Zerbrechliche Bilder

Wunderschöne Keramikbilder von Heidi Sabelus

Ich hatte das Gefühl, dass in unserem Esszimmer neben einem Peter-Torsten Schulz noch etwas Platz für eine Handvoll etwas kleinerer Bilder ist. Und da wir uns zu Weihnachten nur noch Geschenke machen, von denen beide etwas haben, habe ich mich spontan für diese Keramikbilder der Berliner Künstlerin Heidi Sabelus entschieden. Sie fügen sich fantastisch in unser Esszimmer ein und sind jeden Tag aufs Neue ein wundervoller Anblick.

Gardasee again

Zwei Kinder spielen in einem gelben, dreirädrigen Kleintransporter, der wie eine Piaggio Ape aussieht. Auf der Ladefläche ist ein Schild mit der Aufschrift "Osteria Bar Spaghetteria da Nando" zu sehen.

Wir haben es wieder getan. Wir haben im Grunde den gleichen Urlaub gemacht wie im letzten Jahr, auch wenn er dieses Jahr beinah in die Hose gegangen wäre. Wir waren vom Urlaubsgefühl am Gardasee so sehr begeistert, dass bei der Urlaubsplanung nicht der Ansatz einer Diskussion entstanden ist. Und auch in diesem Jahr haben wir uns wieder eine Ferienwohnung in den Bergen über Limone sul Garda gegönnt.

Im Grunde könnte ich es mir sehr einfach machen und auf den Urlaubsbericht vom letzten Jahr verweisen. Vieles davon haben wir erneut gemacht. Wir waren oft in Limone sul Garda. Wir haben uns wieder den Kick gegönnt, durch die Brassa-Schlucht zu fahren. Logischerweise haben wir wahnsinnig, oft unheimlich gut gegessen – und am allerliebsten bei unserem Lieblings-Italiener Da Nando. Und natürlich waren wir auch wieder in Malcesine und haben dort mehrfach das leckerste Eis am gesamten Gardasee genossen. Diesmal haben wir uns in Malcesine aber auch das Castello Scaligero angesehen. Vom Burgturm aus hat man einen tollen Ausblick auf den gesamten nördlichen Gardasee. Vom Felsen unterhalb der Burg sind die Jugendlichen wagemutig ins kühle Nass gesprungen.

Das beeindruckende Scaligerburg (Castello Scaligero) von Malcesine am Gardasee, das auf einem Felsen über dem Wasser thront. Im Vordergrund fährt ein Motorboot vorbei, und dahinter erheben sich majestätische Berge.

Eine felsige Bucht mit türkisblauem Wasser, vermutlich am Gardasee. Oben auf dem Felsen sonnen sich Jugendliche, und eine Person balanciert über eine gespannte Leine über dem Wasser (Slackline).

Eine rustikale Hauswand mit grünen Fensterläden, an der zahlreiche gerahmte Gemälde aufgehängt sind. Die Kunstwerke zeigen verschiedene Landschaften und Seestücke.

Eine Frau, von hinten gesehen, sitzt mit einem kleinen Kind, das einen Strohhut trägt, am Ufer des Gardasees in Malcesine. Im Hintergrund ist ein hölzerner Steg im Wasser erkennbar.

Hätten wir gewusst, dass an Mariä Himmelfahrt ganz Italien Familienausflüge unternimmt, wären wir vermutlich nicht ausgerechnet an diesem Tag in den Safari-Park Parco Natura Viva gefahren. Ein wirklich sehenswerter und sehr weitläufiger Zoo, den man aber vielleicht besser an einem anderen Tag besuchen sollte.

Eine Safari-Szene in einem Tierpark oder Zoo, wo eine Gruppe langhorniger Rinder (möglicherweise Watusi-Rinder) auf einer grünen Wiese steht. Eine Straße führt durch das Gelände, und rechts ist ein Auto zu sehen.

Ich wollte unbedingt die Wallfahrtskirche Madonna della Corona an der Ostseite des Monte Baldo besuchen. Das Besondere an dieser Kirche ist, dass sie direkt in den Fels gebaut wurde. Ein sehr schöner Ort mit einer tollen Atmosphäre und gar nicht so überlaufen wie ich befürchtet hatte.

