Das frühere Internet-Ich

In meinem Feiertagsurlaub habe ich nicht nur mein Blog umgezogen, sondern auch an einer Automatisierungslösung geschraubt, die mittlerweile ziemlich zuverlässig funktioniert. Dann kam mir dann noch der Gedanke, das es doch clever wäre, neue Artikel auch automatisch in die Wayback-Machine zu übertragen. Und wie ich feststellen musste, war das auch relativ einfach erledigt.

Ich muss dabei ehrlich gesagt über mich selbst lachen. Noch vor ein paar Jahren habe ich meine damalige Domain radikal aus archive.org gelöscht und die Indexierung anschließend blockiert. Das finde ich heute sehr betrüblich, zumal ich nicht einmal mehr weiß, warum ich damals so vehement gegen eine Archivierung war.

Und während ich so durch die Wayback-Machine klicke, habe ich dann etwas überraschend doch noch ein altes Blog von mir gefunden. Nicht mein allererstes, das lief ab 1999, auf Blogger. Dort habe ich hauptsächlich Tech-News aufgeschrieben, ähnlich wie René und Caschy das damals und mit beachtlicher Ausdauer auch heute noch machen. Dieses Blog ist wirklich gelöscht. Und da wäre auch nichts gewesen, was man heute noch herzeigen müsste. Nichts ist irrelevanter, wie News von vorgestern.

Aber es gab eine Domain, die ich damals als persönliche Visitenkarte registriert und auch mit Posterous und später Tumblr verbunden hatte. Die wenigen, von diesem Blog archivierten Seiten, hielten ein paar interessante Fundstücke bereit, mit deren Hilfe ich ein paar Ereignisse zeitlich genauer einordnen konnte.

Zum Beispiel weiß ich jetzt definitiv, wann ich meinen Facebook-Account gelöscht habe, den ich irgendwann in 2007 registriert habe. Ich habe ja immer gescherzt, dass ich Facebook verlassen habe als mein Vater sich dort registriert hat. Das war vielleicht provokativ und hat Leute zum Lachen gebracht, hat aber nicht der Realität entsprochen. Meines Wissens hat mein Vater nie einen Facebook-Account besessen. Jedenfalls habe ich am 2. Oktober 2011 meinen Facebook Account zuerst stillgelegt und dann am 13. Januar 2012 final gelöscht und seitdem auch nie wieder zurückgeschaut.

Außerdem ich weiß jetzt, das ich am 2. Januar 2012 von Android auf Windows Phone umgestiegen bin. Ehrlich gesagt finde ich die Kachel-Oberfläche von Windows Phone auch heute noch ein erfrischend spannendes UX-Konzept, das aus meiner Sicht viel zu früh wieder gehen musste. Hier ist mein damaliger wunderbar blauer Home-Screen.

Ein schwarzes Smartphone mit einem blauen Startbildschirm, der Apps wie Telefon, Nachrichten, Google Mail und Internet Explorer anzeigt. Die Uhrzeit ist 11:25 und es gibt ein Wetterwidget mit einer Sonnensymbolik.
Mein früherer Home-Screen meines geliebten Windows Phones

Und ich habe im Dezember 2009 schon mal etwas über meinen Nerd-Vater geschrieben. Damals komplett aus der Erinnerung und nicht ansatzweise so gut recherchiert wie mein aktueller Versuch, in dem ich nicht nur meinen Vater, sondern auch andere DDR-Bastler befragt habe, um das Thema inhaltlich korrekt zu beleuchten.

Was mir beim Lesen meiner alten Posts auf jeden Fall auffällt ist, das ich früher alle möglichen Ereignisse im Internet kommentiert habe. Ich war ja schon immer recht meinungsstark und habe damals meine Meinung halt auch im Netz dokumentiert. Dieses Verlangen zu allem etwas sagen zu müssen, hat irgendwie nachgelassen. Vermutlich ist das diese im Alter einsetzende Milde. Ich bin weder Politiker noch Lehrer und verspüre auch nicht den Drang, mich zu benehmen als müsste ich andere Menschen mit meiner Meinung beglücken oder sie ständig belehren.

