
Wenn ich beruflich in Bremen bin, was derzeit fast jede Woche der Fall ist, komme ich zweimal täglich bei den Bremer Stadtmusikanten vorbei. Am Abend kann man immer ein schönes Schattenspiel begutachten und wird somit direkt an das Märchen erinnert.

Wenn ich beruflich in Bremen bin, was derzeit fast jede Woche der Fall ist, komme ich zweimal täglich bei den Bremer Stadtmusikanten vorbei. Am Abend kann man immer ein schönes Schattenspiel begutachten und wird somit direkt an das Märchen erinnert.


Ich war beruflich kurz in Oslo und hatte leider viel zu wenig Zeit für diese sehr sehenswerte Stadt und das leckere Essen.
Norwegen steht auf der Liste für mindestens zwei weitere Besuche. Einmal im Sommer, mit einem Wohnmobil oder dem Zelt mitten durchs Land. Und dann noch einmal im Winter, auf den Hurtigruten das Polarlicht bestaunen.


Kurz vor der Eröffnung des jährlichen Weihnachtsmarktes ist die Fraueninsel romantisch leer und sehr sehenswert.
Nachdem ich die Einreise-Formalien überstanden habe (die spinnen!) war ich beruflich eine Woche in Los Angeles. Natürlich zum Arbeiten. Aber wenn man schon mal da ist, kann man sich ja auch ein bisschen was ansehen. Und was schaut man sich dort so an?
Auf jeden Fall das Griffith Observatory, von dem aus man den vermutlich eindrucksvollsten Sonnenuntergang über L.A. beobachten kann. Von dort aus hat man auch einen sehr guten Blick auf das berühmte Hollywood-Zeichen in den Hollywood-Hills.



Ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten, aber Essen kann man in Amerika sensationell gut. In Erinnerung bleibt mir vor allem das Abendessen im Cafe Integral im Freehand Hotel direkt in Downtown Los Angeles. Hier habe ich mit Abstand den bisher besten Fisch und den weltbesten Hummus meines Lebens gegessen. Danach gab es noch Cocktails auf der Dachterrasse. Atemberaubend!

Weil sich die Chance geboten hat, haben wir uns ein Basketballspiel im Staples Center Cryptoarena angesehen. Gespielt haben die LA Clippers Vs. Portland Trail Blazers (107:101). Ewig erinnern werde ich mich daran, für 3 Hotdogs und 3 Bier über 80 Dollar bezahlt zu haben. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, waren die Hotdogs auch noch unfassbar schlecht. Ich war wirklich sprachlos.

Aber die einzigartige Atmosphäre hat schon bei der Nationalhymne begonnen.
Und hat sich dann natürlich auch über das gesamte Spiel hinweg fortgesetzt, und war am Ende jeden einzelnen Cent wert.
Durch den Topanga-Canyon sind wir dann über Malibu nach Santa Barbara gefahren. Im Topanga-Canyon gibt es eine kleine alternative Kommune in der auch Uschi Obermaier lebt. Hier gibt es ein paar wirklich skurrile Geschäfte.

Dann also endlich Malibu Beach, bekannt vor allem durch David Hasselhoff und Pamela Anderson. Dort gibt es auch den berühmten Malibu-Pier der schon in unzähligen Filmen Kulisse war.


Weiter ging es auf dem Highway 1 nach Santa Barbara um dann endlich irgendwann an der Old Mission anzukommen. Aber auch abseits von diesem historischen Ort ist Santa Barbara mit seinen klar sichtbaren mexikanischen Einflüssen unheimlich sehenswert und fast schon pitoresk.



Und natürlich sind wir dort »richtige« Autos gefahren. Autos, neben denen ein BMW X5 wie Spielzeug wirkt. Das ist wirklich unheimlich grotesk, wenn man aus so einem Auto aussteigt. Man fühlt sich plötzlich so klein.

Und natürlich hatte ich den viel zu kleinen Koffer voll mit Mitbringseln. Und nachdem sich der 8-Jährige einen Cowboy-Hut gewünscht hat, war auch der im Gepäck.
Fazit: Ich war wahrlich kein Fan der Vereinigten Staaten von Amerika und deshalb angemessen skeptisch. Eine Woche hat alles geändert und natürlich ist die viel zu kurz. Ich komme wieder!
Nach Jahren also mal wieder ein Bauernhofurlaub, diesmal im wundervollen Kärnten, genauer auf dem Arlitscherhof in Bad Eisenkappel. Unsere Idee war, dass hier für jeden etwas dabei ist: Für den Vater ausgiebiges Wandern. Für die Frau die Region rund um den Wörthsee. Für den 8-jährigen der Bauernhof. Und für die Tochter das WLAN. Und für die Entspannung aller das Baden im Klopeiner See, dem wärmsten See Österreichs. Um es vorwegzunehmen, das ist mehr oder weniger auch genau so aufgegangen.
Der Arlitscherhof war uns eine sensationell gemütliche Unterkunft. Die Gastgeberfamilie herzlich, ohne dabei aufdringlich zu sein. Für die Kinder gab es ein paar Tiere zum Streicheln und Füttern und ich konnte morgens je nach Lust und Laune auf die Berge joggen.

