe zu zeigen, an der ich leider nur auf einer ziemlich erweiterten Spaziergangsrunde vorbeikomme.

Helden der Wahrscheinlichkeit

Filmplakat zu „Helden der Wahrscheinlichkeit“ mit fünf Figuren vor hellem Hintergrund, rotem Titeltext und Zitaten; ein Mann hält eine Waffe.

Helden der Wahrscheinlichkeit1 ist eine rabenschwarze dänische Action-Komödie über ein paar Außenseiter, die alle auf ihre eigene Art einen Schlag weg haben und gemeinsam auf einen blutigen Rachefeldzug gegen eine Rockerbande ziehen.

Dabei wechselt der Film rasend schnell zwischen Trauer und philosophischen Fragen über Verlust und Zufall, unbändiger Härte, kompletter Ablehnung der eigenen Verletzlichkeit und schließlich blinder Rache. Garniert wird das Ganze mit bitterbösen Dialogen und jeder Menge Situationskomik. Ehrlicherweise wusste ich oft nicht, an welchen Stellen Lachen angebracht ist und an welchen nicht. Genau diese merkwürdige Unklarheit und einige der im Film geäußerten Sichtweisen haben mich am Ende dann doch noch eine Weile beschäftigt, um nicht zu sagen genudged, auch mal wieder die eigene Perspektive zu hinterfragen.

Fazit: Kann man wirklich gut schauen und sich dabei bestens unterhalten fühlen. Und man muss da auch wirklich kein Drama draus machen, wie ich es gerade mache ;)

Fußnoten

  1. Schon lange keinen mehr so unpassend ins Deutsche übersetzten Filmtitel gesehen. Im Original heißt der Film “Riders of Justice”, was nicht nur näher am Plot ist, sondern auch darauf verzichtet vermeintliche Helden zu benennen, die es in diesem Film gar nicht gibt. ↑

Taubenstein, Rauhkopf und Aiplspitz

Nach so vielen Stunden im Auto und Tagen ohne relevante Höhenmeter unter den Sohlen musste ich dringend wieder in die Berge. Das Wetter versprach einen guten Tag, also habe ich die vor Kurzem abgebrochene Tour zum Taubenstein (1.692m) nachgeholt. Diesmal war allein unterwegs, der 15-Jährige wollte wohl mal wieder im eigenen Bett ausschlafen.

Anders als gewohnt habe ich ebenfalls ausgeschlafen und war erst deutlich nach 10 Uhr an der Talstation der Taubensteinbergbahn angekommen. Wenig verwunderlich begegneten mir da schon die ersten, die bereits wieder beim Abstieg waren.

Nach dem ersten schweißtreibenden Aufstieg, habe ich mich rechts gehalten und bin in Richtung der kleinen Kapelle gegangen. Von dort ging es dann auf sichtlich wenig begangenen Pfaden durch ein kleines Waldstück.

Weidezaun über einem Schotterweg, daneben Warnschild „Weideschranke durch Schaltmagnet“; Kühe auf einer Almwiese vor Wald und Bergen.

Steiniger Wanderpfad durch lichten Bergwald mit umgestürztem Baum und Blick auf bewaldete Hänge unter blauem Himmel

Schild „Fussspur“ mit Pfeil nach links an einem schmalen Waldpfad zwischen Fichten

Am Ende des Waldes zeigte sich zum ersten Mal der Taubenstein. Bis zum Gipfel lag allerdings noch ein ziemlich steiler Anstieg in der inzwischen kräftigen Mittagssonne vor mir.

Schmaler Steinpfad über eine Almwiese zum bewaldeten felsigen Taubenstein unter blauem Himmel mit Seilbahn und Stromleitungen.

Gelbe Gondel der Taubensteinbahn über Almwiesen und bewaldeten Berghängen vor felsigen Gipfeln unter bewölktem Himmel

Zum Gipfel selbst war noch eine kurze, eher harmlose Klettereinlage (mit Seilsicherung) nötig. Oben wartete dafür ein fantastischer Blick.