Ich schreibe heute persönlicher und lasse mir beim Schreiben auch mehr Zeit. Ja ich weiß, es gibt Verfechter die sagen, das ein Blog nicht perfekt sein muss, aber ein Artikel in meinem Blog, unter den ich meinen Namen setze, der muss schon Hand und Fuß haben. Und leider bin ich Perfektionist und kann das nur unschwer ablegen. Das heißt, für einen solchen Artikel hier, brauche ich schon mal einen Tag und manchmal auch drei. In diesem konkreten Fall hier hat der Entwurf sogar seit dem 5. Januar darauf gewartet, das ich auf veröffentlichen drücke.

Chernobyl (5/5)

Ein Mann in einem Schutzanzug mit einem Geigerzähler steht in einer trüben, vernebelten Stadtlandschaft. Im Hintergrund sind hohe Wohngebäude sichtbar, die eine düstere Atmosphäre erzeugen.

Vermeintlich jeder weiß, worum es geht, wenn man diese Serie einschaltet, aber eigentlich wissen vermutlich die meisten nichts. Diese Serie ist das fesselndste, das ich seit langer langer Zeit gesehen habe. Die Bilder sind verstörend und wirken so realistisch, als hätte jemand 1986 einfach die Kamera draufgehalten und alles für die Nachwelt dokumentiert.

1986 wurde ich in der DDR eingeschult. Über Tschernobyl wurde in meiner Erinnerung nie gesprochen. Vielleicht war ich damals aber auch zu jung um das zu verstehen. Wie soll man das auch verstehen?

Durch die akribischen Abarbeitung aller Details in der 5-teilige HBO-Serie versteht man danach besser. Man versteht wie die Verkettung von ziemlich vielen unglücklichen Umstände am Ende zur Katastrophe geführt hat. Welche Schicksale die direkt und indirekt involvierten Menschen hatten. Wie das politische System und die Wissenschaft der Sowjetunion gegeneinander gearbeitet haben. All das macht sprachlos, führt oftmals zu energischem Kopfschütteln, gibt aber auch Hoffnung, weil auch diese Tragödie am Ende beweist, das Einzelne einen Unterschied machen können.

Was auch bleibt, ist eine tiefe Faszination über Kernenergie im Allgemeinen und ziemlich viel Dankbarkeit, das wir das in Deutschland endgültig abgeschaltet haben.

Anora (5/5)

Ein Mann und eine Frau sitzen auf einem Bett in einem Schlafzimmer. Der Raum ist minimalistisch eingerichtet, mit klaren Wänden und einem neutralen Farbschema. Im oberen Bereich des Bildes steht der Titel des Films „Anora“ sowie die Auszeichnung „Palme d'Or“.

Ziemlich heftige Achterbahn dieser Streifen. Ich weiß gar nicht, was ich von dem Film halten soll. Erst ein ungeschöntes Pretty Woman, so ganz ohne Romantik, dann Komödie und am Ende ein Drama. Jede Menge Sex und Gewalt runden das komplexe Bild ab. In meinem Kopf brummt es ordentlich. Die schauspielerische Leistung ist hervorragend und vor allem Mikey Madison gibt einfach alles und hat für ihre atemberaubende Leistung vollkommen zu Recht einen Oscar bekommen. Unbedingt anschauen.

Meine Mutti ist jetzt auch meine Mama

Okay, das ist vielleicht jetzt ein etwas reißerischer Titel, aber ich habe gerade im Kopf ein Gespräch mit meinem Vater geführt, in dem ich ihn nach einer gesundheitlichen Disposition in unserer Familie gefragt habe. Dabei wollte ich natürlich auch erfragen, ob er weiß, wie es mütterlicherseits aussieht. In meinem Kopf hat der Satz “Weißt du wie’s in Mamas Familie aussieht?” aber ziemliche Abwehrreaktion ausgelöst.

Ich bin in der DDR aufgewachsen, und in der DDR waren Mamas Muttis. Nun weiß ich nicht, was der Unterschied zwischen Mama und Mutti sein soll und ob es überhaupt einen gibt. Auch ist mir unklar, ob wirklich überall in der DDR Mutti gesagt wurde, aber zumindest bei uns zu Hause haben wir auf jeden Fall immer Mutti verwendet. Und auch von meinem Freundeskreis habe ich es so in Erinnerung.

