Filmplakat zu Americana mit einer Frau im Westernhemd im Vordergrund, dahinter ein rotes Auto, eine weitere Figur und mehrere Speere in einer staubigen, beigefarbenen Landschaft.

Zum Ausklang des Sonntagabends habe ich mir den von Lars kürzlich empfohlenen Film Americana gegönnt und war ausgesprochen angetan.

Normalerweise bin ich eher zurückhaltend, Filme zu schauen, deren Tomatometer nicht wenigstens an der 80 kratzt. Americana liegt bei gerade einmal 62%, und ich habe wirklich keinen blassen Schimmer wieso.

Die Geschichte ist gut und auch wirklich gut erzählt, die Charaktere haben Tiefe und der Film erzeugt nicht zuletzt durch seine Bildsprache ein tolles Ambiente. Wenn mir jemand gesagt hätte, das wäre ein neuer Film von Tarantino oder den Coen-Brüdern, ich hätte es vermutlich erstmal geglaubt.

Rotten Tomatoes fasst seine Kritik wie folgt zusammen:

Americana blends gritty charm, compelling performances, and cultural resonance, but its lack of narrative focus and inconsistent execution keep it from fully realizing its potential.

Ja, die Geschichte nimmt sich Zeit, springt zwischen Figuren und Perspektiven und wirkt lange nicht so, als würde sie zielstrebig auf einen bestimmten Punkt zulaufen. Aber genau das hat für mich hervorragend funktioniert und so haben die richtig guten Filme früher alle funktioniert. Das scheint nicht mehr populär zu sein. Vermutlich kommt man dann am Second Screen nicht mehr so einfach mit. Egal! Anschauen! Unbedingt!