2,5x mal über dem deutschen Durchschnitt

Ich bin dieses Jahr wieder viel im Flieger gesessen. Insgesamt 41.258 Kilometer, oder 2 Tage und 10 Stunden. Also etwas mehr als einmal um die Welt. 14 Flüge (davon 2 privat), 8 Flughäfen, 5 Airlines und doch nur insgesamt nur 2 Stunden Verspätung. Das ist eine beachtliche Bilanz.

Drei Screenshots der App Flighty, die eine Zusammenfassung der Flugstatistik für 2025 zeigen: einen digitalen Reisepass mit Weltkarte, Details zu genutzten Flugzeugtypen wie dem A320 sowie einen Verspätungsbericht.

Beachtlich ist infolgedessen aber auch die Bilanz meines CO₂-Fußabdruck. Allein meine Flüge summieren sich auf etwa das 1,5-fache des durchschnittlichen CO₂-Fußabdrucks eines Deutschen pro Jahr.

Mein gesamter CO₂-Fußabdruck liegt damit beim 2,5-fachen des deutschen Durchschnitts. Während ein normaler Haushalt hierzulande etwa 10,5 Tonnen pro Jahr emittiert, katapultieren mich meine 41.258 Flugkilometer in eine völlig andere Liga.

Im globalen Vergleich ist das Bild noch viel erschreckender: Ich allein verbrauche so viel CO₂ wie 5,5 Erdenbürger im weltweiten Schnitt. Damit bin ich von den im Pariser Klimaziel vereinbarten 2 Tonnen pro Person exakt das 12,5-fache entfernt. Ziemlich deprimierend.

Auch irgendwie traurig ist, dass mein Arbeitgeber meine beruflichen Flüge nicht kompensiert. Aus diesem Grund habe ich jetzt einfach selbst in die Tasche gegriffen und diesen überdurchschnittlichen Kohlenstoffdioxid-Verbrauch ausgeglichen und mich damit zumindest wieder auf den deutschen Durchschnitt gebracht.

Nach einer kurzen Recherche habe ich mich für Gold Standard entschieden, der als strengster Zertifizierungsstandard weltweit gilt und ohne Zwischenhändler auskommt. Damit sollte gewährleistet sein, dass das eingesparte CO₂ tatsächlich zusätzlich reduziert wird und dass die geförderten Projekte einen echten sozialen Mehrwert haben.

Offizielles Zertifikat des Gold Standard für René Fischer über die Kompensation von 15 Tonnen CO₂ durch Projekte in Brasilien, Madagaskar und Panama.

Ich habe mich für einen Mix von unterschiedlichen Projekten entschieden, um unterschiedliche Hebel zu bedienen. Ein Teil fließt in hocheffiziente erneuerbare Energien in Brasilien, ein Teil sichert die Trinkwasserversorgung in Madagaskar und das letzte Drittel investiere ich in den Schutz der Biodiversität in Honduras sowie in Solarlicht-Projekte in Sambia. Ich denke, das waren 346 gut investierte Dollar.

The Last of Us (3/5)

Filmplakat für die Serie "The Last of Us". Im oberen Teil des Plakats ist der Kopf und Oberkörper des Schauspielers Pedro Pascal (als Joel) in einem dunklen, grünen Licht zu sehen. Das Gesicht ist im Profil dargestellt. Darunter, in der Mitte, steht in großen, weißen, serifenlosen Buchstaben der Titel "THE LAST OF US". Im unteren Teil des Plakats, vor dem Hintergrund einer postapokalyptischen, zerstörten Stadtlandschaft mit überwucherten Hochhäusern und Autowracks, steht die Schauspielerin Bella Ramsey (als Ellie) mit einer Waffe in der Hand. Sie trägt eine dunkle Jacke und blickt den Betrachter direkt an. Die Gesamtstimmung des Plakats ist düster und grün-braun.

Irgendwann während der Pandemie, habe ich mir The Last of Us Part II für die Playstation 4 geholt, und in einigen Nächten durchgezockt. Ich weiß noch genau, wie sehr mich das Spiel damals in den Bann gezogen hat. Als Spieler kämpft man als Ellie in einer düsteren Welt gegen Infizierte und andere Überlebende. Das Spiel lebt davon, dass man permanent ums Überleben kämpft und schmerzhaft erlebt, was ein Fehltritt bedeuten kann. Das war insgesamt ein ziemlich geniales Spiel, das ich hiermit jedem nur ans Herz legen kann.

