Mehrweg als Dark Pattern

Okay, ich war schon echt lange nicht mehr im IKEA und vielleicht ist das ja gar kein großes Ding. Immerhin kooperieren IKEA und Recup schon seit Ende 2022. Und grundsätzlich finde ich das auch gut. Mehrweg gehört gefördert, keine Frage. Ich würde mir sogar wünschen, dass deutlich mehr Unternehmen diesen Weg gehen. Was ich allerdings überhaupt nicht leiden kann, sind Dark Pattern und genau so eines fährt IKEA rund um die wiederverwendbaren Becher.

Eine andere Beschreibung für das Verhalten der Selbstbedienungsautomaten im Schwedenshop fällt mir jedenfalls nicht ein. Diese packen nämlich still und heimlich bei jeder Getränkebestellung einen mit 1 Euro Pfand belegten Mehrwegbecher in den Warenkorb.

Und das nicht etwa so, wie man es von bekannten Fast-Food-Ketten kennt, mit einer aktiven Entscheidung im Bestellprozess, nein IKEA packt den Mehrwegbecher still und heimlich in den Warenkorb. Und wenn man ihn nicht will, muss man ihn selbst wieder entfernen, bevor man bezahlt.

Das ist kein Nudging, sondern schlicht Täuschung. Das eigentliche Problem ist aber, das IKEA das als Nachhaltigkeitsmaßnahme verkauft, aber vermutlich Profitmaximierung der echte Treiber sind.

Denn vielen Kunden fällt gar nicht auf, dass sie aus einem Pfandbecher trinken. Der Becher wird gar nicht zurückgegeben, sondern landet im Müll oder auf dem Tablettwagen und das Pfand bleibt bei IKEA hängen.

Bei einem Unternehmen das bekannt dafür ist, Bruchteile von Cents bei den eigenen Produkten zu sparen, nehme ich jedenfalls keine andere Erklärung ab, sorry IKEA.

Ah wusstet ihr übrigens, das Kallax seit neuestem ohne die Filzgleiter ausgeliefert wird? Ich auch nicht. Zum Glück habe ich eine Rolle selbstklebenden Filz Zuhause. Wieder 3 Cent gespart, Bravo IKEA.

Snowrider

Falls sich jemand fragt, was wir heute gemacht haben.

Stranger Things (3/5)

Ende letzten Jahres ist meine Timeline durchgedreht. Alle haben von der fünften Staffel von Stranger Things gesprochen. Ein Hype der bis zu diesem Zeitpunkt komplett an mir vorbeigegangen ist. Dann kam der Februar, der mich mit einer Erkältung auf die heimische Couch gezwungen hat. Und so habe meiner besseren Hälfte vorgeschlagen, gemeinsam Stranger Things anzufangen, immerhin, so das Versprechen, sei die Serie jetzt mit eben jener fünften Staffel garantiert auserzählt.

Ein Fernseher zeigt eine Nahaufnahme eines Bücherregals mit bunten Buchrücken, auf denen die Namen Lucas, Dustin, Max und Mike stehen. Eine Hand greift nach einem Buch im Regal.

Also haben wir, während ich auf der Couch gar fröhlich geschnieft habe, relativ zügig die ersten 3 Staffeln zusammen geschaut. Nach der ersten Staffel war ich hin und weg und auch Staffel 2 hat mir ganz gut gefallen. Staffel 3 war ein absoluter Reinfall und nachdem wir die hinter uns gebracht haben, hat sich meine Frau ausgeklinkt und gemeint, dass sie mir überhaupt nicht böse ist, wenn ich die Serie alleine weiterschauen würde.

Für Staffel 4 und 5 habe ich dann fast zwei Monate gebraucht. Nach der Arbeit war Abends auf der Couch entweder keine Langeweile oder schlicht keine Energie mehr vorhanden. Und ehrlicherweise war die Luft aus Stranger Things nach der echt miesen dritten Staffel auch etwas raus.

Die 4 Staffel war dann wieder etwas besser, also zumindest der Haupthandlungsstrang war spannend genug das ich am Ball geblieben bin. Die unzähligen Seitenstränge waren unnötig bis vollkommen abstrus und jedes Mal, wenn ins russische Gulag geschaltet wurde, habe ich sehr schwer geatmet.

