Dem Wetter angemessen, sollte es heute eigentlich in die Höllentalklamm gehen. Aber der 14-Jährige hatte keine Lust weit zu fahren und wollte sich auch mal im Klettern versuchen. Also ging dann heute früh in Richtung der Tegernseer Hütte, um dem Roß- und Buchstein einen Besuch abzustatten.
Ausgangspunkt unserer Tour war der gleichnamige Parkplatz und von da an ging es eigentlich nur bergauf. Auch wenn am Morgen die Sonne noch nicht so geknallt hat, war das auch im Wald schnell schweißtreibend.


Das Höhenprofil der Tour versprach aber keine Verschnaufpause. Bis zum ersten Plateau bei der Sonnenbergalm waren es 630 Höhenmeter. Und von dort ging es natürlich weiter, auch wenn das Ziel die Ziele schon in Sichtweite waren.

Da Klettern gewünscht war, haben wir uns für den Klettersteig entschieden. Der wird schon auf der Webseite der Tegernseer Hütte als sehr einfach beschrieben, und das war er dann auch. Jede Menge Stahlseile helfen beim zügigen Aufstieg. Wir haben hier auch Familien mit deutlich kleineren Kindern gesehen, kann man gut machen.


Oben angekommen, hat sich schon die Tegernseer Hütte in voller Pracht gezeigt. Die Hütte thront wie ein Adlernest am Buchstein und gehört wohl nicht zuletzt wegen dieser wirklich einzigartigen Ansicht zu den meistbesuchten Hütten weit und breit.


Aber vor der Einkehr, galt es noch den Buchstein zu erklimmen und erklimmen war in diesem Fall wirklich die treffende Beschreibung.
Die Besteigung des 1701 m hohen Buchsteins vom Sattel erfordert eine kurze und abgespeckte Kletterei von gut 30 Höhenmetern durch eine Rinne (UIAA II).
UIAA II liest sich sehr abstrakt, aber wenn man vor der 30 Meter hohen Rinne vom Buchkopf steht, ist das sehr beeindruckend, zumindest für mich. Der 14-Jährige ist direkt los und war recht schnell weit oben. Ich bin nur langsam hinterher und habe den Fehler gemacht nach unten zu schauen, was mir ehrlicherweise mehr als nur ein mulmiges Gefühl eingeflößt hat. Das Problem ist ja meist nicht das raufkraxeln, sondern heil wieder runterzukommen. Wie sich das ganze vor Ort anfühlt, kann man auch in diesem Video sehen.


Der Blick vom Buchstein auf den Roßstein war sehr erhaben und auch wenn der Weg zurück noch vor uns lag, war ich stolz mit dem Sohnemann hier oben, fast ganz allein sitzen zu können.

Auf dem Rückweg hat dann das Adrenalin ordentlich gekickt. Dementsprechend sind wir dann auch mit weichen Knien in der Tegernseer Hütte eingekehrt und haben uns eine deftige Brotzeit gegönnt. Ich hatte vorher gelesen, dass die Tegernseer Hütte eher immer voll ist und man dort auch gerne ansteht. Heute war das glücklicherweise nicht der Fall. War wohl doch zu heiß für die Massen.


Nach der Stärkung ging es dann weiter zum Roßkopf, der relativ einfach zu meistern war. Eigentlich wollten wir dann über den Kamm zurück, aber für heute war mein Kletterpensum mehr als erfüllt, weshalb ich darauf bestanden habe, dass wir über den Altweibersteig zurückgehen.

Der Altweibersteig heißt angeblich so, weil die alten Weiber diesem dem Klettersteig vorgezogen haben. Ich fand den Weg deutlich unangenehmer und kräftezehrender als den Klettersteig. Würde ich nicht nochmal gehen.

Ab der Sonnenbergalm ging es dann auf dem Weg, über den wir zuvor nach oben gekommen sind, wieder steil bergab. Das war dann auch der Moment wo ich meine Wanderstöcke ausgepackt habe, um meinen müden Beinen etwas mehr Halt zu geben. Nach 6 Stunden und 31 Minuten waren wir vollkommen erschöpft wieder am Parkplatz angekommen und haben uns auf den Nachhauseweg gemacht.
Auch wenn die Tour nur knapp 8 Kilometer lang und 900 Höhenmeter hoch ist, war das mit Abstand die anstrengendste Tour die wir bisher gemacht haben. Und in der Rinne vom Buchkopf hatte ich auch echt Bammel um den 14-Jährigen, der das aber alles mit Bravour gemeistert hat und ab jetzt noch viel öfter Klettern gehen will.