Winterautos
Ich fahre ja einen Tesla, auch wenn ich eigentlich nie einen wollte, aber das ist eine andere Geschichte. Teslas gelten jedenfalls jetzt nicht unbedingt als Winterautos. Zumindest gibt es sehr viele Menschen, die behaupten, Tesla im Besonderen und Elektroautos im Allgemeinen seien im Winter nicht zu gebrauchen. Oftmals wird hier auf den im Winter erhöhten Energiebedarf verwiesen, was in der Realität bedeutet, dass die Batterie bei Minusgraden schneller leer ist als, wenn es warm ist.
Die Erklärung hierfür ist relativ simpel: Elektroautos haben keinen Verbrennermotor (Surprise!), der in einem sehr ungünstigen Verhältnis aus Kraftstoff ein bisschen kinetische und ganz viel thermische Energie erzeugt. Wie ungünstig das Verhältnis genau ist, lässt sich am besten über den Wirkungsgrad vergleichen.
Ein Benzinmotor hat einen Wirkungsgrad von 20%, das heißt, 80% des Sprits werden zum Heizen der Umwelt (und im Winter ein bisschen vom Auto) verwendet. Beim Elektromotor ist es genau umgedreht, also 80% der Energie werden für die Fortbewegung des Fahrzeugs verwendet. Das ist, wie ich finde, ein doch ziemlich frappierender Unterschied.
Oder anders gesagt: Dank der Ineffizienz des Verbrennungsmotors kann man ganz wunderbar sein Auto erwärmen, ohne das sich die Reichweite auch nur einen Millimeter verändert. Elektroautos haben diese eingebaute Ineffizienz nicht. Elektroautos wandeln Energie mehrheitlich in Bewegungsenergie um. Das heißt, das alles, was zusätzlich benötigt wird, wie zum Beispiel im Winter Wärme im Auto, zusätzlich aus der Batterie genommen werden muss. Und diese zusätzliche Entnahme steht dann natürlich nicht mehr zum Fahren zur Verfügung.
Aber warum schreibe ich das eigentlich alles? Heute Morgen ist das Auto meiner Frau (ein Fiat 500) nicht angesprungen ist. Benziner halt. Zum Glück beinhaltet unsere Autoversicherung einen Schutzbrief, der sich für sensationell günstige 11 Euro im Jahr, unkompliziert mithilfe einer App beauftragen lässt. Das haben wir heute früh, gezwungenermaßen und zum ersten Mal ausprobiert. 30 Minuten später war ein Techniker bei uns, hat die Batterie über einen Booster kurz geladen und dann war das Auto wieder fahrbereit.
Bei allen möglichen Vorteilen von Elektroautos, Starthilfe können sie einem Benziner nicht geben. An dieser Stelle dennoch ein klares Votum für Elektroautos, die auch im Winter vollkommen problemfrei sind. Und eine klare Empfehlung für einen Schutzbrief, oder eine sogenannte Mobilitätsgarantie, die extrem wenig kostet (viel günstiger als beispielsweise eine ADAC-Mitgliedschaft), und sich quasi beim ersten Mal schon rentiert hat. Der Tausch der Batterie hat dann übrigens 200 Euro gekostet. Das hat die Versicherung dann leider nicht übernommen.