Ich hab schon länger nichts mehr hier aufgeschrieben. Dafür gibt es viele gute und nicht so gute Gründe. Ein Hauptgrund ist der übliche Wahnsinn rund um den Quartalswechsel, wenn Ziele ausgewertet und neu definiert werden dürfen. Das ist tatsächlich sehr motivierend, aber auch sehr anstrengend, bis dann mal notwendigen Teams und Abteilungen hinter einem neuen Ziel stehen.

Wenn ich dann am Abend mal Zeit und Muße habe, investiere ich derzeit alles in die Fertigstellung von Above. Und während ich das hier schreibe, stelle ich auch fest, dass ich noch nie öffentlich darüber geschrieben habe, was jetzt, nach knapp 1 Jahr endlich fertig zu werden scheint. Wenig überraschend, ist es eine iOS-App für eine gewisse Leidenschaft von mir, und vielen Millionen anderen Menschen auf der Welt. Wenn meine Pipeline heute Nacht autonom durchläuft, und Gigabyte-weise Daten erfolgreich abgelegt wurden, traue ich mich vielleicht noch dieses Wochenende zum ersten Mal den Vorhang zur Seite zu schieben.

Jetzt bereite ich mich aber erst einmal auf die morgige Kurzwanderung vor. Der 14-Jährige hat gestern Abend gefragt, ob wir am Samstag wandern gehen wollen. Ich hatte mit dem Brünnstein und der Höllentalklamm zwei Optionen rausgesucht, aber heute hat er einschränkend hinzugefügt, das er um spätestens 15 Uhr wieder Zuhause sein muss, um rechtzeitig zu einer Geburtstagsparty zu kommen. Also gibt es morgen nur eine kurze und hoffentlich nicht ganz so anstrengende Tour auf den Taubenstein. Nachdem ich nach unserer letzten Tour ungelogen über eine Woche höllischen Muskelkater hatte, nehme ich ein paar weniger Kilometer und Höhenmeter dankend an.

Abendstimmung über einem Getreidefeld am Waldrand, mit Sonnenstrahlen hinter Wolken und dunklen Baumreihen am Horizont.

Aber ich bin etwas abgeschweift. Was ich eigentlich festhalten wollte war, das beim heutigen Abendspaziergang eine Herde Jungbullen eiligen Schrittes auf mich zugerannt gekommen ist und dann sehr schüchtern vor mir stand. Ein paar verzweifelte Versuche einen Bullen zu tätscheln später, bin ich dann weitermarschiert.

Eine Wegbiegung weiter stand ein Reh im Gras. Ich gehe davon aus das es mich bemerkt hat, denn sobald ich das iPhone endlich aus der Tasche gefummelt und entsperrt hatte, ist es auch schon ins Gebüsch gesprungen.

Auf dem Rückweg war ich dann noch etwas fasziniert, welche Abdrücke der stürmische Regen die letzten Tage im Gerstenfeld hinterlassen haben.

Ein weites Gerstenfeld im Abendlicht, dahinter ein dunkler Waldrand. Rosa Wolken ziehen über den blauen Himmel.