Staffel 5 war dann wieder ganz okay, mehr aber auch nicht. Wenn Stranger Things auf dem Niveau von Staffel 5 begonnen hätte, hätte ich mir keine weitere Staffel angeschaut. So habe ich es aber durchgezogen bis zum vollkommen überzogenen Ende und dem Nachklapp der eigentlich in Folge 9 gehört hätte.

Wenn ich mir diese 5 Staffeln so anschaue, kann ich nicht so richtig nachvollziehen, was diesen Hype ausmacht. Es gibt andere, ähnlich lange Serien, die von Anfang bis Ende gut sind. Breaking Bad (5 Staffeln) zum Beispiel, oder Better Call Saul (6 Staffeln), Ozark (4 Staffeln) oder auch Gomorrha (5 Staffeln). Aber vielleicht sagt eben jene Auswahl von Serien, die ich allesamt als besser einschätze ganz einfach auch nur, das Stranger Things gar nicht so mein Genre ist?

Wie dem auch sei, ich glaube nicht, das Stranger Things so wirklich ganz vorbei ist. Das Ende war offen genug, das man da noch irgendwas dran basteln kann. Und nachdem das Pferd noch nicht tot ist, wird es von Netflix auch noch weiter geritten.

Morgendlicher Tanz auf der Leiter

Beim morgendlichen Gang durch den Garten habe ich ein zerbrochenes Ei am Boden entdeckt. Ich dachte zuerst, das Frau Elster wieder ein Nest geräubert hat, bis ein Blick nach oben das gesamte Ausmaß offenbart hat.

Irgendwer hat scheinbar heute Nacht, ein Ei, und zum Glück war es auch nur eins, gegen unsere Hauswand geworfen. Der erste Griff zum Gartenschlauch war nicht besonders erfolgreich. Die gelben, inzwischen eingetrockneten Flecken blieben, sehr unbeeindruckt vom kalten Nass, an der Hauswand kleben.

Mit dem zu Hilfe geholten Küchenschwamm ging es dann etwas besser, war aber eine elende Schrubberei und als sich der Schwamm langsam aufzulösen begann, hab ich lieber aufgehört, da sich schon bläuliche Spuren an der Hauswand abgezeichnet haben.

Der Gedankenblitz war dann, das Eigelb doch fetthaltig ist und demzufolge mit dem Fettreiniger, mit dem ich normalerweise die Dunstabzughaube reinige, vielleicht zu entfernen sein müsste. Das ging dann ganz gut, mit dem restlichen Schwamm, ohne blaue Verfärbungen an der Wand.

Ich war stolz und hab auf das bereinigte Werk von nächtlich vorbeiziehenden Trotteln geschaut, bis mir aufgefallen ist, das weiter oben, über dem Fenster noch mehr Ei klebte. Also Leiter aus dem Keller geholt, und auf Zehenspitzen mit Fettreiniger und Schwamm so gut es eben ging bearbeitet. Nachdem jetzt alles abgespült ist, sieht es wieder sauber aus, also bis zu den Stellen zu denen ich hinkomme. Der Rest wird hoffentlich mit der Zeit weg gammeln.

So und jetzt zu dir, du Eier werfender Idiot: Haben dir deine Eltern nicht beigebracht, wie man mit Lebensmitteln und dem Eigentum von anderen Menschen umgeht? Ich wünsche dir ganz viele Kinder, die alle so sind wie du.

Der Astronaut (2/5)

Ein Mann mit einem sportlichen Oberteil liegt entspannt auf einer matten Oberfläche, umgeben von Weltraum-Elementen. Im Hintergrund sind Sterne und Galaxien sichtbar, während der Titel des Films und die Besetzung in auffälliger Schrift platziert sind.

Ich hab ja nicht viel erwartet, aber das Wenige wurde tatsächlich unterboten. Es ist mir schleierhaft wie man aus einer solchen Vorlage einen Film machen kann, bei dem der halbe Kinosaal ständig am Kichern ist. Ryan Gosling hätte mir eigentlich Warnung genug sein sollen. Ich bin jedenfalls sehr stolz auf mich, dass ich in der Spätvorstellung nicht eingeschlafen bin.

Der Astronaut

Ein Mobiltelefon zeigt eine E-Mail mit Informationen zu dem Film "Astronaut - Project Hail Mary". In der E-Mail befindet sich ein Filmplakat, auf dem Ryan Gosling und Sandra Hüller abgebildet sind, begleitet von dem Text "Nur im Kino".