Die Wallfahrtskirche Madonna della Corona, die spektakulär in eine senkrechte Felswand eingebettet ist. Sie ist von grünen Bäumen und Büschen umgeben, und im Hintergrund sind weitere Berge zu sehen.

Und ein wunderbar markantes Glockenläuten.

Ebenfalls wahnsinnig schön ist der Lago di Tenno. An diesem türkisfarbenen Bergsee tummeln sich vor allem viele Italiener. Wir hätten dort gern gebadet, aber es war dort tatsächlich noch steiniger als am Gardasee und leider waren die Schattenplätze alle belegt.

TIL

Er liegt auf einer Höhe von 570 Metern über dem Meeresspiegel, eingebettet in eine nahezu unberührte Naturlandschaft am Fuße des Monte Misone. Bemerkenswert ist seine besondere, ins Türkis bis Himmelblau gehende Farbe, weswegen er auch Lago Azzurro genannt wird.

Der Lago di Tenno, ein wunderschöner Bergsee mit hellem, türkisfarbenem Wasser und einem Sandstrand. Im Hintergrund erheben sich grüne, bewaldete Berge. Viele Menschen genießen das sonnige Wetter am Strand und im Wasser.

Da wir keine Lust hatten, am Tennosee auf spitzen Steinen in der prallen Sonne zu liegen, haben wir einen kurzen Fußmarsch eingelegt und sind nach Canale di Tenno gegangen. Das mittelalterliche Dorf gilt als eines der ältesten und schönsten des Landes. Der Ort fungiert als Treffpunkt für Künstler aus ganz Europa. Im frei zugänglichen Künstlerhaus Giacomo Vittone finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt. An diesem malerischen Ort kann man ein außergewöhnliches Flair erleben. Wenn man in der Nähe ist, sollte man unbedingt einen Abstecher hierhin machen.

Eine Frau sitzt auf einer Bank im Freien und streichelt einen Hund. Neben ihr stehen zwei Fässer, auf denen eine Tasse und eine Untertasse stehen. Zwei Kinder sind ebenfalls zu sehen, eines hält ein Eis in der Hand.

Eine schmale, gepflasterte Gasse im Künstlerdorf Canale di Tenno. Die Häuser bestehen aus Naturstein, und im Hintergrund sind hohe, bewaldete Berge unter blauem Himmel zu sehen.

Wie eingangs erwähnt, wäre der Urlaub beinah in die Hose gegangen. Wenige Kilometer über unserer Ferienwohnung hat der Wald in extrem unwegsamen Gelände mehrere Tage lang gebrannt. Löschflugzeuge haben im Gardasee Wasser aufgenommen und sind in die Berge aufgestiegen.

Auch Löschhubschrauber waren in den Bergen im Einsatz, was ich auf einem Video festhalten konnte. Wir haben tatsächlich damit gerechnet, dass die Region evakuiert wird. Nach ein paar Tagen hat sich die Lage aber dann zum Glück entspannt. Das war dann also doch wieder ein toller und auch etwas aufregender Urlaub am Gardasee.

Helsinki

In meinen Augen ist Helsinki nicht gerade aufregend oder pulsierend. Wahnsinnig viele Sehenswürdigkeiten gibt es auch nicht. Für eine europäische Hauptstadt geradezu enttäuschend.

Aber dafür ist Finnland landschaftlich sehr attraktiv. Zumindest ist der Anflug über unendlich viele Seen, Inseln und Wälder atemberaubend schön. Leider hat mir die Zeit gefehlt, das finnische Hinterland zu erkunden.

Blick von einer Insel vor Helsinki in die abendliche Bucht

Blick von einer Insel auf das abendliche Helsinki

Bücher im Frühjahr

Das Buch "Von Vögeln und Menschen" mit einem Paar Apple Airpods

Das einzige Buch, das ich in diesem Jahr bisher tatsächlich physisch gelesen habe, war Von Vögeln und Menschen (★★☆☆☆) von Margriet de Moor. Der Roman hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Die Geschichte ist eigentlich spannend und böte ausreichend Potenzial für einen lesenswerten Roman. Leider schafft es die Autorin jedoch nicht, Spannung aufzubauen. Die Story plätschert viel zu oft nur so dahin und verliert sich in anstrengender Gefühlsduselei.

