Therme Erding, ein Quickguide

Die Therme Erding ist groß, sehr groß sogar. Sie behaupten selbst, es sei die größte Therme der Welt, und ich denke, das kann gut hinkommen. Die Webseite scheitert jedenfalls leider daran, das umfangreiche Angebot einfach zu erklären. Nachdem wir heute mal wieder in der Therme waren und mich immer mal Leute fragen „Du wohnst doch in der Nähe, was kannst du empfehlen?“, schreibe ich es jetzt einfach mal auf und verweise zukünftig einfach auf diesen Artikel.

Therme, Erlebnisbad, VitalOase oder VitalTherme? Es ist eigentlich ganz einfach: Spart euch die VitalOase. Das ist immer die richtige Entscheidung. Ansonsten gilt:

  • Du bist mit Kindern unterwegs oder willst einfach nur Spaß mit Wellenbad und Rutschen haben? Therme & Erlebnisbad sind perfekt. Es gibt wirklich keinen Grund, den Aufpreis für die VitalOase zu bezahlen. Ein paar Vital- und Dampfbäder gibt es auch im Erlebnisbad.
  • Lust auf Sauna und Entspannung ganz ohne Kindergeschrei? Die VitalTherme ist der perfekte Ort (Achtung, textilfrei — siehe nächster Punkt). Auch wenn dein Eintritt die VitalOase beinhaltet, du musst dort nicht hin und du verpasst auch nichts. Es ist auf jeden Fall deutlich voller dort und außer den 3 Mineralbädern, gibt es dort nichts, das sich lohnt bzw. in der VitalTherme nicht so ähnlich auch gibt. Bleib einfach in der VitalTherme und genieß die Zeit. Sie vergeht sowieso wie im Flug.

Ist man in der VitalTherme wirklich ohne Bekleidung unterwegs? Ja, man ist dort ohne Bekleidung in den Becken und Saunen. Auf den Wegen, oder wenn man irgendwo sitzt, liegt oder etwas isst, ist man in sein Handtuch eingewickelt oder hat einen Bademantel an. Das fühlt sich genau 5 Minuten befremdlich an. Danach ist es so normal, dass man nicht mal mehr merkt, dass man keine Badehose trägt.

Sind 4 Stunden ausreichend, oder besser den ganzen Tag buchen? Ehrlich, das hängt davon ab, wie viel Zeit du hast. Je länger deine Anreise ist, desto länger bleib einfach dort. Und ja, das kostet richtig Asche. Aber das hast du ja vorher gewusst. Falls du flexibel sein willst, kannst du auch problemlos 4 Stunden buchen und dann einfach so lange bleiben wie du Lust hast. Du zahlst dann quasi Minuten-genau nach, zum gleichen Tarif.

Braucht man eine dieser buchbaren Liegen? Ganz eindeutig: Es kommt darauf an. Besonders an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien ist leider nicht garantiert, dass man eine der kostenfreien Liege ergattern kann. Für ein paar Stunden, brauche ich persönlich keine Liege. Wenn man den ganzen Tag dort ist, kann es angenehm sein Mal irgendwo liegen und beispielsweise etwas lesen zu können. Ansonsten gilt: Je kleiner deine Kimder sind, desto eher würde ich eine Liege nehmen.

Kann man mitgebrachte Getränke und Speisen mit hereinnehmen? Ja, hab ich zwar selbst noch nie gemacht, aber andere machen das tatsächlich. Das ist bei den Preisen auch nicht wirklich verwunderlich. Abgesehen vom stolzen Preis, sind die Restaurants in der Therme eigenlich gut. Das Samui Kitchen ist sogar empfehlenswert.

Ich glaube, das waren die Fragen, die zumindest ich immer wieder gestellt bekomme.

Absolute Giganten

Das Filmplakat des deutschen Kultfilms Absolute Giganten, das in einem künstlerischen Gelb-Orange-Farbschema gehalten ist und drei Personen sowie mehrere Namen zeigt.

