Fischundsotag

Heute war durch und durch Schietwetter angesagt, dem wir im Ozeaneum in Stralsund entkommen wollten. Wenig überraschend, waren wir nicht die Einzigen mit diesem grandiosen Plan. Um der sich durch den Regen schlängelnden Warteschlange zu entgehen, haben wir spontan Online-Tickets gekauft und die Zeit bis zum Eintrittszeitfenster mit einer Portion Fish & Chips und einem etwas feuchten Spaziergang durch den Hafen verbracht.

Fish and Chips mit Remoulade und Zitronenscheibe in den Händen, draußen an einem regennassen Tisch im Hafen von Stralsund.

Heck eines weißen Segelschiffs mit dem Namen „Gorch Fock“ im Hafen von Stralsund bei grauem Himmel

Ich bin ja ausgesprochener Fan von Meeresaquarien, aber das war mir heute in Stralsund ehrlicherweise zu voll und vor 10 Jahren fand ich das irgendwie auch beeindruckender. Vielleicht lag es aber auch nur daran, das ich mittlerweile andere Maßstäbe gesehen habe.

Mehrere orange und silbrige Fische schwimmen in einem bunt beleuchteten Aquarium im Ozeaneum von Stralsund.

Schwarm silbriger Fische in einem dunkelblau beleuchteten Aquarium im Ozeaneum Stralsund

Dicht wachsende rosafarbene Weichkorallen in einem blau-violett beleuchteten Aquarium im Ozeaneum Stralsund

Osttag

Die Jugend wollte ins DDR-Museum, vermutlich ist die Simson-Liebe noch nicht ganz abgeklungen. Also ging es in den östlichsten Zipfel der Republik. Auf dem Weg dorthin wurde mir dann das eigentliche Ziel präsentiert, der „Polen-Markt“ bei Swinemünde.

Im DDR-Museum hatte ich dann einige Flashbacks aus längst vergangenen Zeiten, die zum Glück hinter uns liegen. Aber dennoch faszinierend mit eigenen Augen beispielsweise den Fön oder das Badespielzeug aus der Kindheit zu sehen.

Vom Polen-Markt habe ich nicht viel erwartet, aber immerhin ein gutes Schaschlik vom Holzkohlegrill bekommen. Hauptsache die Jugendlichen hatten Spaß, wie vereinbart ausschließlich von ihrem eigenen Geld.

Fußpeelingtag

Heute zur Abwechslung mal ausgeschlafen und später, nachdem es endlich aufgeklart ist, auf der Suche nach Bernstein ein paar Stunden den Strand auf- und abgegangen. Ein paar Bröckchen vom Ostseegold und jede Menge Donnerkeile gefunden. Und den Teufelsstein erkundet.

Museumstag

Die Wettervorhersage sprach heute nicht für den Strand. Also ging es ab ins Museum, das Historisch-Technische Museum in Peenemünde genauer gesagt.

Das Museum stand eigentlich schon vor 10 Jahren auf dem Programm, als wir das letzte Mal in der Ecke waren. Aber die Kinder waren damals noch zu klein als das man so einen Besuch auch nur ansatzweise sinnvoll hätte nutzen können.

In Peenemünde kann man die Geschichte der gleichnamigen Heeresversuchsanstalt nachvollziehen, die an hier zusammen mit der Erprobungsstelle der Luftwaffe im zweiten Weltkrieg Raketen und andere Flugkörper entwickelt haben. Das ist also insbesondere die Geschichte vom Aggregat 4, das im Volksmund auch Vergeltungswaffe 2 (V2) genannt und von Wernher von Braun.

Kein leichtes Thema, auch weil natürlich die tödlichen Folgen der Waffen und auch Produktion in Mittelbau-Dora thematisiert werden. Interessierte können hier locker 3-4 Stunden in sämtliche Details abtauchen.

Auch das Kohlekraftwerk, das vor allem für die energieintensive Produktion von flüssigem Sauerstoff verwendet wurde, den die V2 mit einem Ethanol-Wasser-Gemisch als Treibstoff verbrannt hat, kann man besichtigen. Alles sehr beeindruckend.