Ein Hörbuch, das mich überrascht hat, war Das finstere Tal (★★★★★) von Thomas Willmann. Erzählt wird die Geschichte einer mysteriösen Todesserie, die eine verschworene Dorfgemeinschaft in einem abgeschiedenen Hochtal in den Alpen Ende des 19. Jahrhunderts in Aufruhr hält. Diesem Buch gelingt es von der ersten Seite den Leser tief in die bildgewaltige Geschichte zu ziehen. Das Hörbuch liest übrigens Matthias Brandt, was dem Buch definitiv sehr gut steht.

Wiener Strasse (★★★☆☆) von Tobias Regener ist ein Hörbuch, das man ganz nett nebenbei hören kann. Die Geschichte eröffnet eine surreale Welt aus vermeintlichen Künstlern, Hausbesetzern, Punks und sonstigen Freaks, die im Berlin der 80’er Jahre ihr Glück versuchen. Die Geschichte an sich ist wenig aufregend, aber durch die Art wie Regener das Hörbuch selbst liest, sehr sympathisch und bisweilen sogar komisch.

Der Schwarm (★★☆☆☆) von Frank Schätzing ist angeblich eines dieser Bücher, die man gelesen haben muss. Zugegeben, die Geschichte verspricht einiges an Spannung, aber leider verplappert sich Schätzing auf über 1000 Seiten so dermaßen, dass das Durchhalten zur Qual wird. Der Roman ist an Langatmigkeit und enttäuschenderweise auch viel zu häufig Trivialität kaum zu überbieten. Aber ich habe durchgehalten und das Buch zu Ende gehört. In der vagen Hoffnung, dass Schätzing sich vielleicht weiter entwickelt hat, habe ich im Anschluss in Die Tyrannei des Schmetterlings (★☆☆☆☆) reingehört, jedoch nach 8 Stunden bereits wieder vollkommen entnervt aufgegeben. Das Thema klingt unglaublich vielversprechend, aber diese bleiernde Monotonie, mit der Schätzing die Handlung vorantreibt, ist mir einfach zu fad.

Ich bin dann mal weg (★★★★☆) von Hape Kerkeling ist eines der Bücher, das mich positiv überrascht hat. Ich hatte ehrlich gesagt keine großen Erwartungen an eine Dokumentation der Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Das Buch war nicht nur kurzweilig geschrieben, sondern phasenweise sogar spannend. Hape Kerkeling hat es auf eine ganz wunderbare Weise geschafft, die vielen kleinen Anekdoten und Abenteuer auf dem Weg zu sich selbst in einer sehr mitfühlenden Art und Weise in Szene zu setzen. Man leidet und lacht förmlich mit ihm mit, wenn er da so den Jakobsweg entlang pilgert. Und am Ende bietet das Buch für alle, die offen dafür ist, auch auf ganz vielen Ebenen Lehrreiches.

Das Buch Raum (★★☆☆☆) von Emma Donoghue ist ein fesselndes Buch über eine Mutter, die mit ihrem Kind gefangen in einem einzigen Raum aufwächst. Die beklemmende Geschichte hat ein gewisses Potenzial, konnte mich aber irgendwie nicht wirklich fesseln. Zu langatmig und am Ende leider auch zu vorhersehbar.

Ich habe ja um Sebastian Fitzek bisher erfolgreich einen Bogen gemacht. Aus welchem Grund auch immer, aber Das Joshua-Profil (★☆☆☆☆) habe ich mir tatsächlich als Hörbuch geholt und angehört. Um es kurz zu machen: Hätte ich nur weiterhin konsequent einen Bogen um Fitzek gemacht. Diese permanente Aufgeregtheit, die anstrengend belanglosen Dialoge und die Abstrusität der Geschichte. Es ist einfach nur zum Davonlaufen schlecht. Nie wieder Fitzek!

Eine Handvoll Schnecken

Eine Kinderhand voll Schnecken

Der 6-Jährige hat ein paar Schnecken gerettet. Es fragt sich nur, ob die Schnecken das genauso sehen.