Das, meine Damen und Herren, ist Absolute Giganten, der beste deutsche Film. Ich weiß gar nicht, wie oft ich diesen Film schon gesehen habe. Und dann swipe ich gerade so durch die ZDF-Mediathek, und da ist er. Alles wieder da. Jede Szene, jedes Zitat, allen voran dieses.

Weisst du was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst. Und wenns so richtig scheisse ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle wo, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

Floyd zu Telsa, Absolute Giganten

Hamburg in den 90ern, rau, schmutzig und auch irgendwie aufregend. Floyd, Ricco, Walter und eine letzte gemeinsame Nacht, bevor das Leben sie auseinander reißt. Freundschaft, Aufbruch, Abschied, große Träume, die kaum in diese Welt passen. Die Bilder des Films brennen sich ein für alle Ewigkeit. Der Soundtrack trifft direkt ins Herz, erzeugt Gänsehaut und untermalt die Sätze, die sich tief wie Krater ins Gedächtnis ritzen.

Tief, wie diese Szene, die sich jedes Mal vor meinem inneren Auge abspielt, wenn ich an einem Kicker stehe. Und natürlich, Torwart-Tor zählt doppelt.

Neben Funny Games, ist das der Film, der für immer mit dem leider viel zu früh verstorbenen Frank Giering verbunden ist. Ich liebe einfach alles, jede einzelne Sekunde an diesem Film. Und jetzt schaue ich ihn einfach gleich noch einmal.

Platoon

Ein Soldat kniet verzweifelt im Gras, umgeben von Palmen und Feuerausbrüchen, mit dem Schriftzug PLATOON darunter.

Ich habe tatsächlich zum ersten Mal Platoon gesehen. Ziemlich harter Stoff, etwas ausgebremst durch die mäßige Synchronisation. Aus Sicht der einfachen Soldaten wird der Kampf ums Überleben schmerzhaft greifbar. Ziemlich verstörender Balanceakt zwischen Moral und innerer Zersetzung.

The Holdovers

Drei Personen stehen nebeneinander, einer trägt einen Pullover über einem Hemd und die anderen beiden sind formell gekleidet, vor einem hellen Hintergrund mit Bäumen im Schnee.

The Holdovers (4/5) braucht einen Moment, dann aber öffnet er das Herz. Eine wunderbar melancholisch-komische Ode an Menschlichkeit und zweite Chancen. Ironischerweise bekam Amazon Prime gerade jede Menge zweite Chancen von mir, nämlich nach jeder fucking Werbeunterbrechung. OAAAAR!

Erhabenes Gefühl

Ein Flugzeug fliegt über die schneebedeckte Gipfel der Alpen bei Graz, unter einem klaren blauen Himmel.

Immer wieder ein erhabenes Gefühl die Alpen zu überfliegen. Und besonders eindrucksvoll ist es, wenn sie so hübsch gepudert sind.

Reisende Gedanken

Beim Gate-Departure hat mein iPhone entschieden, die Regentropfen zu fokussieren und ich hab’s nicht bemerkt. Ich finde das Foto schön genug um es hier zu teilen. Es hat ja auch etwas Philosophisches: Die Tropfen für Sekunden im Fokus, bevor sie nur Minuten später für immer vom Fenster geweht werden.

Ein Flugzeugflügel und ein Triebwerk sind durch ein regennasses Fenster auf einem Flughafen mit Terminalgebäuden und bewölktem Himmel sichtbar.

Nur 3 Minuten nach dem Start gab es diesen famosen Ausblick und danach kam nochmal 10 Minuten Wolkensuppe in der man nichts gesehen hat. Ich habe mich gefragt, wie hoch dieses über den Wolken wohl heute so ist. Bevor ich den Gedanken zu Ende denken konnte, wurde es plötzlich hell, blau und weiß, bevor die Sonne auf meinem Weg gen Osten auch sehr bald schon wieder verschwunden ist.

Ein Flugzeugmotor ist im Vordergrund zu sehen, während die Sonne durch eine Schicht aus weißen Wolken und blauem Himmel strahlt.