Als ich heute danach gesucht habe, sind mir wahnsinnig viele Artikel aus dem Jahr 2013 begegnet. Scheinbar gab es vor 13 Jahren eine Debatte, die von einer (nicht mehr auffindbaren) YouGov-Umfrage ausgelöst wurde. Die ist damals scheinbar komplett an mir vorbeigegangen.

Früher habe ich mich jedenfalls an dem Wort Mutti nicht gestört, beziehungsweise habe ich das als Kind und Jugendlicher nie hinterfragt und fand Mutti ganz normal. So hat jeder in meinem Umfeld seine Mama ganz ohne ironischen Unterton genannt. Mittlerweile klingt Mutti in meinem Kopf total falsch, irgendwie kühl, je nach Kontext oft belustigend, vielleicht sogar technisch. Und ich frage mich, inwiefern es vielleicht sogar Parteipolitisch gewollt war, der Mutti eine gewisse Rolle im System zuzuschreiben und sich außerdem auf Biegen und Brechen vom Westen unterscheiden zu wollen.

Was auch immer der Grund dafür war, dass wir damals Mutti verwendet haben, ich finde dieses Wort mittlerweile schrecklich und würde diese mentale Hürde gern überwinden und endlich von meiner Mama sprechen. Mama ist für mich einfach ein sehr warmherziges Wort, das zudem fast überall auf der Welt verstanden wird.

Nachdem meine Mama bereits vor einigen Jahren verstorben ist weiß ich leider nicht, wie sie auf diesen Vorschlag reagiert hätte. Vermutlich hätte ich erstmal jede Menge Unverständnis bekommen, warum ich das jetzt nach über 40 Jahren ändern möchte. Aber vermutlich würde sie mir sagen, dass sie an Mutti gewöhnt ist und Mutti für sie weder kühl noch lieblos klingt, aber sie genauso gut mit Mama leben kann.

Und nachdem ich diesen Gedanken jetzt in meinem Kopf sortiert habe, rufe ich heute Abend meinen Vater an und werde ihn über seinen Wissensstand über die gesundheitliche Disposition in der Familie von meiner Mama befragen.

Pluribus, S1 (5/5)

Eine schreiende Frau mit gelocktem, blonden Haar vor einem leuchtend gelben Hintergrund. Oben steht der Schriftzug "PLURIBUS" in großen Buchstaben, begleitet von der Hinweis "FROM THE CREATOR OF BREAKING BAD" und dem Apple TV+ Logo.

Wir sind jetzt mit Staffel 1 von Pluribus durch, und ich habe mich wirklich sehr grandios unterhalten gefühlt. Meine Frau ist, glaube ich, noch indifferent. Ich habe bewusst keine Rezensionen gelesen, auch wenn Felix sich viel Mühe gegeben hat, sein Unterhaltungsniveau regelmäßig festzuhalten.

SPOILERWARNUNG

Wer die Serie noch nicht gesehen hat, sollte ab hier aufhören zu lesen.

Am Anfang dachte ich, das wird jetzt eine Art Last of Us, und hab schon leicht genervt auf die Zombie-Apokalypse gewartet, aber dann kam es zum Glück doch anders, und zwar sehr anders. Es gibt zwar eine Invasion einer Art Virus, aber die Konsequenzen sind himmlisch. Alle sind freundlich zueinander, niemand lügt, klaut, schlägt oder tötet irgendwen oder irgendwas. Im Gegenzug verlieren alle ihre Individualität und werden zu einem globalen Organismus mit gemeinsamen Gedächtnis. Ach ja, und ein paar wenige werden nicht infiziert und werden von den Infizierten hofiert, als wären sie könglicher Abstammung.

Was für eine sensationelle Idee, die wirklich durch die gesamte Serie trägt. Ich habe regelmäßig gelacht, in tiefen Gedanken versunken versucht mir diese Welt vorzustellen und versucht vorauszusehen, was als nächstes passiert. Und dabei ist die Serie herrlich entschleunigend, da stimme ich Christian sehr bestimmt zu. Und dennoch habe ich kein einziges Mal auf dem Smartphone nebenbei irgendwas anderes gemacht. Das will schon etwas heißen.