Alles hier ist super spannend aufbereitet. Man lernt wirklich sehr viele Details, die zumindest ich schon längst wieder vergessen hatte.

Historische rot-beige Elektrolokomotive auf Museumsgleis, dahinter eine V2-Rakete auf dem Gelände des Historisch-Technischen Museums Peenemünde.

Gleise führen über eine Wiese zum ehemaligen Kohlekraftwerk des Historisch-Technischen Museums Peenemünde mit Schornsteinen und Förderband.

Gestapelte alte Koffer und ein Weidenkorb in einer Museumsausstellung zur „Siedlung“, im Hintergrund eine historische Schwarzweißaufnahme von Menschen am Wasser

Historisches Schalttableau mit großem Hebel, Spannungsangaben und Schaltplan vor einer Ziegelwand im Museum

Industrieflur im ehemaligen Kraftwerk mit Rohrleitungen, Messuhren, Backsteinboden und alter Förderanlage.

Rostige Förderbandanlage und Stahlkonstruktion des ehemaligen Kohlekraftwerks Peenemünde unter bewölktem Himmel

Backsteinbau des ehemaligen Kohlekraftwerks Peenemünde mit Schornsteinen, Förderbrücke und Wiese im Vordergrund unter wolkigem Himmel

Bevor es zurückging, wollten die jungen Herren noch das in Peenemünde ausgestellte U-Boot U-461 von innen sehen. Nachdem es gerade zu regnen angefangen hat, sind wir also schnell unter Deck gegangen und haben uns durch die engen Gänge gequält.

Für den vergleichbaren Eintritt wird hier deutlich weniger geboten. Es gibt fast keine Erklärungen und Einordnungen des Gesehenem. Im Museumsshop kann man aber bei einem netten Schnack noch ein paar Infos abstauben.

Immerhin habe ich jetzt mein erstes U-Boot von innen gesehen und dann auch noch gleich dem größten jemals gebauten konventionellen Unterwasser-Raketenkreuzer. Kann man mitnehmen, wenn man schon hier ist.

Matrosenfigur sitzt in einem engen U-Boot-Innenraum zwischen Liege, Leitungen, Armaturen und runden Anzeigen.

Graues U-Boot U461 als Museumsschiff am Kai unter blauem Himmel

U-Boot U-461 im Hafen von Peenemünde vor blauem Himmel

Wir wollten eigentlich noch das Raketenschiff Hans Beimler anschauen, aber dafür hat dann leider die Zeit gefehlt.

Strandtag

Ein Stück eines Strandkorbes mit der Nummer 158 vor einem strahlend blauen Himmel mit weißen Wolken.

Heute nichts gemacht außer rumgelegen, gelesen, ab und an geschlummert oder mit den Füßen im Wasser gestanden. Ich bin jetzt sehr erschöpft.

Blumen für Algernon

Buchcover von „Blumen für Algernon“

Blumen für Algernon aus dem Jahr 1966 schlummerte schon eine ganze Weile auf meiner Leseliste. Der Roman erzählt von Charlie Gordon, einem geistig beeinträchtigten Mann, der sich im Rahmen eines Forschungsprojekts einer Operation unterzieht, die seine Intelligenz innerhalb kürzester Zeit enorm steigert.

Die Geschichte klingt spannend und entfaltet am Anfang auch einen gewissen Sog, der vor allem entsteht, weil der Roman über sogenannte Fortschrittsberichte erzählt wird, die Charlie selbst schreibt. Am Anfang sehr unbeholfen, vor Fehlern strotzend, und später immer eloquenter. Das funktioniert erstaunlich gut, auch wenn mir die späteren stellenweise zu gewollt komplex rüberkommen.

Die Rückblenden des dann super-intelligenten Charlie in sein früheres Leben und das Leid das ihm andere Menschen angetan haben, waren mir ehrlicherweise zu Schablonenhaft, genauso wie eigentlich alle anderen Akteure im Buch.

Der Roman wurde damals mit Preisen überhäuft und später auch einige Male verfilmt. Für mich kein klassischer Pageturner und bei den vielen Ebenen und moralischen Zeigefingern würde ich mich nicht wundern wenn das Buch in einigen Lehrplänen steht.