Steiler felsiger Bergpfad mit roten Markierungen zwischen schroffen Kalkfelsen und Graspolstern unter blau bewölktem Himmel

Gipfelkreuz auf felsigem Berggrat vor weitem Alpenpanorama unter blauem, leicht bewölktem Himmel

Auf dem Taubensteingipfel hatte ich dann die fixe Idee, ganz spontan auch noch die Aiplspitz (1.759m) mitzunehmen, obwohl sie ursprünglich gar nicht auf meiner geplanten Route lag. Ich wusste, dass der Weg dorthin etwas ausgesetzter war und in meiner App konnte ich auch sehen, das der Weg ab dem Tanzeck (1.702m) als T4 markiert. Aber ich habe mich gut gefühlt, also stand der Plan.

Also ging es wieder runter vom Taubenstein, an der Taubensteinbahn vorbei in Richtung Rauhkopf (1.689m).

Braun-weiße Kuh auf einer Almwiese vor Fichten und Bergpanorama bei blauem Himmel

Bergwanderweg über Almwiesen zur Taubensteinbahn-Bergstation, links ein Felsgipfel und Nadelwald, im Hintergrund Berge unter blauem Himmel mit Wolken

Gipfelkreuz auf felsigem Berggrat mit Blick auf bewaldete Hänge und die Alpen unter blauem, leicht bewölktem Himmel

Vom Rauhkopf aus konnte ich die Aiplspitz schon sehen. Auch wenn es langsam immer bewölkter wurde, das DAV-Bergwetter hatte, wenn überhaupt, nur einen kurzen Schauer und auf keinen Fall Gewitter vorhergesagt. Also ging es weiter, wieder bergauf in Richtung Tanzeck über herrliche Bergwiesen.

Vom Rauhkopf konnte ich die Aiplspitz bereits sehen. Inzwischen zogen zwar immer mehr Wolken auf, laut DAV-Bergwetter war aber höchstens mit einem kurzen Schauer, keinesfalls aber mit Gewitter zu rechnen. Also ging es weiter über herrliche Bergwiesen hinauf Richtung Tanzeck.

Grashang mit Fichten und Weidezaun in den Bergen, links bewaldete Gipfel unter blauem, leicht bewölktem Himmel

Zwei verblühte Silberdisteln zwischen Gras und stacheligen Blättern auf einer Bergwiese

Beim Zurückschauen über den Rauhkopf öffnete sich ein wundervoller Blick auf die Rotwand, die auch schon eine Weile auf meiner Liste schlummert.

Grasiger Berggrat mit schmalem Wanderpfad, felsigen Hängen und bewaldeten Gipfeln unter wolkigem Himmel

Direkt am Tanzeck wartete dann auch die erste Drahtseilsicherung zur Querung einer sehr ausgesetzten Stelle. Ich musste an dieser Stelle kurz überlegen ob und wenn ja wie ich weitergehe und war wirklich sprachlos, wie leichtfüßig andere über solche Stellen gehen können, trotz Absturzgefahr auch ganz ohne Seil. Aber wenn man diese ersten Hürden überwunden hat, wird es danach zum Glück nicht mehr schlimmer.

Felsiger Berggrat mit Drahtseilsicherung und Latschenkiefern unter bewölktem Himmel

Schmaler, felsiger Bergpfad durch Latschenkiefern auf einem Grat, links ein Gipfel mit Kreuz unter leicht bewölktem Himmel

Kurz vor dem Aiplspitz-Gipfel fielen die ersten Tropfen. Auf dem Grat kamen mir dann Wanderer entgegen, die für meinen Geschmack etwas zu aufgeregt von einem bald schon drohenden Gewitter gesprochen haben. Das hat mich dann auch für einen kurzen Moment verunsichert, aber nach einem Blick auf das Wolkenradar war klar, das es gleich aufklaren müsste. Außerdem hatte ich ohnehin bereits 98% des Weges hinter mir und wenn es anfängt zu regnen, musste ich den Kamm so oder so im Regen wieder zurück.