Noch hat Pluribus für mich noch nicht den Status von Breaking Bad oder Better Call Saul erreicht, aber wir sind ja vermutlich auch erst am Anfang der Geschichte.

König der Löwen (2/5)

Das Plakat zeigt einen majestätischen Löwen im Vordergrund mit einem jüngeren Löwenbaby darunter. Der Titel "Der König der Löwen" ist in goldenen Buchstaben am unteren Rand platziert.

Den Film hatte ich schon vor geraumer Zeit mal gesehen und heute sind wir nochmal hängengeblieben. Was soll ich sagen? Alles wenig überraschend, aber die Animationen sind auch heute noch, obwohl sie „schon“ 7 Jahre alt sind, wirklich atemberaubend. Dafür gibt es zwei gut gemeinte Sterne.

Aber was ich mich frage: Wie kommt man auf die Idee diesen Film, ohne den besten Song überhaupt zu machen? Das war literally der einzige Grund warum ich so lange durchgehalten habe. Dann halt jetzt an dieser Stelle das Lied das mich 2019 in Hamburg zum Weinen gebracht hat.

Mira 🌈

Gestern Nacht hat es angefangen zu schneien, also viel zu schneien. Ich bin dann gegen 23 Uhr im dicken Schneegestöber nochmal raus, um Einfahrt und Gehweg vom Schnee zu befreien, vor allem damit ich den Sonntag länger im Bett verbringen kann. Im Winter verfluche ich immer, dass wir in ein Haus auf einem Eckgrundstück gezogen sind.

Zum Glück hat es dann heute Nacht irgendwann aufgehört zu schneien und dank der Vorarbeit, war das Schneeräumen am Sonntagmorgen dann ein Klacks.

Ein mit Schnee bedecktes Auto steht auf einem schneebedeckten Parkplatz, umgeben von kahlen Bäumen und strahlend blauem Himmel. Der Schnee verdeckt die Konturen des Fahrzeugs vollständig.

Dann kam der schwierigere Teil. Mira, die Hamsterdame der 18-Jährigen, war gestern Abend in der Hand meiner Frau gestorben. Für einen Roborowski-Zwerghamster war sie ungewöhnlich zutraulich und wir haben sie alle total ins Herz geschlossen.

In einem Karton liegt ein Roborowski-Zwerghamster, umgeben von Watte und weichen Materialien. Daneben sind einige trockene Grashalme und kleine Samen zu sehen.

Der Winter konnte kein Grund sein, ihr ein Grab im Garten, an der Seite der anderen Nager zu verwehren, die uns vor ihr begleitet haben. Mach’s gut Mira! 🌈

Ein schneebedeckter Gartenbereich mit einem Holzbeet und einem Kreuz aus einem Holzstab sowie einem Stein in der Erde. Im Hintergrund ist eine weiß gefrorene Landschaft mit Sträuchern zu sehen.

Winterautos

Ich fahre ja einen Tesla, auch wenn ich eigentlich nie einen wollte, aber das ist eine andere Geschichte. Teslas gelten jedenfalls jetzt nicht unbedingt als Winterautos. Zumindest gibt es sehr viele Menschen, die behaupten, Tesla im Besonderen und Elektroautos im Allgemeinen seien im Winter nicht zu gebrauchen. Oftmals wird hier auf den im Winter erhöhten Energiebedarf verwiesen, was in der Realität bedeutet, dass die Batterie bei Minusgraden schneller leer ist als, wenn es warm ist.

Die Erklärung hierfür ist relativ simpel: Elektroautos haben keinen Verbrennermotor (Surprise!), der in einem sehr ungünstigen Verhältnis aus Kraftstoff ein bisschen kinetische und ganz viel thermische Energie erzeugt. Wie ungünstig das Verhältnis genau ist, lässt sich am besten über den Wirkungsgrad vergleichen.

Ein Benzinmotor hat einen Wirkungsgrad von 20%, das heißt, 80% des Sprits werden zum Heizen der Umwelt (und im Winter ein bisschen vom Auto) verwendet. Beim Elektromotor ist es genau umgedreht, also 80% der Energie werden für die Fortbewegung des Fahrzeugs verwendet. Das ist, wie ich finde, ein doch ziemlich frappierender Unterschied.