Der Astronaut war mit Abstand eines der besten Bücher das ich die letzten 2 Jahre gelesen habe. Seit heute läuft die Verfilmung im Kino. Meine Erwartungen sind ehrlich gesagt nicht sonderlich hoch, aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überraschen. Überrascht hat mich auf jeden Fall schon mal Sandra Hüller. Das Wochenendprogramm steht damit fest.

Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben.

Das war’s, heute wurde unser Festnetzanschluss abgeschaltet. Genaugenommen wurde er natürlich nicht einfach so abgeschaltet, sondern ich habe nach über 18 Jahren den Vertrag bei der Telekom beendet und bin - tada - zur Telekom-Tochter Congstar gewechselt. Dort ist alles etwas einfacher, moderner und auch günstiger. Und damit die Telekom überhaupt noch ein Alleinstellungsmerkmal hat, gibt es bei Congstar eben keine Festnetztelefonie.

Ein mobiles Festnetztelefon liegt auf einem gestreiften Sofa, neben einem Ladekabel und einer Ladeschale. Der Bildschirm des Handys zeigt eine Nachricht an.

Der Grund für den Wechsel war natürlich nicht, das Festnetz loszuwerden, auch wenn ich das Telefon in den letzten Jahren vielleicht zwei- oder dreimal in der Hand hatte. Der eigentliche Grund waren geringere Kosten für deutlich bessere Leistung. Oder anders ausgedrückt, für 5 Euro weniger im Monat, 2,5-mal schnelleres Internet. Und technisch bleibt man ja trotzdem Telekom-Kunde.

Glücklicherweise hat sich die Einstellung meiner Frau zum Festnetztelefon in den letzten Jahren dramatisch verändert, ohne das sich sagen könnte, warum genau. Mein erster Versuch vor einigen Jahren wurde noch rigoros abgeblockt, weil ohne Festnetztelefon könnte uns ja quasi niemand mehr erreichen.

Ich weiß noch, wie ich damals allerhand Zeit in die Recherche von SIP-Lösungen gesteckt und dann einfach aufgegeben habe.

Eine Handvoll Jahre später ist das alles egal. Festnetz brauchen wir nicht mehr, das hat inzwischen jeder eingesehen. Neben unserem Zahnarzt, der am Tag vor dem Termin noch einmal kurz auf dem Festnetz durchgeklingelt hat, haben, wenn überhaupt, nur noch 2 Personen diese Nummer einigermaßen regelmäßig angerufen. Und die rufen eben jetzt auf unseren mobilen Geräten an, die wir sowieso immer mit uns herumtragen. Und wenn nicht, hören sie ab jetzt eben Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben.

Mit dem Wegfall der Festnetznummer ist noch so ein kleines Stück Alltag verschwunden, das früher einmal ziemlich wichtig war. Früher hat sich eine Familie eine Telefonnummer geteilt, heute hat jeder Mensch seine eigene.

Wobei auch die Telefonnummer selbst langsam zu einem Relikt wird. Zum Telefonieren benutzt man sie ja irgendwie kaum noch. Eigentlich ist sie nur noch eine technische Kennung, damit mobile Geräte sich ins Internet einbuchen können, über das man dann Sprachnachrichten verschickt, chattet oder videotelefoniert. Mal schauen, was die nächsten 18 Jahre so bringen.

Überraschend lecker

Ein Teller mit einem bunten Salat, Tomaten, geröstete Brotwürfel und frisches Basilikum enthält. In der Mitte befindet sich eine Portion cremiger Burrata, die das Gericht ansprechend ergänzt.

Hier lag noch einiges herum, ohne dass es einen wirklichen Plan dafür gab. Vor allem Burrata, Fleisch- und Cocktailtomaten und eine Handvoll Kräutersaitlinge vom Mittag.

Die Fleischtomaten habe ich in Scheiben geschnitten, in Butter und groben Salz von beiden Seiten angebraten. Die waren dann Unterlage für den Burrata, die Cocktailtomaten, die gerösteten Brotwürfel und die ebenfalls in Butter gebratenen Kräutersaitlinge.