Glück gehabt!

Ein Schild mit dem Text "Gesundheitsbedingt geschlossen" in einem Schaufenster

Ich glaube Gesundheitsbedingt zu Schließen, ist besser wie Krankheitsbedingt.

Wunderwuzzi Kefir

Powergetränk Kefir

Ich bin seit einigen Monaten im Besitz einer eigenen Kefir-Kultur und »züchte« mir mit minimalem Aufwand und zu geringsten Kosten meine tägliche Portion, des Getränkes der Hundertjährigen. Selbst hergestellter Kefir gilt als wahrer Gesundbrunnen und ist - anders als das mehr oder weniger wirkungslose industriell gefertigte Zeug aus dem Supermarkt - auch noch ultralecker.

Gesundheitliche Wirkung von Kefir

Der »echte« Milchkefir ist von Natur aus laktosefrei und sorgt für ein gesundes Gleichgewicht der Darmflora und somit automatisch auch für eine positive Unterstützung des gesamten Immunsystems. Kefir reguliert den Blutdruck, hat eine antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung, verlangsamt das Altern der Zellen und führt schädliche Stoffwechselprodukte aus.

In der Medizin wird Kefir vor allem bei Magenbeschwerden, Darminfektionen und auch bei einer durch Antibiotika verursachten Dysbakterie eingesetzt. Außerdem sagt man Kefir auch eine positive Wirkung bei verschiedenen Allergien sowie bei Osteoporose und Erkrankungen von Leber, Gallenblase und Herz nach.

Und dabei ist Kefir auch noch sehr vielseitig konsumierbar. Natürlich ganz einfach pur als Getränk, als Dressing für den Salat oder auch im Müsli, als gesündere Alternative für Joghurt und Milch.

Ein leckeres Müsli mit frischen Obst und Kefir

Inhaltsstoffe von Kefir

Kefir ist eine komplexe Zusammensetzung aus verschiedensten Mikroorganismen (hauptsächlich Milchsäurebakterien, Hefen und Essigsäurebakterien) in einer symbiotischen »Lebensgemeinschaft«. Neben einem geringen Gehalt an Kohlensäure und Alkohol enthält Kefir vor allem Milchsäure, Kohlendioxid, Polysaccharide, Kalzium, Eisen, Iod, Magnesium, Folsäure, Niacin sowie die Vitamine A, B1, B2, B6, B12 und D.

Kefir selbst herstellen

Die Herstellung von Kefir ist trivial. Neben einer Kefir-Kultur benötigt man lediglich eine Handvoll Gläser mit Schraubverschluss sowie ein feines Haushaltssieb. Und so funktioniert es dann in der Praxis:

  • 500ml Milch (die Milch sollte ungefähr Zimmertemperatur haben) in ein Glas mit Schraubverschluss geben, mindestens zwei Teelöffel der Kefir-Kultur dazugeben und leicht umrühren. Den Deckel nur leicht verschließen, damit die entstehenden Gärgase entweichen können.
  • Das Glas nun für 12-48 Stunden an einem dunklen Ort bei 10-25°C Grad stehen lassen. Für eine cremigere Konsistenz sollte der Kefir regelmäßig vorsichtig geschwenkt werden. Je länger Kefir gärt, desto dickflüssiger, saurer, kohlensäure- und alkoholhaltiger wird er.
  • Ist der Kefir fertig, wird er durch ein feines Sieb in ein Trinkgefäß abgegossen und kann sofort genossen werden. Die Kefirknollen kommen so wie sind (nicht spülen) in ein frisches Glas mit Milch. Und schon beginnt das Schauspiel von vorne.

WARNUNG

Die Kefir-Kultur sollte nicht mit metallischen Gegenständen in Berührung kommen. Denn, chemisch gesehen ist Kefir sauer und saure Medien reagieren mit Metall. Und bei dieser Reaktion fliest Strom der die Kefir-Kultur schädigen oder gar vollständig töten kann.

