
Bye Chicago! Das war in jeglicher Hinsicht eine ereignisreiche Woche.
Und nach 2 Tagen mit insgesamt über 45.000 Schritten werde ich vermutlich ganz ohne Melatonin sofort einschlafen. In diesem Sinne, schon mal jetzt Gute Nacht!
Hier schreibt und macht René Fischer.

Bye Chicago! Das war in jeglicher Hinsicht eine ereignisreiche Woche.
Und nach 2 Tagen mit insgesamt über 45.000 Schritten werde ich vermutlich ganz ohne Melatonin sofort einschlafen. In diesem Sinne, schon mal jetzt Gute Nacht!
Mein Rückflug von Chicago ist erst um 21:40 Uhr, nach dem morgendlichen Checkout war also noch mehr als genug Zeit eine weitere Facette von Chicago kennenzulernen. Meine Wahl fiel auf das Art Institute. Zum einen, weil amerikanische Museen generell sehr sehenswert sind und zum anderen, weil es dort ein paar außergewöhnliche Kunstwerke zu bestaunen gibt, deren Aura ich auf mich wirken lassen wollte.
7 Stunden später kann ich sagen, das sich dieser Ausflug ausnahmslos gelohnt hat. So sehr war ich jedenfalls bisher von keinem Kunstmuseum beeindruckt. Und kein anderes Museum hat mich durch so viele Räume gejagt, das mein Schrittzähler regelrecht explodiert ist.
Insgesamt habe ich 78 Fotos und ein Video gemacht. Logischerweise ist alles wahnsinnig sehenswert aber leider auch viel zu viel für diesen Artikel. Aber eine kleine Auswahl möchte ich dennoch hier zeigen.



Mit van Gogh, Picasso und Monet hat mein Besuch quasi begonnen bevor es mich in den dritten Stock zur Modern Art gezogen hat. Diese Reihenfolge war nicht geplant, hat sich aber im Nachhinein als goldrichtig erwiesen, weil es hier genau die Ausstellungsstücke gab, die mich am meisten fasziniert haben.
Von Picasso, über Franz Marc und Jean Dubuffet, bis zu den äußerst sehenswerten Bildern von Carroll Dunham und Joan Miró, hier hätte ich Stunden zubringen können.








Auch wenn der Kopf nach Stunden 3 eigentlich nicht mehr aufnahmebereit war, es ging immer weiter. Der Flügel mit der amerikanischen Kunst war dann auch nochmal besonders sehenswert.





Umgehauen hat mich das Bild “Paradise Lost” von Raqib Shaw. An diesem Bild wird seit 2009 gearbeitet und es kommen noch immer neuen Teile dazu. Das nenne ich mal ein Lebenswerk.

Die unzähligen Räume mit Kunstwerken aus dem Mittelalter und der Renaissance habe ich relativ schnell durchschritten. Irgendwie nicht so mein Ding und dutzende Male so oder so ähnlich schon gesehen. Nur Waffen in einem Kunstmuseum und Ritter auf Pferden waren mir neu. Aber in Amerika ist ja alles erlaubt.



Den Flügel mit der asiatischen Kunst habe ich dann etwas genauer inspiziert, zum einen weil es interessant war und zum zweiten, weil ich auf der Suche nach Kanagawa oki nami ura von Katsushika Hokusai war. Leider wird das Bild aber scheinbar gerade nicht ausgestellt.

Dafür gab es eine Sonderausstellung zu Henri Matisse, die das locker ausgeglichen hat. Die sehr auffälligen Bilder von Matisse hat vermutlich jeder schon mal gesehen. Ich wusste aber nicht, dass es sich dabei um Scherenschnitte handelt, die Matisse in einem Buch veröffentlicht hat.



Zum Abschluss noch das einzige Video das ich aufgenommen habe. Anders hätte sich die Installation “I hear you, I hear you.” von Nora Turato auch nicht einfangen lassen.
Treffender kann ich diesen Artikel auch nicht beenden. Das war viel, vielleicht zu viel Input. Gut das ich es jetzt hier verdauen kann.
Nachdem sämtliche beruflichen Verpflichtungen für diese Woche abgehakt sind, stand heute Downtown Chicago auf dem Programm. Ehrlicherweise hatte ich überhaupt keinen Plan, was ich mir anschauen wollte, aber was soll in einer Stadt wie Chicago schon schiefgehen?
Das Einzige, das fest eingeplant war, war eine Bootstour auf dem Chicago River, die aber erst nach Sonnenuntergang um die beleuchtete Skyline vom Wasser aus zu erleben. Bis dahin waren ein paar Stunden Zeit, die Stadt zu Fuß zu erkunden.










