Nach so vielen Stunden im Auto und Tagen ohne eine einzige Erhebung wollte ich dringend wieder in die Berge. Zum Glück versprach das Wetter heute einen guten Tag und so habe ich die vor kurzem abgebrochene Tour zum Taubenstein (1.692m) gemacht. Diesmal alleine, weil der 15-Jährige wohl mal wieder im eigenen Bett ausschlafen wollte.
Anders als gewohnt, habe ich ebenfalls ausgeschlafen und bin erst deutlich nach 9 Uhr losgefahren, war demzufolge auch erst am Startort, der Talstation der Taubensteinbergbahn, angekommen, als die ersten schon wieder vom Berg runtergekommen sind.
Nach dem ersten schweißtreibenden Aufstieg, habe ich mich rechts gehalten und bin in Richtung der kleinen Kapelle gegangen. Von dort ging es dann auf sichtlich wenig begangenen Pfaden durch ein kleines Waldstück.



Am Ende des Waldstücks gab es dann den ersten Blick auf den Taubenstein, aber bis zum Gipfel war es noch ein gutes und steiles Stück bergauf, in der nun mehr knalligen Mittagssonne.


Zum Taubensteingipfel selbst war eine kurze und eher harmlose Klettereinlage notwendig um dann den phantastischen Blick genießen zu können.


Auf dem Taubensteingipfel hatte ich dann die fixe Idee, ganz spontan auch noch die Aiplspitz (1.759m) mitzunehmen, auch wenn sie nicht Teil der geplanten Route war. Ich wusste dass der Weg dorthin etwas ausgesetzter war und in meiner App konnte ich auch sehen, das der Weg ab dem Tanzeck (1.702m) als T4 eingezeichnet war. Aber ich habe mich gut gefühlt und hatte Bock auf Berge, also stand der Plan.
Also ging es wieder runter vom Taubenstein, an der Taubensteinbahn vorbei in Richtung Rauhkopf (1.689m).



Vom Rauhkopf aus konnte ich die Aiplspitz schon sehen. Auch wenn es langsam immer bewölkter wurde, das DAV-Bergwetter hatte, wenn überhaupt, nur einen kurzen Schauer und auf keinen Fall Gewitter vorhergesagt. Also ging es weiter, wieder bergauf in Richtung Tanzeck über herrliche Bergwiesen.


Beim Zurückschauen über den Rauhkopf öffnete sich ein wundervoller Blick auf die Rotwand, die auch schon eine Weile auf meiner Liste schlummert.

Am Tanzeck, das man selbst übrigens nicht (über einen gesicherten Weg) besteigen kann, gab es dann auch direkt die erste Seilsicherung, die über einen leichten Schräghang hilft den man sonst nicht passieren kann. Ich musste an dieser Stelle meinen Mut zusammen nehmen und war ganz erstaunt, wie leichtfüßig andere über solche Stellen gehen können, trotz Absturzgefahr auch ganz ohne Seil. Aber wenn man diese ersten Hürden überwunden hat, wird es danach zum Glück nicht mehr schlimmer.


Kurz vor dem Gipfel der Aiplspitz sind die ersten Tropfen gefallen und ein paar Wanderer sind mir sehr aufgeregt auf dem Kamm entgegengekommen. Von der Hysterie habe ich mich kurz anstecken lassen, dann aber nach einem Blick auf das Wolkenradar der DWD-App entschieden, das ich das Risiko eingehe und zum Gipfel aufsteige. Ich hatte ohnehin bereits 98% des Weges hinter mir und wenn es anfängt zu regnen, musste ich den Kamm so oder so im Regen meistern.
Den Gipfel mitzunehmen, war dann auch die richtige Entscheidung. Es hat nicht geregnet und die Wolken haben sich 15 Minuten später, wie vom DWD prognostiziert, verzogen und die Sonne kam raus.


Der Weg zurück hat mich dann auf einem nicht eingezeichneten Weg zur Schönfeldhütte geführt. Dort bin ich letztes Jahr im Herbst schon mal vorbeigekommen und wäre wahnsinnig gern eingekehrt, wollte aber das Risiko nicht eingehen im Dunkeln absteigen zu müssen.

Aber heute hatte ich Zeit und vor allem Hunger. Also habe ich mir Rote Beete- und Spinatknödel gegönnt. Oh Boy, war das lecker. Ohne Übertreibung, das beste was ich bisher auf einer Hütte gegessen habe.

So gut gestärkt und mit dem Spitzingsee in Blick konnte es dann an den finalen Abstieg gehen.

Insgesamt eine sehr schöne Tour, mit etwas über 11 Kilometern und 906 Höhenmetern, die ich in etwas über 5 Stunden inklusive Pausen absolviert habe.
Die Karte wird von OpenTopoMap geladen.
Tourdaten werden geladen …

