Oder anders gesagt: Dank der Ineffizienz des Verbrennungsmotors kann man ganz wunderbar sein Auto erwärmen, ohne das sich die Reichweite auch nur einen Millimeter verändert. Elektroautos haben diese eingebaute Ineffizienz nicht. Elektroautos wandeln Energie mehrheitlich in Bewegungsenergie um. Das heißt, das alles, was zusätzlich benötigt wird, wie zum Beispiel im Winter Wärme im Auto, zusätzlich aus der Batterie genommen werden muss. Und diese zusätzliche Entnahme steht dann natürlich nicht mehr zum Fahren zur Verfügung.

Aber warum schreibe ich das eigentlich alles? Heute Morgen ist das Auto meiner Frau (ein Fiat 500) nicht angesprungen ist. Benziner halt. Zum Glück beinhaltet unsere Autoversicherung einen Schutzbrief, der sich für sensationell günstige 11 Euro im Jahr, unkompliziert mithilfe einer App beauftragen lässt. Das haben wir heute früh, gezwungenermaßen und zum ersten Mal ausprobiert. 30 Minuten später war ein Techniker bei uns, hat die Batterie über einen Booster kurz geladen und dann war das Auto wieder fahrbereit.

Bei allen möglichen Vorteilen von Elektroautos, Starthilfe können sie einem Benziner nicht geben. An dieser Stelle dennoch ein klares Votum für Elektroautos, die auch im Winter vollkommen problemfrei sind. Und eine klare Empfehlung für einen Schutzbrief, oder eine sogenannte Mobilitätsgarantie, die extrem wenig kostet (viel günstiger als beispielsweise eine ADAC-Mitgliedschaft), und sich quasi beim ersten Mal schon rentiert hat. Der Tausch der Batterie hat dann übrigens 200 Euro gekostet. Das hat die Versicherung dann leider nicht übernommen.

Zu viele Worte

Ich starte mit einem Einschub, weil mir Felix mit dem, was ich seit 2 Tagen mit mir als etwas, das ich unbedingt aufschreiben muss, zuvor gekommen ist. Es geht darum wie sehr das Schreiben hilft, Dinge in einer Art innerem Monolog mit sich selbst zu besprechen, zu schleifen und dabei zu verdauen. Das ist nämlich genau das, was ich auch sagen wollte. Und eigentlich könnte ich jetzt aufhören, weil ja alles gesagt ist. Aber nachdem ich den bestehenden Entwurf schon hier herumliegen habe, kommt der eben jetzt auch noch hinterher. Ansonsten gilt natürlich was Felix sagt.


Euphorisiert vom Umzug meines Blogs, habe ich meinen Urlaub damit verbracht, wirklich viel zu schreiben. Okay, ich habe auch viel am Blog und an allen möglichen Tools geschraubt, aber die meiste Zeit habe ich tatsächlich mit dem Schreiben von Blogartikeln verbracht. Einige von ihnen haben bereits das Licht der Welt erblickt, andere fristen das traurige Leben eines Entwurfs, der etwas mitleidig auf die neuen, ganz und gar dringenden Gedanken schaut, die vom Schreiber oft die höchste Priorität bekommen.

Was ich in den letzten Wochen festgestellt habe ist, das mir Schreiben hilft Themen in meinem Kopf Raum zu geben sie zu Ende (zumindest meiner Denkleistung) zu denken. Ich schreibe, ich verwerfe, ich setze neu an … ich recherchiere das Thema, komme vom Stöckchen aufs Hölzchen, ich schreibe und schreibe und lese das am Ende, und gar nicht so selten lösche ich es dann. Oder, in etwas weniger mutigen Momenten, speichere ich das Geschriebene als Entwurf und denke mir, dass ich das irgendwann später mal wirklich zu Ende denke und dann auch der Welt mitteile.

wenn du über et­was nach­den­ken willst und dir auch durch in­ten­si­ves nach­den­ken oder dar­über me­di­tie­ren nichts sinn­vol­les ein­fällt, dann rate ich dir ein­fach drü­ber zu schrei­ben. das muss auch an nie­mand be­stimm­tes ge­rich­tet sein oder be­son­ders scharf­sin­nig sein, schreib ein­fach drü­ber, was dir durch den kopf geht.