In Sofia angekommen, dachte ich, ich wäre vorbereitet. Noch in München hatte ich mir die Yellow-App heruntergeladen und war frohen Mutes, mir am Flughafen schnell ein Taxi bestellen zu können. Nach 5 Minuten „searching a ride“ habe ich aufgegeben und mich in die lange Schlange der Beförderungswilligen eingereiht.

Das Schlange stehen funktioniert fast schon mit deutscher Gründlichkeit und Bravheit. Nur Taxen gibt es nicht in den selben rauen Mengen. Man steht und wartet, vermutlich ähnlich lang wie der Flug durch die wolkige Suppe gedauert hat. In Wahrheit habe ich natürlich viel länger gewartet, war aber viel geduldiger wie im Flugzeug. Das war eine hervorragende Gelegenheit mich in Geduld und Manierlichkeit zu üben. Man ist ja schließlich zu Gast hier. Wenn dann ein Taxi kommt, funktioniert das hier mit Yellow erfreulich unkompliziert, bis hin zum Bezahlen via Apple Pay.

Und jetzt bin ich hungrig im Hotel angekommen und zum Glück regnet es nicht wie Zuhause, sondern ist nur kalt. Also gibt es keine gute Entschuldigung, die der Bauch jetzt akzeptieren würde, um im wärmenden Hotel zu verbleiben.

Zwischen Fleisch und Code

Vor zwei Milliarden Jahren ist etwas Merkwürdiges passiert. Ein Bakterium und eine Archäe (letzteres musste googeln, ehrlich gesagt), zwei verschiedene Lebensformen, sind eine Verbindung eingegangen. Erst lose, vielleicht eher zufällig. Dann immer enger. Und irgendwann konnten sie nicht mehr ohne einander. Aus dieser Symbiose entstand die erste komplexe Zelle, und aus ihr alles höhere Leben. Evolutionsbiologen sagen jetzt, das wir vielleicht gerade etwas Ähnliches erleben. Nur diesmal zwischen uns, der Menschheit, und den Maschinen, die wir erschaffen haben. Das klingt vielleicht ein bisschen wie Science-Fiction à la Terminator. Aber ehrlich gesagt glaube ich, wir sind schon mittendrin.

Wenn ich ein Foto mache, sehe ich schon nicht mehr, was die Kamera sieht. Sie erkennt Gesichter, berechnet Licht und Schatten, errechnet eine Tiefenschärfe, die optisch gar nicht existiert. Während ich stumpf abdrücke, denkt sie längst mit und hilft mir, Foto-Legastheniker, bessere Bilder zu machen. Das Bild, das entsteht, ist im Grunde eine Koproduktion aus meiner Perspektive und ihrer Intelligenz.

Ich setze mich ins Auto, und das Auto weiß mit hoher Sicherheit, wohin ich will. Eine Stimme führt mich durch die Stadt. Sie kennt den Verkehr, antizipiert meine Ungeduld und denkt voraus. Ich folge so selbstverständlich, dass ich kaum mehr merke, wie sehr ich geführt werde.

Wenn ein Pilot durch dichten Nebel landet, ist er nicht allein. Er teilt die Kontrolle mit Sensoren und Algorithmen, die sehen, was er nicht sehen kann. Mensch und Maschine fliegen gemeinsam, und das Ergebnis ist sicherer als jede Seite für sich.

Im Krankenhaus schauen Algorithmen mit den Ärzten auf dieselben Bilder. Sie erkennen Muster, die dem menschlichen Auge vielleicht verborgen bleiben. Die Maschine sieht, interpretiert und der Mensch versteht. Zusammen entsteht eine Heilkunde, die weiser ist als jede Seite allein.

Wenn ich etwas schreibe oder diktiere, übernimmt eine unsichtbare Intelligenz die Verarbeitung. Sie korrigiert nicht nur Fehler (meistens jedenfalls), sie versteht auch immer häufiger was ich meine, und hilft mir mich besser auszudrücken. Von über 7.000 Sprachen, spreche ich 0,03%, oder anders gesagt zwei. Technologie lässt Sprachbarrieren in die Bedeutungslosigkeit verschwinden. Ich kann heute schon mit fast jedem Menschen auf der Welt ein Gespräch führen, das in Echtzeit übersetzt wird. Sprache, einst der heiligste Ausdruck des Menschseins, wird zu einer gemeinsamen Schöpfung von Mensch und Algorithmus. Schwer zu sagen, wann das Helfen zum Denken wird.