Als ich mitbekommen habe, das es auch eine Serie zum Spiel gibt, habe ich mich zwar zuerst gefragt, wie man wohl ein Spiel verfilmt aber direkt danach bestimmt, das ich mir diese Frage auf jeden Fall selbst beantworten werde.

Leider ist der Funke aber nicht übergesprungen. Versteht mich nicht falsch, die Serie ist wirklich gut gespielt und auch erstklassig umgesetzt. Ich finde es auch prinzipiell gut, das sie nicht von einem Zombie-Massaker zum nächsten hechelt, aber irgendwie wirkt die Handlung in der Serie absurder.

Nicht, dass eine Zombie-Apokalypse irgendwas Reales wäre, aber im Spiel überlebt Ellie dank meiner Entscheidungen und Fähigkeiten als Spieler. In der Serie überlebt sie, weil die von den Drehbuchschreibern umgesetzte Spielvorlage das so vorgegeben hat. Das Überleben wirkt dann im Ergebnis beiebiger als im Spiel, in denen einem Logikfehler und die beinahe unmenschlichen Fähigkeiten der jugendlichen Ellie weniger auffallen, wie wenn man die Geschichte von der Couch als passiver Zuschauer an sich vorbeiziehen lässt.


Der echte Zombie-Pilz

Die Grundlage der Geschichte ist übrigens gar nicht so weit hergeholt, wie man vielleicht meinen möchte. Der Pilz Cordyceps existiert jedenfalls, und bildet auch so nette orangene Tentakel, die den Zombies aus sämtlichen den Körperöffnungen wachsen. Dieser Pilz ist aber eigentlich eher harmlos, und wird in China sogar als Medizin verwendet.

Ophiocordyceps unilateralis war bis 2008 eine Unterart von Cordyceps, bildet mittlerweile aber seine eigene Art. Und oh Boy, der hat es in sich. Dieser Pilz befällt Ameisen, macht sie zu willenlosen Zombies, bis er den Wirt tötet um anschließend aus seinem Kadaver neue Sporen in die Welt zu entlassen. Auf diese Art kann der Pilz ganze Ameisenkolonien ausrotten. Also quasi the last of ants … gnihihi.

Und die Verbindung zum Menschen ist dann auch relativ einfach herzustellen. Tatsächlich gibt es mit der zunehmenenden Erderwärmung auch immer mehr Pilzinfektionen beim Menschen.

Auch wenn ein uns fernsteuernder Zombie-Pilz wohl eher Science Fiction bleibt, einige Wissenschaftler halten eine Pilzpandemie für möglich. Diese würde dann wohl auf eine global eher unvorbereitete Industrie und Forschung treffen.


Bei Google scheint es auf jeden Fall auch einige Corlyceps-Fans zu geben. Bei der Suche nach Last of Us und auch Corlyceps kann man jedenfalls mit nur einem Klick die Google-Webseite mit dem Pilz infizieren. Über die Möglichkeit solche kreativen Ideen in einem von Millionen Menschen tagtäglichen genutzten Produkt umzusetzen, beneide ich Mitarbeiter von Google hart.

Hello Bear Blog 👋🏼

Today, I finally made the switch to Bear Blog and left Micro.blog. When I started using Micro.blog earlier this year, I was incredibly bullish about it. I even merged my Mastodon account into the platform, convinced I would never need anything else. The concept that everything I post ends up in my blog is truly amazing.

Over the course of the year, I learned the good and the not so good things about this decision.

On the positive side, I very often had a thought in my head which ended up to become a blog post as I just continued typing. I never had to switch to another app or website, just because I hit some character limit. I strongly believe this very convenient publishing workflow led to way more and longer posts.

On the other hand, using Micro.blog often felt like trying to go to the supermarket with an Airbus. There is literally a setting for everything. The product is built for technical-minded people like me, but as someone who also cares deeply about user experience, I found it hard to truly grasp the product. Sure, after a while, you get used to it, but I firmly believe the core use cases need to be delightful to use from day one.