Natürlich waren wir auch wandern. Zuerst sehr gemütlich, mit dem Auto auf 1.553 m hochgefahren und rund um die Eisenkappler Hütte und später entlang der Trögerner Klamm. Außerdem noch rund um den Georgiberg und im Anschluss rauf zur Kapelle.


Eine kleine Reise um die Welt haben wir uns im Minimundus in Klagenfurt gegönnt (muss man meiner Meinung nach nicht unbedingt machen). Und wenn man schon mal in der Ecke ist, sollte man natürlich auch den Pyramidenkogel mitnehmen und auch den Mut haben herunterzurutschen (hatten wir nicht).
Der Tierpark in Rosegg war ein wundervoller Tagesausflug. Wahnsinnig viele Tiere können sich hier frei bewegen, was zu einmaligen Erlebnissen führt. Einem Steinbock an die kalte Schnauze zu fassen, ist auch nur etwas für Mutige.

Neben unzähligen Badestunden im wahnsinnig tollen Klopeiner See und im Freibad (direkt neben unserer Ferienwohnung) haben wir auch noch einen Abstecher in die Hauptstadt von Slowenien gemacht – hauptsächlich zum gemütlich durch die Stadt schlendern und Shoppen.


Ein atemberaubendes Highlight war der Besuch in den Obir-Tropfsteinhöhlen. Wer in der Nähe ist, sollte sich die unbedingt ansehen. Auch der Wildensteiner Wasserfall ist ein sehenswertes Kleinod.
Das Highlight schlechthin war dann aber unsere »richtige« Bergwanderung. Ich habe eingebildet, den Oberen Petzen-Rundmarsch über die Feistritzer Spitze (2.113 m) zu machen. Die Tochter war davon nicht zu begeistern und ist direkt in der Ferienwohnung geblieben. Also sind wir nach dem Frühstück zu Dritt mit der Seilbahn auf die Bergstation des Petzen gefahren.



Der Weg zur Feistritzer Spitze lief sensationell gut und war einfach nur eine atemberaubend schöne Wanderung. Auch der 8-Jährige hatte keine Probleme den Aufstieg zu meistern, auch wenn wir ihn hier und da an Passagen mit steilen Abgründen sicherheitshalber gehalten haben.
Das Gipfelkreuz war schnell erreicht und nach einer Brotzeit wollte ich die Rundwanderung fortsetzen. Was ich nicht bedacht hatte war, dass es an am Tag zuvor geregnet hat. Deshalb war der steile Abstieg durch den Kiefernwald eine einzige Rutschpartie zwischen den schroffen Felsen.

Irgendwann war es dann auch so weit, ich hab mich langemacht und mir das Knie geprellt. Es ist wirklich ein Wunder, dass wir alle heil wieder an der Bergstation angekommen sind.
Das richtige Problem kam aber erst noch: An der Bergstation angekommen, mussten wir feststellen, dass die letzte Talfahrt vor über 40 Minuten gegangen ist. Ab hier war dann Adrenalin pur angesagt. Zum Glück haben wir in einer Hütte ein paar erfahrene Bergwanderer angetroffen, die dort übernachtet haben. Die waren so nett die Bergwacht zu informieren, damit wir nicht bei aufziehender Dunkelheit von 1.492 m Höhe die Versorgungsstraße ins Tal heruntergehen müssen.
Und jetzt kam das wirkliche Problem: Wie sich herausgestellt hat, konnte die Bergwacht nicht zur Bergstation rauf fahren, da an diesem Tag Baumfällarbeiten stattgefunden haben und die Versorgungsstraße durch eine Vielzahl von Baumstämmen blockiert war.

Wenn wir nicht auf dem Petzen übernachten wollten, mussten wir also irgendwie diese Holzberge überwinden. Das war gar nicht so ungefährlich: Darüber klettern unmöglich, ohne zu riskieren dass alles in Bewegung gerät und man unter Tonnen von Holz begraben wird. Rechts war ein steiler Abhang und auf der anderen Seite ein glitschiger Berghang mit dichtem Geäst. Mangels Alternativen haben wir uns mit Händen und Füßen, mit viel Muskelkraft und noch mehr Tränen durch das Dickicht am steilen Berghang gekämpft. Und irgendwann hatten wir es geschafft und saßen im Auto des netten Herrn von der Bergwacht.