Felix Schwenzel

Beim Schreiben ist mir aufgefallen, das ich keinen verstopften Kopf hatte. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen. Ich war und bin entspannt und kreative Energie hat meinen Körper geflutet. Mein Kopf war leer, weitestgehend frei von externem Input und bereit sich mit den eigenen Gedanken und Abbauprozessen zu beschäftigen.

Als ich so darüber nachgedacht habe, was, abgesehen von der nicht stattgefundenen Erwerbsarbeit, anders ist und warum dieser kreative Flow davor quasi nicht, oder nur sehr selten, vorhanden war, hat es Klick gemacht: Mein Kopf hat zu viel Input und quasi keine Zeit zum Verarbeiten. Meine Frau ermahnt mich schon lange, doch mal Pause zu machen und nicht ständig irgendwas zu schauen, zu lesen oder zu hören. Das fällt mir ehrlicherweise sehr schwer, weil ich das Gefühl habe, das es so viel gibt, das ich wissen und lernen muss.

Das tagtägliche “Abarbeiten” meiner Feeds, Podcasts und Youtube-Subscriptions hat mich mit jeder Menge tollem Input versorgt, aber gleichzeitig die Zeit für die Verarbeitung genommen.

Der aus meiner Sicht gefährlichste Input waren für mich dabei Podcasts. Podcasts kommen mit einem sehr attraktiven Versprechen um die Ecke: Du kannst sie immer und überall hören und du brauchst ihnen noch nicht einmal die uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken. Egal ob beim Putzen, Kochen, Spazierengehen oder Autofahren, Podcasts sind dein Begleiter und liefern dir ganz viel Input und Ablenkung frei Haus. Toll!

Nur leider sind das genau die Momente, an denen man nicht mehr so aufmerksam die Welt beobachtet, wenn man beim Spazierengehen anderen dabei zuhört wie sie Anlagestrategien auseinandernehmen. Oder beim Kochen vielleicht nicht so ganz bei der Sache ist, weil man sicherlich wichtigen politischen Themen folgt. Oder beim Autofahren, wo Musik vielleicht die Seele entspannt und dem Kopf Raum zum Denken und Verarbeiten gegeben hätte, der Business-Podcast einem aber erklärt, was erfolgreiche Unternehmen von nicht so erfolgreichen unterscheidet.

Podcasts sind so ein Effizienzding, das sich in mein Leben gesneakt und dann ziemlich breitgemacht hat. Sie haben meine unproduktive Zeit, die ich sonst mit mir und meinen Gedanken verbringen musste, endlich effizient gemacht. Anstatt die Momente zu genießen, meinem Gedankenkarussell beim Kreiseln zuzuschauen, habe ich noch mehr Input draufgeworfen, und damit am Ende meinen Denkapparat zum Schweigen gebracht.

Was also tun? Ich habe mich für einen radikalen Schnitt entschieden. Von über 20 Podcasts, habe ich genau drei behalten. Und weil ich schon dabei war, habe ich mich auch in meinem Feedreader und bei YouTube aufgeräumt.

Effizienz im Denken bedeutet eben nicht, so viel wie möglich in den Kopf hineinzustopfen. Es bedeutet, genug Raum zu lassen, damit das, was drin ist, sich auch entfalten kann.

Ständig viel zu viele Worte

Ich starte mit einem Einschub, weil mir Felix mit dem, was ich seit 2 Tagen mit mir als etwas, das ich unbedingt aufschreiben muss, zuvor gekommen ist. Es geht darum wie sehr das Schreiben hilft, Dinge in einer Art innerem Monolog mit sich selbst zu besprechen, zu schleifen und dabei zu verdauen, und wie sehr das Aufschreiben, von selbst unfertigen Monologen bei der eigenen Verarbeitung hilft. Das ist nämlich genau das, was ich auch sagen wollte. Und eigentlich könnte ich jetzt aufhören, weil ja alles gesagt ist. Aber nachdem ich den bestehenden Entwurf schon hier herumliegen habe, kommt der eben jetzt auch noch hinterher. Ansonsten gilt natürlich was Felix sagt.