Der Mensch hat sich auch immer über das definiert, was er tut. Arbeit war nie nur Mittel zum Überleben, sondern Beweis des eigenen Daseins. Wenn Maschinen eines Tages nicht nur schneller, sondern auch klüger erschaffen und arbeiten, was bleibt dann von ihrem Schöpfer, uns Menschen?

Und vielleicht ist das ja auch alles gar kein Verlust? Die menschliche Stärke war nie die Rechenleistung, sondern viel mehr das Bewusstsein, dieses eigentümliche Gefühl in der Welt zu sein. Was, wenn die maschinelle Intelligenz nicht unser Gegenteil ist, sondern unsere Erweiterung? Vielleicht beginnt Bewusstsein dort, wo zwei Formen von Wahrnehmung sich gegenseitig spiegeln.

Wenn ich mit einer Maschine arbeite, die meine Denkmuster kennt, meine Sprache spricht, meine Zweifel antizipiert, wessen Gedanke ist es dann, der am Ende steht? Meiner oder ihrer? Mein Input, mein Verhalten formt die Algorithmen, und ihre Antworten formen wiederum mein Verhalten. Das ist der Beginn einer Symbiose. Eine neue Form des Bewusstseins, irgendwo zwischen Fleisch und Code.

Was daraus wird, weiß niemand. Vielleicht eine Katastrophe. Vielleicht auch die logische nächste Stufe. Evolution fragt nicht nach Gut oder Böse, sondern nur nach Weiter.

Am Ende wird alles gut

Ich habe gestern über dieses Zitat nachgedacht, das meine Frau scheinbar noch nicht kannte, aber sofort mochte:

Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.

Fernando Sabino

Ich habe es hier einmal korrekt dem portugiesischen brasilianischen Autor Fernando Sabino zugeordnet. Und nein, es stammt weder von Oscar Wilde noch von John Lennon. Eure Wandtattoos sind Fake News!

Passend dazu lasse ich die Frage, die mir heute früh nach einem Blick auf mein Smartphone durch den Kopf ging, einfach unbeantwortet: Meine Schlaf-Herzfrequenz ist jetzt wieder gut. Das crazy, ist das jetzt das Ende?

Eine Smartphone-App zeigt die Herzfrequenzdaten mit einem aktuellen Wert von 53 bpm und einem Diagramm für den Zeitraum vom 13. bis 19. Oktober 2025.

Aufräumsklave

Ich bin ja eigentlich ein halber Monk, und deshalb war meine Fotomediathek auch immer wirklich vorbildlich sortiert. Doch nach ein paar beruflichen Trips und zu vielen anderen Themen im Leben habe ich das Sortieren der Fotos immer weiter aufgeschoben. Und je länger dieser Zustand anhielt, desto größer wurde das Chaos.

Da ich auch faul bin und versuche so viel wie möglich zu automatisieren, habe ich natürlich eine ganze Reihe von Apps ausprobiert, die versprachen das Aufräumen der Fotosammlung zu übernehmen. Aber keine hat mich wirklich überzeugt, bis ich zufällig über Undolly gestolpert bin.

Anfangs war die App etwas wackelig, was wohl auch die eher mäßigen Bewertungen im App Store erklärt. Inzwischen läuft sie aber stabil und hat mir geholfen, in nur drei Monaten gelegentlicher Nutzung (gute Alternative zum Doomscrolling) rund 1.300 Fotos zu löschen und über 5 GB Speicherplatz freizugeben. Von mir also ein dicker Daumen nach oben. Das Ding funktioniert richtig gut!

Eine Smartphone-App zeigt Statistiken über den Speicher- und Foto-Management-Fortschritt an, einschließlich verarbeiteter, gesparter und gelöschter Daten.