Alles mit ein paar in Honig und Chiliflocken karamellisierten Walnusskernen und einer Handvoll anderer Körner und Kräuter garniert und mit der leckeren Butter übergossen.

Für spontan zusammengeworfen war das extrem lecker. Vor allem die in Butter gebratenen Fleischtomaten waren der Hammer.

Awwwwww!

Im Vordergrund steht ein lattenzaun, der einen Blick auf einen Garten mit blühenden Kirschbäumen und einem alten Haus im Hintergrund freigibt. Der Himmel ist bewölkt und es ist eine grüne Wiese sichtbar.

Stimmungshooooooooooch.

Nobody (3/5)

Ein blutiger Mann mit sichtbaren Verletzungen im Gesicht steht im Mittelpunkt, während mehrere Fäuste aus dem Hintergrund auf ihn schlagen. Der Titel "NOBODY" erscheint am unteren Rand des Bildes.

Nobody (3/5) Genau der richtige Film nach so einer Arbeitswoche. Gute Unterhaltung ohne viel nachdenken zu müssen. Und Bob Odenkirk ist sowieso immer eine Bank.

Schon wieder Sofia

Jedes Mal, wenn ich Sofia besuche, entdecke ich irgendwas Neues, wie hier zuletzt im Dezember den deutschen Weihnachtsmarkt, der tatsächlich deutscher war wie die meisten die ich in heimischen Gefilden bisher so gesehen habe.

Die erste Entdeckung war eine handgeschriebene Grußbotschaft, die ich beim Boarding in München noch nicht zu knacken wusste. Als wir in Sofia gelandet sind, hat sich das Rätsel dann aufgelöst. Offensichtlich waren die beiden kleinen Mädels eine Reihe vor mir gemeint. Was für eine süße Geste der Lufthansa.

Ein gelbes Schild mit dem Logo der Lufthansa, das die Städte München (MUC) und Sofia (SOF) miteinander verbindet. Handgeschriebene Grüße an "Fidelia & Cosima" sind ebenfalls darauf zu sehen.

Sofia ist eine Stadt mit vielen Gesichtern, die auf faszinierende Weise römische Ruinen mit sowjetischer und moderner westlicher Architektur kombiniert. Ausnahmslos alle Menschen, die ich hier bisher kennengelernt habe, waren freundlich und ausgesprochen hilfsbereit. Und last but not least, kann man in Sofia wirklich ausgesprochen lecker schlemmen.

Eine Ansicht von Sofia, zeigt eine Vielzahl von Gebäuden mit unterschiedlichen Architekturstilen, darunter moderne und traditionelle Häuser. Im Hintergrund sind schneebedeckte Berge unter einem klaren blauen Himmel sichtbar.

Besonders mag ich den ganz und gar wunderbaren Ostblock-Charme, den man in Sofia an vielen Stellen noch ungefiltert zu sehen bekommt. Allein diese Tatra-Straßenbahn mal wieder live zu sehen, hat mein Herz vor Freude springen lassen.

Eine gelbe Tatra-Straßenbahn fährt auf einem Straßenabschnitt, während im Hintergrund ein modernes Gebäude und mehrere andere Fahrzeuge sichtbar sind. Der Himmel ist klar und blau.

Eine große, hängende Sternleuchte mit geometrischem Design aus Holz und vielen kleinen Lichtern strahlt in einem Raum mit rotem Licht und sichtbaren Betonwänden.

Auf dem Flughafen habe ich dann realisiert, wie nah Bulgarien an den aktuellen Krisenherden ist. Nicht das mir das vorher nicht bewusst gewesen wäre und ich hatte durchaus auch ein mulmiges Gefühl überhaupt in den Flieger zu steigen, aber US-Militärflugzeuge auf dem Rollfeld direkt am Terminal zu sehen, war dann doch noch einmal etwas anderes.

Auf dem Flughafenboden sind Gepäckwagen und eine Treppe zu sehen, während im Hintergrund Flugzeuge auf der Startbahn stehen. Die Landschaft wird von Bergen und klarem Himmel begleitet.

Fahranfänger

Wenn ich diese Tage mit dem 14-Jährigen im Auto sitze, dann brauche ich sehr viel Geduld. Er macht gerade seinen Führerschein, und wirklich, er weiß alles besser. Ich frage mich, ob er seinen Fahrlehrer auch so zutextet.