Dem Kefir eine Pause gönnen

Kurze Abwesenheitszeiten von bis zu 7 Tagen überlebt Kefir relativ unproblematisch im Kühlschrank. Ich verteile meine Kultur dabei immer etwas großzügiger auf möglichst viele Gläser mit jeder Menge Milch. Damit befindet sich in jedem einzelnen Glas eigentlich genug Nahrung, um das Überleben der Kultur sicherzustellen. Bei längeren Abwesenheiten sollte man die Kefir-Kultur aber besser einfrieren.

📚 Bücherkram

Meine gelesenen Bücher 2017

Auch 2017 habe ich mir vorgenommen, wieder regelmäßig ein Buch zu verschlingen. Das Ziel war, ein Buch pro Monat. Am Ende waren es insgesamt 16 Bücher, auch wenn ich eigentlich nur 6 davon selbst gelesen habe. Die restlichen Bücher habe ich mir als Hörbuch vorlesen lassen. An dieser Art des »Lesens« habe ich schnell Gefallen gefunden, da ich in meinem Alltag nun viel häufiger ein Buch genießen kann.

Gelesen

  • »Der Distelfink« (★★★★☆) von Donna Tartt ist ein ziemlich dicker Schmöker. Erzählt wird die Geschichte von Theo Decker, der sich nach dem Verlust seiner Mutter in einer Abwärtsspirale befindet und dabei versucht, sein großes Geheimnis zu bewahren. Die Geschichte fesselt für viele Stunden. Störend sind jedoch die streckenweise episch breiten Ausführungen von Nichtigkeiten. Man hätte die Geschichte auch auf der Hälfte Papier erzählen können, ohne an Spannung einzubüßen.

  • Im Buch »Eine Frage der Zeit« (★★★★★) erzählt Alex Capus die aberwitzige Geschichte des deutschen Dampfschiffes Götzen. Das Schiff wird 1913 in Deutschland in seine Einzelteile zerlegt und - in 5.000 Kisten verpackt - nach Deutsch-Ostafrika verschickt, um auf dem Tanganikasee zum Einsatz zu kommen. Zur gleichen Zeit lässt England zwei Kriegsschiffe mit dem Zug quer durch Afrika zum Tanganikasee transportieren, um dort einen deutschen Dampfer zu versenken. Beide Missionen steuern auf das unvermeidliche Finale zu. Das Buch ist ein echter Leckerbissen, der auf historischen Tatsachen basiert. Hervorragend recherchiert und mit viel Witz und Ironie geschrieben.

  • In seinem Buch »Der goldene Handschuh« (★★★★☆) erzählt Heinz Strunk die wahre Geschichte von Fritz Honka. Er erlangte 1976 als Frauenmörder in Hamburg schaurige Berühmtheit. Seine Opfer nahm er aus der Hamburger Kneipe »Zum Goldenen Handschuh« mit. In klaren Worten schildert der Roman das Oben und Unten der Hamburger Gesellschaft der siebziger Jahre, und taugt somit fast zur Milieustudie. Stellenweise eklig, aber dennoch sehr fesselnd.

  • »Rechnung über meine Dukaten« (★★★★★) von Thomas Meyer ist ein vor Sprachwitz strotzender historischer Roman. Er handelt vom preußischen König Friedrich Wilhelm I., der Unsummen für seine Leibgarde aus lauter riesigen Männern ausgibt, die er zwangsrekrutieren oder gar entführen lässt. So landet auch der sächsische Bauer Gerlach bei den »langen Kerls« und wird zum Liebling des Königs. Während Gerlach fieberhaft überlegt, wie er von der Truppe flüchten könnte, hat König Wilhelm ganz andere Probleme. Die Kosten für seine »langen Kerrels« wachsen ihm über den Kopf. Der Roman ist nicht nur erstklassig recherchiert, sondern auch im Stil und Duktus der damaligen Zeit geschrieben. Ein äußerst amüsantes Lesevergnügen.

  • Die Komödie Die Physiker (★★★☆☆) von Friedrich Dürrenmatt ist ein echter Klassiker. Die Komödie thematisiert, welche verheerenden Folgen Wissenschaft haben kann. Das Buch ist leicht zu lesen und zaubert tatsächlich den einen oder anderen Schmunzler auf die Lippen. Ich würde es aber eher nicht als Komödie bezeichnen. Vielleicht funktioniert der Humor als Theaterstück besser.

