Recycled Words

Die Legende der Titanic (2/5)

Meine Frau ist wahrscheinlich der größte Titanic-Fan auf diesem Planeten. Den Film hat sie sage und schreibe 27 Mal gesehen. Als Überraschung habe ich einfach mal Tickets für Die Legende der Titanic besorgt. Ganz spontan ging es heute auf die andere Seite von München.

Die Ausstellung zeigt eine überschaubare Anzahl an originalen Artefakten von Bord der Titanic sowie einige Requisiten aus dem berühmten Film von 1997 der den Hype um das Unglück wohl erst zementiert hat.

Eine Vitrine mit nachgebildetem Porzellan, Besteck und Glaswaren der Ersten Klasse der White Star Line der Titanic. Im Hintergrund sind gerahmte Exponate und Informationstafeln zu sehen.

Eine Vitrine mit nachgebildeten Artefakten der Titanic, einschließlich einer historischen Schwimmweste, einer blauen Schiffsbauzeichnung und Besteck. Ein kleines Schild trägt die Aufschrift "S.S. TITANIC".

Ein Nachbau eines weißen Rettungsbootes, beschriftet mit "LIVERPOOL" an der Seite, ausgestellt in einem abgedunkelten Ausstellungsraum.

Das große Versprechen der Ausstellung ist ein immersives Erlebnis, also ein Eintauchen in Zeit und Raum. Der erste Raum mit VR-Headsets ist allerdings eher ernüchternd. Die Brillen waren verschmiert, der Akku meldete sich schon nach wenigen Minuten mit einem Warnhinweis. Ich war offenbar nicht der Einzige mit Problemen. Andere Besucher unterhielten sich später hörbar enttäuscht über ähnliche Erfahrungen.

Eine Gruppe von Menschen sitzt in bequemen Stühlen in einem dunkelblauen Raum mit Neonröhren und trägt VR-Brillen für eine immersive Erfahrung in der Titanic-Ausstellung.

Auch die begleitende AR-App funktionierte bei mir an keinem der vorgesehenen Punkte. Über das Scannen des Gegenstands bin ich leider auch mit viel Geduld nicht hinaus gekommen.

Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine Augmented-Reality-Anwendung für die Titanic-Ausstellung mit einem leuchtenden, blauen Eisberg. Ein Text fordert den Benutzer auf: "Scan the tip of the iceberg."

Mein persönliches Highlight war dann ein rund zehnminütiger 360°-Film, den man im Sitzen erlebt. Hier stimmt die Atmosphäre, die Projektionen sind gut gemacht. Man ist quasi dabei, wenn die Titanic gebaut und vom Stapel gelassen wird. Und man „geht“ quasi auch mit ihr unter. Das ist ganz gelungen inszeniert, erinnert aber eher an ein Computerspiel als eine realistische Darstellung.

Besucher sitzen in einer Reihe auf weißen Hockern vor einer großen Wand, die mit reproduzierten Zeitungsausschnitten über den Untergang der Titanic tapeziert ist, mit der Schlagzeile: "TITANIC RAMS ICEBERG; 1470 PASSENGER DEAD".

Eine immersive, großformatige Projektion der Unterwasserwelt mit einem Wal, Fischen und dem Wrack der Titanic, die von Besuchern betrachtet wird, die auf weißen Würfelhockern sitzen.

Es gäbe noch ein zusätzliches VR-Erlebnis, bei dem man scheinbar virtuell durch die Titanic gehen kann. Das wurde mir beim Buchen allerdings nicht angeboten. Vor Ort hätten wir nochmals 5 Euro pro Person zahlen müssen, das erschien uns dann aber mit den bisher gemachten Erfahrungen nicht lohnenswert.

Und natürlich gibt’s auch die klassische Foto-Location für das „Ich bin der König der Welt“-Foto. Leider ist der Hintergrund zu klein geraten, um wirklich gute Bilder zu ermöglichen.

Ein Ausstellungsstück, das einen Teil des Decks der Titanic mit weißem Geländer und einer Rettungsboothalterung vor einer großen Fototapete des Schiffes darstellt. Daneben stehen gestapelte Holzkisten.

Da es eine Überraschung sein sollte, habe ich bewusst keine Rezensionen vorab gelesen. Für knapp 30 € pro Person ist man etwa eine Stunde nett beschäftigt. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt aus meiner Sicht nicht, und das sagt ehrlicherweise vor allem auch der Titanic-Hardcore-Fan in unserer Familie.

#ausstellung #blog