Am Navy Pier angekommen hatte ich noch etwas Zeit über den Lake Michigan zu schauen. Irgendwie verrückt, dass der See so groß ist, das man 82% von Bayern einfach mal darin versenken könnte.


Um 19:30 Uhr saß ich dann an Deck der 75-minütigen Bootstour durch die Häuserschluchten, in denen so langsam das Licht angeschaltet wurde. Ich habe mir die sogenannte Architecture River Tour gegönnt, weil ich erleben wollte, wieso Chicago als eines der wichtigsten Architekturzentren der Welt gilt.












Auf dieser Bootstour habe ich auf jeden Fall gelernt, das Chicago quasi der Geburtsort der modernen Hochhausstadt ist. Grund war wohl das Feuer von 1871, das die Stadt fast vollständig zerstört hat. Danach musste Chicago neu aufgebaut werden und genau in dieser Phase experimentierten Architekten mit neuen Bauweisen. Zumindest laut dem Guide ist das auch der Grund warum Chicago die “second city” genannt wird, auch wenn dieser Spitzname nicht so wirklich eindeutig ist.
Und natürlich darf auch ein Blick vom Willis Tower auf das nächtliche Chicago nicht fehlen.

Ich habe jetzt auf jeden Fall ein anderes Auge für die Architektur von Hochhäusern und sehe sie nicht mehr nur allein als technische Meisterwerke.
Und Chicago ist eine super coole Stadt mit freundlichen und sehr respektvollen Menschen. Die Stunden in Chicago haben auf jeden Fall sehr stark an meinen Vorurteilen gerüttelt.

Der letzte Film des Fluges war Amrum (4/5). Den Film hatte ich überhaupt nicht auf dem Plan und hab nach dem Trailer entschieden, dem stillen Blick von Fatih Akin auf das Kriegsende auf der Insel Amrum aus der Perspektive eines 12-Jährigen zu folgen. Hat sich ausgesprochen gelohnt.

The Secret Agent (3/5) hatte ich die Tage schon Zuhause angefangen, bin dann aber auf der Couch eingeschlafen. Im Flieger hab ich dann durchgezogen. Sehr sehenswert, auch wenn die Geschichte Zeit braucht sich zu entfalten. Am Ende vom Film hat Wagner Moura übrigens ausgeschaut wie Tobias Schlegl.

Mickey 17 (4/5) hat mich auf dem Flug nach Chicago wirklich gut unterhalten. Mickey Barnes ist Wegwerf-Mitarbeiter einer Weltraummission. Das heißt, er stirbt, wird neu geklont und macht weiter. Bis plötzlich zwei Mickeys gleichzeitig existieren. Rabenschwarzer Humor im Sci-Fi-Mantel.
Der 2 Jahre alte A350-900 hatte ein paar Kameras rund um das Flugzeug verteilt, dank derer man tolle Perspektiven beim Touchdown auf Chicago O’Hare einnehmen konnte. Ich hab mich dafür entschieden, direkt unter Nase das Aufsetzen zu bestaunen.