  • Der hochgelobte Roman »Unterleuten« (★☆☆☆☆) von Juli Zeh hat mir ehrlich gesagt nicht gefallen. Die Handlung ist extrem platt und phasenweise viel zu schnell vorhersehbar. Bevor die Handlung dann ins vollkommen Triviale abgleitet, kommt eine groteske Wendung. Die Charaktere sind bis ins Klischee überzeichnet. Und dann auch noch diese unendliche Langatmigkeit sowie die aufgesetzte und viel zu gewollte Sprachwahl. Nicht mein Fall!

Gehört

  • »Sophia, der Tod und ich« (★★★★★) von Thees Uhlmann ist echt echtes Meisterwerk über die wirklich wichtigen Fragen des Lebens. Obwohl der Tod ein Tabuthema ist und sich niemand gern damit auseinandersetzt, ist er im Roman ein wahrer Kumpel und überaus sympathisch. Ein äußerst sprachgewaltiges Buch, das der Autor selbst mit einer enormen Leichtigkeit, jeder Menge Witz, Ironie und Humor als Hörbuch einspricht. Dieses Buch muss man durchsuchten!

  • Der Roman »Was man von hier aus sehen kann« (★★★★★) von Mariana Leky ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Es ist unheimlich unterhaltsam, märchenhaft schön und hat einen sehr feinen Humor. Sandra Hüller liest den Roman sehr einfühlsam. Man kann sich über ihre wundervolle Stimme förmlich in das Geschehen reinfühlen.

  • »Tyll« (★★★★★) von Daniel Kehlmann spielt in der düsteren Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der im 17. Jahrhundert ganz Mitteleuropa in Flammen gesetzt hat. In diese Zeit platziert Kehlmann Tyll Ulenspiegel - seines Zeichens Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur aus dem 14. Jahrhundert. Durch ihn erlebt und erfährt man die dunkle Epoche auf eine ganz neue Weise. Tyll begegnet Gelehrten, Ärzten, Henkern und Jongleuren und einem exilierten Königspaar. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschließt, niemals zu sterben. Ein vom großartigen Ulrich Noethen gesprochenes, ganz wundervolles Hörbuch.

  • Der Roman »Tschick« (★★★★★) von Wolfgang Herrndorf handelt von den 14-jährigen Jugendlichen Maik und Tschick (eigentlich Andrej) die in den Sommerferien mit einem geklauten Lada durch die ostdeutsche Provinz fahren und allerhand Abenteuer erleben. Ein sehr liebenswertes, spannendes und humorvolles Hörbuch für zwischendurch.

  • »Baba Dunjas letzte Liebe« (★★★★★) von Alina Bronsky ist ein Roman über eine Tschernobyl-Heimkehrerin, die mit wenigen Gleichgesinnten versucht ihr altes Leben in ihren leerstehenden Häusern wieder aufzunehmen. Ein beschwerliches Leben und eine zerbrechliche Gemeinschaft, die voller Humor beschrieben wird und eine tiefe Nachdenklichkeit zurücklässt. Ein sehr guter Roman und ein sehr hörenswertes Hörbuch, mit viel Atmosphäre, jeder Menge Poesie, voller Herz und Witz.

  • »Der Pfau« (★★★★☆) von Isabel Bogdan ist eine Komödie um einen verrückt gewordenen Pfau bzw. besser gesagt seiner Leiche in den schottischen Highlands. Ein kurzweiliges, aber dennoch sehr unterhaltsames Hörbuch, das von Christoph Maria Herbst mit viel Witz und Charme gelesen wird.

  • Der Roman »Die Vermessung der Welt« (★★☆☆☆) von Daniel Kehlmann handelt vom Leben der beiden Wissenschaftler und Forscher Alexander vom Humboldt und Prof. Carl Friedrich Gauß, welche Kehlmann im Verlauf seines Romans gekonnt miteinander verwebt. Der Roman ist nicht biografisch, bietet aber dennoch einen interessanten Blick auf die beiden großen deutschen Forscher. Leider fehlt dem Buch etwas Spannung und eine gewisse Stringenz in der Storyline.