Despite the UX flaws and some stability issues, I really enjoyed using Micro.blog and even contributed a few plugins to customize the platform. It is a great community, and I met a few cool people there whom I will take with me to my new, independent Mastodon profile.

I am now simply trading the Airbus for a bicycle. Simple, reliable, and powered only by my own input. That is why I landed on Bear Blog. The platform feels limited at first glance, but if you think about it, that is exactly what differentiates great from outstanding products.

Perfection is achieved, not when there is nothing more to add, but when there is nothing left to take away.

Antoine de Saint-Exupéry

And the long-term commitment of Herman, ensuring this platform lives for a very long time, is truly the icing on the cake.

That said, I am really happy to join the Bear Blog community!

Amy

Ich bin gerade mal wieder beruflich in Sofia und nach einem langen Tag mit viel zu vielen Meetings fragten die Kollegen, ob wir, die deutschen Besucher, Lust auf den deutschen Weihnachtsmarkt hätten. Ich dachte zuerst das sei ein Scherz, es stellte sich aber schnell heraus, das dem nicht so war.

Von früheren Besuchen wusste ich bereits, das Bulgarien eine enge Verbindung zu Deutschland hatte und es noch immer viele Gemeinsamkeiten gibt. Also nicht nur, das sehr viele deutsche Firmen seit vielen Jahren Entwicklungszentren in Bulgarien haben, sondern auch das es eine gemeinsame Geschichte gibt.

Ferdinand I. aus der Dynastie Sachsen-Coburg-Gotha war ab 1887 Fürst und von 1908 bis 1918 Zar von Bulgarien. Mit diesem Detailwissen zur Abstammung des Zaren aus meiner eigenen Heimatstadt Gotha ist für mich auch viel leichter nachvollziehbar, warum Bulgarien im zweiten Weltkrieg an der Seite der Deutschen gekämpft hat.

Jedenfalls auf eben jenem deutschen Weihnachtsmarkt gab es nur Stände mit deutschem Essen und Trinken, und viel deutscher Folklore. Mit Bratwurst, Pilzpfanne, deutschen Bier, Thüringer Glaskunst und Weihnachtsartikeln aus dem Erzgebirge war der Weihnachtsmarkt in Sofia vermutlich deutscher als alle anderen die ich in heimatlichen Gefilden bisher so besucht habe.

Der festlich beleuchtete Weihnachtsbaum auf dem deutschen Weihnachtsmarkt in Sofia

An diesem geselligen Abend habe ich total vergessen ein paar Schnappschüsse zu machen. Aber diesen einen Stand musste ich einfach festhalten. In meinem Kopf war sofort „Amy“, und seitdem kann ich nicht mehr aufhören zu Grinsen wenn ich das Foto sehe.

IEin Weihnachtsstand auf dem dem deutschen Weihnachtsmarkt in Sofia der mit Weinhaus beschrieben ist

Auf dem Weg zum Hotel habe ich dann aber doch noch ein paar Fotos vom wunderschön beleuchteten Sofia gemacht.

Schön beleuchtete Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia mit einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum

Mit Lichterketten und einem leuchtenden Taucher beleuchtete Einfahrt zu einem Restaurant in Sofia

Hell erleuchtetes Altbaugebäude im Stadtzentrum von Sofia

Zwei mal im Jahr

Ich kümmere mich um unsere Versicherungen und Finanzen, digitalisiere und ordne den Papierkram und mache unseren Haushalt smarter. Alles Dinge, an denen meine Frau kein wirkliches Interesse hat, und, vielleicht bis auf so manche Smarthome-Spielerei, im Großen und Ganzen dankbar ist, das ich es übernehme.

Schon vor einigen Jahren, als unsere Kinder noch kleiner waren, habe ich einen umfangreichen Text mit vielen Verlinkungen auf weiterführende Dokumente und Anleitungen geschrieben, der meiner Frau einen Überblick geben soll und Dinge erklärt, für den Fall das sie mal dringend an etwas ran muss und ich nicht greifbar sein sollte. Zwei mal im Jahr präsentiert mir mein iPhone seitdem eine Erinnerung, die mich an meine eigene Endlichkeit und die Verantwortung gegenüber meiner Familie erinnert.