Anreisetag

Geöffnete Glasschiebetüren führen von einem Hausboot mit Kamin auf eine Holzterrasse mit Tisch und Stühlen bei Sonnenuntergang mit Blick auf die Ostsee.

6 Bundesländer, 11,5 Stunden Fahrt, endlich angekommen. Endlich Urlaub!

Aufräumarbeiten

Im Juli habe ich meine Webseite derart umgebaut, dass Besucher zunächst auf einer neuen Startseite landeten, die wie eine Art Profil alles zusammenführen sollte, was ich auf unterschiedlichen Plattformen so treibe.

Die Idee, meine verteilten Profile und Aktivitäten an einer Stelle zu aggregieren, war grundsätzlich nicht verkehrt. Das Ergebnis war allerdings ziemlich umständlich und nachdem ich mich einmal ernsthaft in die Perspektive eines Besuchers versetzt hatte, vor allem verwirrend. Es gab zwar mehr zu sehen, aber nicht unbedingt mehr zu verstehen.

Also habe ich das Ganze wieder weggeräumt und bin zurück zu einem eher klassischen Aufbau mit statischen Seiten, die etwas über mich und meine Projekte erzählen. Und weil ich schon dabei war, habe ich meinem Blog auch gleich einen neuen Anstrich gegeben. Das bedeutet vor allem, dass ich auf eine serifenlose Schrift umgestellt1 und das visuelle Beiwerk abermals verschlankt habe. Alles wirkt jetzt moderner und aufgeräumter und ich bin gerade sehr glücklich damit.

Ich hatte Anfang des Jahres schon einmal darüber geschrieben, dass ich überfrachtete Webseiten nicht besonders mag. Trotzdem ist natürlich auch bei mir die Versuchung groß, ständig irgendetwas Neues anzubauen. Inspiration gibt es genug und es macht schließlich auch Spaß, am eigenen digitalen Zuhause zu bauen.

Aber wenn man ehrlich ist, braucht man das meiste davon am Ende nicht, weder als Webseitenbetreiber noch als Besucher. Der Leitgedanke dieses Updates war deshalb mal wieder weniger ist mehr.

  1. Ich habe mich für DM Sans entschieden. Sehr modern, minimalistisch und dennoch gut lesbar.

Etwas mehr Gelassenheit bitte

Es liegt in der Natur des Menschen, sich aufzuregen. Die allermeisten machen das von Zeit zu Zeit. Das befreit das Gemüt und kann erstaunlich viel Energie freisetzen. Denn wer sich aufregt, dem ist etwas zumindest nicht egal. Er will, dass etwas anders ist, hat nur vielleicht noch keinen Weg gefunden, diese Energie sinnvoll zu nutzen.

Eine deutlich weniger produktive Art, mit dem eigenen Unbehagen umzugehen, ist die Abwertung anderer. Problematisch wird es für mich dort, wo aus einer anderen Sichtweise gleich der Schluss gezogen wird, das Gegenüber habe es einfach nicht verstanden. Man erhebt sich über ihre Handlungen, Sichtweisen und Aussagen und vermittelt ihnen aus der eigenen Überheblichkeit heraus, häufig passiv-aggressiv, das Gefühl, sie seien dumm.

Am deutlichsten wird das immer dann, wenn Menschen Dinge anders sehen oder anders machen als man selbst. Statt mit etwas Gelassenheit auszuhalten, dass andere Menschen die Welt nun einmal anders betrachten, muss jede abweichende Meinung widerlegt und jede Entscheidung kommentiert werden. Schließlich gilt es, die vermeintlich Dummen zu erhellen und auf den Weg der Tugend zu führen.

Komm, stell dich nicht so an! Du bist doch nicht dumm! Du musst doch einsehen, dass du falsch liegst?

Und ja, natürlich braucht es Debatten. Widerspruch ist wichtig. Aber Widerspruch und Belehrung sind eben nicht dasselbe. Eine Debatte lässt zumindest die Möglichkeit offen, dass auch die andere Seite einen Punkt haben könnte. Wer dagegen schon vorher weiß, dass das Gegenüber das Thema einfach nicht verstanden hat, führt eigentlich keine Debatte mehr.