  • »Totenfang« (★★★☆☆) von Simon Beckett ist der 5. Teil einer Kriminalreihe um den forensischen Anthropologen David Hunter. Der Roman spielt in den Backwaters, einem abgelegenen Mündungsgebiet in Essex. Der Roman weist eine durchaus spannende Geschichte auf. Ab einer gewissen Stelle wird der weitere Ablauf aber irgendwie vorhersehbar. Trotzdem ein Hörbuch, das man gut anhören kann.

  • »Ich. Darf. Nicht. Schlafen.« (★★★☆☆) von Steve Watson ist die Romanvorlage zum gleichnamigen Film mit Nicole Kidman. Die Spannung des Psychothrillers baut sich langsam auf und wird auch bis zum Ende gehalten. Teil der Geschichte und damit stilistisches Mittel sind die permanenten Wiederholungen, die das Buch phasenweise etwas langatmig machen. Der Plot der Geschichte ist gut gelungen, wenn auch manche Wendung etwas zu sehr konstruiert wirkt.

  • Ein absoluter Flop war »Zwetschgendatschikomplott« (★☆☆☆☆) von Rita Falk. Seichte Unterhaltung mit bayrischen Lokalkolorit. Spannung kommt im Grunde nie auf. Einzig die Stimme von Christian Tramitz macht es einigermaßen unterhaltsam und verhindert ein frühzeitiges Abschalten.

Alben des Jahres (MMXVII)

Ich bin ja eigentlich ein Alleshörer, dennoch war ich 2016 im Grunde nur von klassischer Musik Klaviermusik zu begeistern. Meine Lieblingsalben in diesem Jahr sind wieder deutlich vielschichtiger.

Mit Sugar Rush hat Nic Cester ein sehr kraftvolles und abwechslungsreiches Debutalbum veröffentlicht. Soul, Blues, Psychedelic Rock - irgendwie ist alles mit dabei. Ein Album, das man tatsächlich in Dauerschleife hören kann. Für mich die Neuentdeckung des Jahres.

Ich weiß, Wanda liebt oder hasst man. Dazwischen gibt es eigentlich nichts. Ich jedenfalls liebe Niente, das dritte Album der Wiener Jungs. Eingängige Melodien, der berühmte Wiener-Schmäh und Refrains, bei denen man einfach mitsingen muss. Dieses Album kann man eigentlich immer und überall hören.

Ohne Klavier ging es aber auch 2017 nicht: Endless ist das extrem hörenswerte Debütalbum von Luca D’Alberto. Neben klassischen Streichinstrumenten und dem Piano kommt auch eine elektrische Violine zum Einsatz. Alle Musikinstrumente wurden übrigens von Luca D’Alberto selbst eingespielt. Herausgekommen ist ein ausdrucksstarkes Kunstwerk, bei dem man leicht ins Träumen kommt.

Aus dem letzten Jahr höre ich übrigens immer noch Blue Hour von Federico Albanese sehr regelmäßig.

Am Thuner See

In diese sehenswerte Ecke der Schweiz hat es mich gerade beruflich verschlagen. Und wenn es nicht so atemberaubend teuer wäre, würde ich hier auch glatt mal Urlaub mit der Familie machen.

Blick über den abendlichen Thuner See auf die verschneiten Berge

Wohnviertel am Thuner See mit toller Aussicht

Sonnenuntergang in den Bergen am Thuner See

Oben links am Lago di Bènaco

Schmucker alter Hafen in Limone sul Garda

Trödelladen in Malcesine

Nachdem wir die letzten beiden Urlaube in eher nördlichen Regionen verbracht haben, hat es uns diesmal an den Gardasee verschlagen. Genauer gesagt an das Nordwestufer, nach Limone sul Garda. Noch genauer in die Berge darüber, nach Vesio – ein verschlafenes Dorf in der Tremosine mit einem sehr hörenswerten Glockenspiel.

Versteckte Badestelle am Gardasee nähe Limone sul Garda

Eingekeilt zwischen steil aufragenden Berghängen, weht in der nördlichen Ecke des Gardasees ein konstanter Wind. Aber auch wenn man nicht auf dem Surfbrett unterwegs ist, kann man hier im Wasser viel Spaß haben. Die steinigen Strände (Badeschuhe aus Neopren sind sehr zu empfehlen) sind extrem sauber und abseits der ausgewiesenen Badestrände auch angenehm leer. Ein besonders schwer zugänglicher und somit ruhiger Strandabschnitt findet sich hier. Schon das Parken direkt am Tunnel ist ein Abenteuer und das Ausparken ein echtes Kunststück.