Das letzte Highlight unseres Urlaubs war dann ein Besuch auf der sehenswerten Burg Hochosterwitz. Diese Hochburg steht auf einem 175 m hohen Felsen und ist mit insgesamt 14 großen Torbauten ein ziemlich beeindruckendes Bauwerk mit einer prall gefüllten Waffenkammer.
Fazit: Dieser Urlaub war ein echtes Abenteuer und wird lange, lange, lange in Erinnerung bleiben.

Der 8-Jährige spielt im Wald.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: Hamburg ist die schönste Stadt Deutschlands. Und da ich beruflich schon oft in Hamburg war, war es nun mal an der Zeit, die Familie von der Einzigartigkeit von Hamburg zu überzeugen. Wir haben uns also in den Pfingstferien in den ICE gesetzt und sind für eine Woche nach Hamburg gefahren. Untergekommen sind wir in einem sensationell guten, aber erstaunlich günstigen Airbnb in Blankenese. Von dort aus haben wir dann eine Woche die Stadt unsicher gemacht.
Von vornherein fest gebucht war lediglich ein Besuch im Musical König der Löwen. Ich gebe es gern zu: Ich war sehr skeptisch, vor allem weil es für 4 Personen - wenn man vernünftige Sitzplätze will - alles andere als ein Schnäppchen ist. Meine Skepsis war dann aber schnell verflogen und am Ende waren wir alle - einschließlich mir total geflasht. Und wenn wir wieder mal in Hamburg sind, gehen wir auch definitiv auch wieder ins Musical.
Neben den Landungsbrücken, der Reeperbahn und der Speicherstadt haben wir natürlich auch vielen anderen Sehenswürdigkeiten einen Besuch abgestattet, die man sich in Hamburg eben so anschaut. Wir sind mit der Fähre gefahren, die in Hamburg ja quasi wie ein Bus verkehrt. Wir haben die Elbstrände unsicher gemacht und liebend gern im portugiesischen Viertel Abend gegessen.
Ausdrücklich abraten möchte ich eigentlich nur vom Wachsfigurenkabinett Panoptikum. Auch wenn es den Kindern sehr gut gefallen hat, als Erwachsene, waren wir eigentlich nur enttäuscht.



Die Kinder wollten auf jeden Fall noch in das Miniatur-Wunderland. Keine Frage, das ist wirklich sehenswert und man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Aber es ist auch viel und irgendwann wird man müde vor lauter Details.



Fazit: Wenn es eine Stadt gibt, die als Wunschziel wieder und immer wieder genannt wird, ist es Hamburg. Das war definitiv nicht unser letzter Besuch in dieser tollen Stadt.

In diesem Jahr hat der 7-Jährige glatt die doppelte Menge Schnecken gerettet.

You had one job! Ich frage mich ja ernsthaft, wie so etwas passieren kann.
Nils Frahm hat in diesem Jahr mal wieder abgeliefert. Sein Album All Melody ist die perfekte Symbiose aus klassischen Elementen und moderner elektronischer Musik. Oder wie der NDR es beschrieb:
Nils Frahm zieht uns auf »All Melody« durch goldene Chorpassagen und schattige Kammermusikinstallationen in seine typischen grazilen Klavierminiaturen. Und schließlich geht es auch, man merkt es erst kaum, in wuchtigere Gebäude, Beats drücken von unten, elektronische Clubmusik, die gibt es ja auch noch. Gerade dieses Reisen durch kontrastierende Stimmungen gibt All Melody manchmal fast etwas Symphonisches.
Dieses Album habe ich dieses Jahr unzählbar oft hoch und runter gehört. Für mich ist es das Album des Jahres. Abgesehen davon gab es dieses Jahr noch zwei Neuentdeckungen aus heimischen Gefilden, die mich schwer beeindruckt haben.
Ich - das Album der Münchner Brassband Moop Mama - ist die perfekte Kreuzung aus Blasmusik und Rap mit Texten zum Nachdenken. Ein extrem eingängiger Sound, zu dem man sich einfach bewegen muss. Reinhören und das Album abfeiern!
Und zum Anderen hat Fynn Kliemann überraschenderweise offenbart, dass er offensichtlich nicht nur unkonventionell mauern, sondern auch noch ausgesprochen gute Musik produzieren kann.
Sein Album Nie war der Überraschungserfolg des Jahres - ich glaube auch für ihn. Wer diesen außergewöhnlichen Typen etwas näher kennenlernen will, sollte sich Gespräch mit ihm anhören. Direkt danach das Album in Dauerschleife!