Noch vor einigen Jahren war berufliches Reisen für mich Alltag. Es verging kaum eine Woche, in der ich nicht im Zug, Flugzeug oder Auto irgendwohin unterwegs war. Ein Home-Office hatte ich zu der Zeit nicht. Wozu auch? Mehr als meine Reisekostenabrechnung konnte ich sowieso nicht Zuhause erledigen
Dieses permanente unterwegs sein, hat mitunter zu extremen Auswüchsen geführt. Ich erinnere mich noch sehr lebhaft daran, wie ich eines Morgens sehr aufgeregt mein Auto in einer Hotelgarage gesucht habe. Irgendwann habe ich realisiert, dass ich ja gar nicht mit dem Auto angereist bin. Das war zuerst erleichternd dann aber auch besorgniserregend. Daran das ich mich regelmäßig nicht an die Stadt erinnern konnte, in der ich morgens aufgewacht bin, hatte ich mich schon gewöhnt. Dass ich nicht mehr wusste, wie ich überhaupt hier hergekommen bin, war eine neue Qualität und am Ende auch ein maßgeblicher Grund den Stecker zu ziehen.
Mein Reisepensum hat sich mittlerweile deutlich entspannt und ich freue mich jetzt auch wieder darüber, etwas anderes als den immer gleichen Schreibtisch zu sehen. Mehr als eine Handvoll beruflicher Reisen fallen über das Jahr verteilt aber kaum noch an. Meistens geht es nach Sofia (Bangaranga) und im Mai einmal in die USA, zur DocuWorld US, die dieses Mal in Chicago stattfindet.
Und dieses Mal habe ich meinen Aufenthalt tatsächlich um einen Tag verlängert um auch mal etwas von der Stadt sehen zu können, zu der man so lange unterwegs. Der Lernprozess geht also weiter.
Was genau man in Chicago unbedingt angeschaut haben sollte, weiß ich tatsächlich noch gar nicht. Wenn jemand Tipps hat, gerne her damit.

Norwegen und Österreich haben Bulgarien tatsächlich noch Punkte gekostet. Respekt an Österreich auf Deutsch zu singen. Schöner Abend! Wir sehen uns dann 2027 in Sofia!
Update: Haha! Told you so! … what a bangaranga!
Heute war ich überwiegend genervt. Zuerst weil die Jacke, die ich extra per DHL Express habe versenden lassen, nicht angekommen ist. Angeblicher Zustellversuch um 11:04 Uhr, aber natürlich hat niemand geklingelt und die extra erteilte Abstellgenehmigung wurde auch nicht beachtet.
Ich habe dann die DHL Express Hotline angerufen. Die nette Dame meinte, dass sie dem Fahrer eine Nachricht schickt und er heute nochmal einen Zustellversuch unternimmt. Hat er natürlich nicht. Gab auch keine weitere Benachrichtigung. Diesen miesen Service hätte ich ausgerechnet von DHL Express, zumal er mich 10 Euro gekostet hat, nicht erwartet.
Meine Hoffnung ist jetzt, dass die Jacke dann wenigstens am Montagvormittag noch zugestellt wird, ansonsten muss ich für meinen USA Trip wohl improvisieren oder am Flughafen shoppen.
Und weil es schon so gut lief, kam auch die versprochene Amazon-Lieferung nicht an. Kommt dann am Dienstag, also auch zu spät.
Und ich war genervt, weil sich das Review von Flat durch Apple jetzt seit einer Woche zieht. Okay, bisher wurden nur Fehler mokiert, die ich irgendwie nachvollziehen kann. Aber jetzt sollen sie bitte endlich auf das Freigeben-Knöpfchen drücken.
Auch das Wetter der Woche hat irgendwie aufs Gemüt gedrückt. Die kurze Regenpause hab ich dann aber genutzt, um mit der 18-Jährigen einen Abendspaziergang zu machen. Vorbei an jungen Bullen und einem kleinen Teich, in dem offensichtlich gerade jemand seine Floßbaukünste übt.


Das war dann entspannend. Aber jetzt entschuldigen Sie mich. Ich muss jetzt Bolognese vorbereiten, weil morgen um 10 Uhr, möchte der 15-Jährige zum Fußball gefahren werden.

Zum Vatertag hab ich mir kurzerhand selbst einen Kuchen gebacken. Den weltbesten Rhabarberkuchen um genau zu sein, nach diesem genialen Rezept. Nein, das war keine Beschwerde. Wenn es wirklich gut werden soll, macht man halt manche Dinge besser selbst. Mjammmm!
Ich sitze gerade in meinem neuen Arbeitszimmer, was vor Ostern noch das Zimmer des 14-Jährigen war, der jetzt in meinem ehemaligen Home-Office und Fitnessraum im Keller wohnt. Und jetzt kommt der gestern vermutete große Regen, und ich nehme wahr, wie deutlich das in Strömen laufende Wasser im Fallrohr zu hören ist. Kein romantischer Regensound, sondern eher das lautstarke Rauschen einer Toilettenspülung.