Google Maps

Beim Laden wird eine Verbindung zu Google Maps hergestellt.

Nachdem das Trinkwasser hier leicht gechlort aus der Wasserleitung kommt, haben wir unser Trinkwasser alle paar Tage frisch aus der Quelle Acqua Benedetta geholt, an der sich auch viele Einheimische mit Trinkwasser versorgen. Der Weg dorthin ist abenteuerlich. Wenden kann man hier nur an sehr wenigen Stellen. Der Weg in dieses abgelegene Tal lohnt sich auch als Ausgangspunkt für Wanderungen in einer atemberaubenden Landschaft.

Google Maps

Beim Laden wird eine Verbindung zu Google Maps hergestellt.

Frisches Trinkwasser holen an der Quelle Acqua Benedetta

Eiskalter Bergbach mit großen Steinen und Treibholz

Künstlich angelegte Terrassen und Staustufen im Bergbach

Für Erfrischung an heißen Tagen sorgt der Bergbach, der eiskaltes Schmelzwasser in den Gardasee befördert. Große und kleine Steine, sowie künstliche Staustufen laden zum Verweilen im angenehm frischen Wasser ein. Damit ist dieser Ort die ideale Alternative zum Gardasee, besonders wenn es am See drückend heiß ist.

Zumindest wenn man sein Auto beherrscht, ist die Fahrt auf der Strada della Forra durch die Brasa-Schlucht ein einzigartiges Erlebnis. Im Anschluss das obligatorische Foto von der Schauderterrasse nicht vergessen!

Limone sul Garda ist sehr sehenswert, wenn auch stellenweise zu stark vom Tourismus geprägt. Einige Kilometer weiter südlich befindet sich das Städtchen Gargnano, das noch sehr authentisch geblieben ist. Mit seinen zwei Häfen ist dieser Ort wirklich sehenswert.

Auf der anderen Seeseite befindet sich das besonders sehenswerte Malcesine. Leider gehört dieser Ort zum Pflichtprogramm aller Touristen. In Malcesine gibt es im Dolce Vita das beste Eis weit und breit (unbedingt »Cassata Siciliana« probieren).

Unglaublich leckere Eisvielfalt im Dolche Vita Malcesine

Darüber hinaus sehenswerte Ziele: Solange man einen großen Bogen um die Casa di Giulietta macht, ist Verona ein lohnendes Ziel für einen Tagesausflug. Über eine Wanderung zur Santuario Di Montecastello freut sich nicht nur der Schrittzähler. Ehrlich gesagt, noch schöner als der Gardasee – vor allem zum Baden – ist der Ledrosee: Liegewiesen mit viel Schatten und viel weniger Touristen. Von hier aus kann man auch sehr schön wandern. Ein Abstecher hier hoch lohnt sich also auf jeden Fall.

Klebebotschaften mit Liebeserklärungen in der Casa di Giulietta in Verona

Im Restaurant Nando Di Dalo gibt es die leckersten Profiteroles der Welt

Fazit: Tolle Landschaft, nette Menschen und erstklassiges Essen. Für letzteres besonders zu empfehlen, ist an dieser Stelle das Nando Di Dalo in Tremosine. Uns hat es hier so gut gefallen, dass wir nächstes Jahr einfach noch einmal hierherkommen werden.

24-Stunden Notdienst

Weight Watchers 24-Stunden Notdienst in Berlin

Man sieht an diesem Foto sehr schön, wie sehr der gewählte Bildausschnitt die Nachricht beeinflusst. Auf den ersten Blick ist das lustig, das Weight Watchers einen 24-Stunden Notdienst anzubieten scheint. In Wahrheit, ist direkt daneben aber ein Bestattungsunternehmen, und die Telefonnummer ist einfach nur sehr unglücklich über dem Eingang von Weight Watchers angebracht. Vielleicht ist das aber auch Absicht.