Dieses Jahr war mit dem Lesen etwas nachlässiger. Insgesamt komme ich 2018 nur auf 8 magere Bücher und 6 Hörbücher. Und gelesen habe ich die meisten im Urlaub. In meinem Alltag gibt es momentan einfach zu wenig Zeit zum Lesen oder auch viel zu viele Alternativen zum Zeitvertreib. Dazu kommt, dass ich Hörbücher komplett aus meinem Leben verbannt habe. Dafür waren die wenigen Bücher, die ich in der zweiten Jahreshälfte gelesen habe, fast ausschließlich hervorragend.
Angefangen hat mein Jahr mit dem wundervollen Roman Alles Licht, das wir nicht sehen (★★★★★) von Anthony Doerr. In einer sprachlich eindrucksvollen und zutiefst berührenden Sprache zieht einen der Roman tief in das Leben der blinden Marie-Laure und dem Waisenjungen Werner, die im Zweiten Weltkrieg in der französischen Küstenstadt Saint-Malo aufeinander treffen. Für mich eines der besten Bücher der letzten Jahre.
Im Urlaub habe ich mich durch eine Handvoll Martin Suter gelesen. Nicht erst seit diesem Urlaub ist Martin Suter mein absoluter Favorit, aber jetzt erst recht. Schade das er nicht schneller schreibt, wie ich lese.
Die Kurzgeschichtensammlung Abschalten - Die Business Class macht Ferien (★★★★☆) bietet kurzweilige Unterhaltung. Erschreckenderweise habe ich sogar hier und da Parallelen zu meinem eigenen Leben gesehen. Im Roman Lila, Lila (★★★★★) findet der Kellner David das Manuskript eines Buches, unter das er seinen Namen setzt und das dann zum Bestseller wird. David müht sich durch die Rolle des Bestseller-Autors, um die Liebe zu Sophie zu gefährden. Es bleibt bis zum Ende spannend, wie sich dieser Konflikt auflöst. Der Koch (★★★★☆) handelt von Maravan, einem Asylanten aus Sri Lanka. Als er seinen Job als Küchenhilfe verliert, verdient er sich mit einem Catering-Service für ein aphrodisierendes Dinner seinen Unterhalt. So schlittert er selbst in eine Liebesgeschichte und eine politische Verschwörung. Ein spannender und gut bekömmlicher Roman über Liebe und Moral, wenn nur das permanente Hungergefühl nicht wäre. Der letzte Weynfeldt (★★★★☆) ist Liebesgeschichte und Krimi in einem. Adrian Weynfeldt, ein wohlhabender Gentleman und Kunsthändler, verfällt einer skrupellosen Frau. Und schon entspinnt sich ein origineller und unterhaltsamer Plot über ein Gemälde, eine Fälschung und zwei Leben, die völlig durcheinander gebracht werden. Der Ernährungskompass (★★★★★) von Bas Kast war ebenfalls ein Buch, das ich im Urlaub verschlungen habe. Das Buch ist so etwas wie eine Meta-Studie zur gesunden Ernährung. Bas Kast filtert aus tausenden Studien die gesicherten Ergebnisse heraus und formuliert 12 einfache Regeln, die jeder in seinem Leben unterbringen kann. Leicht verständlich und perfekt, um einen Überblick zu bekommen. Ein Buch, das wirklich jeder gelesen haben sollte, dem seine Gesundheit nicht egal ist.
Der Roman Ohne Spur (★★★★★) von Haylen Beck war ein Spontankauf am Bahnhof in Bremen. Das Buch ist ein Thriller der Extraklasse. Audra Kinney ist mit Ihren Kindern Sean und Louise im Auto auf dem Weg nach San Diego. Mitten in der Wüste Arizonas wird sie von der Polizei gestoppt. Der Sheriff durchsucht ihren Kofferraum und findet ein Päckchen Marihuana. Audra wird festgenommen und ihre Kinder gekidnappt. Ein Albtraum, aus dem es für Audra kein Erwachen zu geben scheint. Ich habe das Buch während der knapp 6-stündigen Fahrt nicht mehr aus der Hand gelegt und am nächsten Tag in einem Stück zu Ende gelesen. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Absolute Leseempfehlung!
Mein letztes Buch in diesem Jahr war Mitternachtspost (★☆☆☆☆) von William Kotzwinkle. Ich bin ja eigentlich ausgesprochener Kotzwinkle-Fan, aber mit diesem Blick hinter die Kulissen der New Yorker Regenbogenpresse und Boulevard-Journaille konnte ich dann doch nicht viel anfangen. Vielleicht lag es am fortgeschrittenen Alter des Romans oder am doch etwas speziellen Thema – mich hat er jedenfalls nicht gepackt. Ich habe das Buch abgebrochen.