Manchmal habe ich das Gefühl, etwas mehr Gelassenheit, würde uns allen gut tun.

Handskizze zweier Einflusskreise: innen „MEINER“ mit Entscheidungen, Verhalten, Reaktionen und Aufmerksamkeit; außen „alles andere“ mit Politik, Kriege, Klimakrise, Social Media, böse KI, Nachbarn und Denken anderer. Zwei Pfeile markieren: „Das kann ich beeinflussen, mein Hebel“ und „Alles weitere, worüber ich mich aufrege aber kaum beeinflussen kann“.

Und nein, das bedeutet nicht, dass mir Dinge egal sein müssen, nur weil ich sie nicht unmittelbar beeinflussen kann. Und es bedeutet schon gar nicht, dass jede Meinung irgendwie gleich richtig ist. Aber ich muss auch nicht jede Meinung korrigieren, jede Entscheidung kommentieren und schon gar nicht jeden Menschen überzeugen.

Eddington

Filmplakat zu „Eddington“: Mehrere Figuren vor einem orangefarbenen Wüstenhimmel, darunter ein bärtiger Mann mit Cowboyhut und Brille, ein Mann mit Schnurrbart und eine rothaarige Frau. Im Vordergrund läuft ein bewaffneter Sheriff vor einer roten Sonne; darunter steht der Filmtitel „EDDINGTON“ in großen roten Western-Lettern.

Nachdem ich Americana gesehen habe, hat mir der Algorithmus mit Eddington den nächsten Neo-Western vorgeschlagen, den ich dann auch prompt gesehen habe.

Was ist das bitte für ein wilder Ritt? Lange plätschert die Story rund um den Machtkampf zwischen dem ortsansässigen Sheriff und dem Bürgermeister in einer verschlafenen Kleinstadt in New Mexico mitten in der Covid-19-Pandemie nur so vor sich hin. Mehr als einmal war ich geneigt abzuschalten, aber im letzten Drittel dreht die Geschichte plötzlich komplett auf und endet in einem echt irren Finale. Schöne Feierabendunterhaltung, die man nicht anschauen sollte, wenn man danach ruhig schlafen will.

Poker Face, Staffel 2

Poster zur Serie Poker Face: Eine Frau mit roten Locken steht vor einem blauen Auto, dahinter eine gelb-türkise Collage mit mehreren Gesichtern. Oben steht der große Titel Poker Face, unten der Streaming-Hinweis zu Peacock.

Nach dem furiosen Ende von Staffel 1 von Poker Face, war ich sehr gespannt wie es weitergeht. Leider waren die ersten 3 Episoden von Staffel 2 ziemlich mau und Episode 4 war so abstrus, dass ich kurz davor war abzuschalten. Aber ich hatte keine wirkliche Alternative und auch wenig Lust in dem unendlichen Angebot etwas Neues zu suchen. Also hab ich einfach weitergeschaut und das hat sich am Ende doch noch gelohnt.

Ab 5. Folge war das Niveau der ersten Staffel wiederhergestellt. Episode 6 ist mein persönliches Highlight, in dem es ausnahmsweise gar keinen Toten gibt. Das Staffelfinale über die Folgen 11 und 12 war dann zur Abwechslung eine zusammenhängende Geschichte und insgesamt ein würdiges Finale mit einem Cliffhanger auf eine hoffentlich baldige Staffel 3.

Bratwürste an den Füßen

Ein paar blau-orange-farbige Socken mit einem Bratwurstmuster liegen auf einem grauen Teppich

Okay, der Titel klingt merkwürdig, aber als ich gerade so im Schrank wühle, um mich für den Volksfestbesuch in der Heimat der anderen Hälfte der Familie anzukleiden1, bin ich über die Bratwurstsocken gestolpert, die ich mir letztes Wochenende im Bratwurstmuseum gegönnt habe. Man ist einfach nie zu alt für ein Souvenir aus dem Museums-Shop und das, so habe ich es beschlossen, ist genau die richtige Fußbekleidung für das Volksfest.

  1. Diesmal aber nur knapp 100 Kilometer entfernt.