Den Gipfel mitzunehmen, war dann auch die richtige Entscheidung. Es hat nicht geregnet und die Wolken haben sich 15 Minuten später, wie vom DWD prognostiziert, verzogen und die Sonne kam raus.

Gipfelkreuz mit rostigem Gipfelbuchkasten in felsigem Gelände unter bewölktem Himmel

Schmaler felsiger Bergpfad auf einem Grat mit Blick auf bewaldete Gipfel und weite Alpenlandschaft unter bewölktem Himmel

Der Weg zurück hat mich dann auf einem nicht eingezeichneten Weg zur Schönfeldhütte geführt. Dort bin ich letztes Jahr im Herbst schon mal vorbeigekommen und wäre wahnsinnig gern eingekehrt, wollte aber das Risiko nicht eingehen im Dunkeln absteigen zu müssen.

Almwiese mit kleinem Holzhaus, abgestorbenen Ästen und Blick auf bewaldete Bergrücken und felsige Gipfel unter blauem Himmel

Aber heute hatte ich Zeit und vor allem Hunger. Also habe ich mir Rote Beete- und Spinatknödel gegönnt. Oh Boy, war das lecker. Ohne Übertreibung, das beste was ich bisher auf einer Hütte gegessen habe.

Teller mit zwei Knödeln in Buttersoße, garniert mit Frühlingszwiebeln, Kräutern und Kirschtomaten, daneben eine Bierflasche auf dem Tisch

So gut gestärkt und mit dem Spitzingsee in Blick konnte es dann an den finalen Abstieg gehen.

Blick von einer Almwiese mit Weg auf bewaldete Berge und einen See im Tal bei sonnigem Wetter

Am Ende standen etwas mehr als 11 Kilometer und 906 Höhenmeter auf der Uhr. Mit Pausen war ich gut 5 Stunden unterwegs. Würde ich jederzeit wieder machen und kann ich genauso empfehlen.

Tour

Tourdaten werden bei Annäherung geladen …

Rückreisetag

Nach 11 Stunden im Auto hatte ich keine Energie mehr, den gestrigen Rückreisetag zu dokumentieren, was ich hiermit kurz nachhole.

Die Woche an der Ostsee war ereignisreich aber eben vorbei und deshalb ging es gegen 8 Uhr los. Auf der Rückfahrt hat uns das Navigationssystem zu meiner Überraschung mitten durch Berlin gelotst, sogar mit einem Ladestopp am Alexanderplatz. Das war eigentlich sehr willkommen, weil wir mal zumindest 2 Highlights und pünktlich zur Mittagszeit eine Currywurst mitnehmen konnten.

Alexanderplatz in Berlin mit Weltzeituhr, Fernsehturm, Bahnhof und Passanten auf dem Platz

U-Bahn-Eingang am Alexanderplatz in Berlin mit blauem U-Schild zwischen Hochhäusern und Baustelle Brandenburger Tor in Berlin von unten fotografiert, mit Quadriga, hohen Säulen und Passanten unter bewölktem Himmel

Relaxtag

Heute war das Wetter gleich noch viel schietiger als gestern, was vollkommen unverfrorenes Ausschlafen ganz ohne irgendein schlechtes Gewissen erlaubt hat.

Endlich konnte ich die ganzen Magazine auslesen, die ich genau für so einen Tag eingepackt hatte. Als es am späten Nachmittag dann doch noch aufgeklart hat, sind wir noch mal an den Strand, frische Luft schnappen.

Holzschaukel an einem großen Baum über sandigem Strand, dahinter die Ostsee vei Lubmin mit Wellen und Felsen.

Wellen brechen an einem steinigen Strand unter wolkigem Himmel an der Ostsee bei Lubmin.

Zwei Personen stehen im flachen Wasser der Ostsee nahe einem steinigen Strand bei blauem Himmel mit Wolken.

Nebenbei habe ich auch noch ein paar Brocken Bernstein gefunden (die beiden helleren könnten auch Kieselsteine sein, kann ich aber gerade nicht sinnvoll testen).

Vier kleine Bernstein- und Kieselsteinbrocken auf einer Handfläche.