Ich lese dann also über meine Patientenverfügung und tauche anschließend in das umfangreiche Dokument mit all den wichtigen Informationen, und prüfe ob es noch aktuell ist. Und zu meinem Erstaunen gibt es jedes Mal etwas das aktualisiert werden muss. Und immer, wenn ich am Ende der Notiz angekommen bin, habe ich zum Einen das Gefühl etwas Gutes und Wichtiges erledigt zu haben, aber auch Tränen in den Augen wenn ich meine abschließenden Sätze lese.

Paris en passant

Paris ist am Ende wie jede andere Stadt in der man sich für eine Nacht aus beruflichen Gründen aufhält: Es mag viel zu sehen geben (was für Paris definitiv der Fall ist), aber am Ende ist man froh, wenn man mal für eine Stunde aus den geschlossenen Räumen rauskommt, in denen man sich typischerweise aufhält.

Ich war also das erste Mal in Paris und hatte das Glück, in einem Hotel übernachten zu dürfen, das weniger als 500 Meter von seinem bekanntesten Wahrzeichen entfernt war. Damit war das Ziel einer möglichen Erkundungsrunde also klar.

Schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, wann man denn nun den Eiffelturm das erste Mal sieht. Ich hatte erstaunliche 90 Minuten dafür Zeit, in denen mein Fahrer alle möglichen Abkürzungen genommen hat, um den Pariser Verkehr irgendwie zu umfahren. So habe ich Ecken von Paris gesehen, die man vermutlich sonst eher nicht zu Gesicht bekommt. Naja, jedenfalls, als das Taxi in die Straße vom Hotel eingebogen ist, war es endlich soweit: Ich habe zum ersten Mal den Eiffelturm gesehen.

Straße in einer Stadt bei Nacht mit der beleuchteten Spitze des Eiffelturms im Hintergrund.

Nach einem langen Tag habe ich mir am späten Abend die Beine vertreten und war erstaunt, das am Eiffelturm noch so viel los war. Es war spät und kalt und trotzdem haben dutzende fliegende Händler versucht, Abnehmer für blinkende Miniatur-Eiffeltürme zu finden. Es gab auch einen Karaoke-Stand und alle möglichen Leute die einem irgendwas andrehen oder auch abnehmen wollten. Nach ein paar schnellen Schnappschüssen lag ich dann aber recht schnell vollkommen erschöpft im Bett.

Der Eiffelturm in Paris erstrahlt nachts in goldenem Licht mit einem leuchtenden Suchscheinwerfer.

Am nächsten Morgen hatte ich nach dem Frühstück eine Stunde, bevor ich spätestens ins Taxi zum Flughafen steigen musste. Natürlich bin ich nochmal zum Eiffelturm, in der Hoffnung auf vielleicht ein bisschen Sonnenaufgang im Hintergrund. Aber es war Grau, kalt und es hat genieselt. Das hat vielleicht die Sonne verdrängt, nicht aber die fliegenden Händler mit ihren blinkenden Souvenirs, die tatsächlich schon um 8 Uhr Morgens nach Kundschaft Ausschau gehalten haben. Egal wie mies das Wetter ist, Fotografen haben hier vermutlich immer was zu tun. Ich habe allein sechs Hochzeitspaare gezählt, zahlreiche Familien die offensichtlich Bilder für Weihnachtsgrüße haben machen lassen und jede Menge professionell ausgestattete Asiaten mit anderen Asiaten im Schlepptau, die sich in den lustigsten Posen fotografieren haben lassen. Das war alles wirklich putzig anzuschauen, und hätte ich nicht zum Flughafen gemusst, hätte ich mir gern Zeit gelassen das noch länger zu beobachten.

Menschen spazieren auf dem Trocadéro-Platz mit Blick auf den Eiffelturm in Paris.

Ein Hochzeitspaar posiert vor dem Eiffelturm in Paris, während ein Fotograf und mehrere Personen sie fotografieren.

Für den ersten Aufenthalt war das alles ziemlich unspektakulär. Aber das lässt ja zumindest noch etwas Potential für einen zweiten Besuch, dann hoffentlich mit mehr Zeit zum Erkunden und Genießen.