Euphorisiert vom Umzug meines Blogs, habe ich meinen Urlaub damit verbracht, wirklich viel zu schreiben. Okay, ich habe auch viel am Blog und an allen möglichen Tools geschraubt, aber die meiste Zeit habe ich tatsächlich mit dem Schreiben von Blogartikeln verbracht. Einige von ihnen haben bereits das Licht der Welt erblickt, andere fristen ihr Dasein als Entwurf, und schauen dabei etwas traurig auf die neuen, ganz und gar dringenden Gedanken, die oft die höhere Priorität bekommen.

Was ich in den letzten Wochen festgestellt habe ist, das mir Schreiben hilft Themen in meinem Kopf Raum zu geben sie zu Ende (zumindest meiner Denkleistung) zu denken. Ich schreibe, ich verwerfe, ich setze neu an … ich recherchiere das Thema, komme vom Stöckchen aufs Hölzchen, ich schreibe und schreibe und lese das am Ende, und gar nicht so selten lösche ich es dann. Oder, in etwas weniger mutigen Momenten, speichere ich das Geschriebene als Entwurf und denke mir, dass ich das irgendwann später mal wirklich zu Ende denke und dann auch der Welt mitteile.

wenn du über et­was nach­den­ken willst und dir auch durch in­ten­si­ves nach­den­ken oder dar­über me­di­tie­ren nichts sinn­vol­les ein­fällt, dann rate ich dir ein­fach drü­ber zu schrei­ben. das muss auch an nie­mand be­stimm­tes ge­rich­tet sein oder be­son­ders scharf­sin­nig sein, schreib ein­fach drü­ber, was dir durch den kopf geht.

Felix Schwenzel

Beim Schreiben in den letzten Tagen ist mir aufgefallen, das ich keinen verstopften Kopf hatte. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen. Ich war und bin entspannt und kreative Energie hat meinen Körper geflutet.

Als ich so darüber nachgedacht habe, was, abgesehen von der nicht stattgefundenen Erwerbsarbeit, anders ist und warum dieser kreative Flow davor quasi nicht, oder nur sehr selten, vorhanden war, hat es Klick gemacht: Mein Kopf hat zu viel Input und quasi keine Zeit zum Verarbeiten. Meine Frau ermahnt mich schon lange, doch mal Pause zu machen und nicht ständig irgendwas zu schauen, zu lesen oder zu hören. Das fällt mir ehrlicherweise sehr schwer, weil ich das Gefühl habe, das es so viel gibt, das ich wissen und lernen muss.

Das tagtägliche “Abarbeiten” meiner Feeds, Podcasts und Youtube-Subscriptions hat mich mit jeder Menge tollem Input versorgt, aber gleichzeitig die Zeit für die Verarbeitung genommen.

Der aus meiner Sicht gefährlichste Input waren für mich dabei Podcasts. Podcasts kommen mit einem sehr attraktiven Versprechen um die Ecke: Du kannst sie immer und überall hören und du brauchst ihnen noch nicht einmal die uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken. Egal ob beim Putzen, Kochen, Spazierengehen oder Autofahren, Podcasts sind dein Begleiter und liefern dir ganz viel Input und Ablenkung frei Haus. Toll!

Nur leider sind das genau die Momente, an denen man nicht mehr so aufmerksam die Welt beobachtet, wenn man beim Spazierengehen anderen dabei zuhört wie sie Anlagestrategien auseinandernehmen. Oder beim Kochen vielleicht nicht so ganz bei der Sache ist, weil man sicherlich wichtigen politischen Themen folgt. Oder beim Autofahren, wo Musik vielleicht die Seele entspannt und dem Kopf Raum zum Denken und Verarbeiten gegeben hätte, der Business-Podcast einem stattdessen erklärt, was erfolgreiche Unternehmen von nicht so erfolgreichen unterscheidet.

Podcasts sind so ein Effizienzding, das sich in mein Leben gesneakt und dann ziemlich breitgemacht hat. Sie haben meine unproduktive Zeit, die ich sonst mit mir und meinen Gedanken verbringen musste, endlich effizient gemacht. Anstatt die Momente zu genießen, meinem Gedankenkarussell beim Kreiseln zuzuschauen, habe ich noch mehr Input draufgeworfen, und damit am Ende meinen Denkapparat zum Schweigen gebracht.

Was also tun? Ich habe mich für einen radikalen Schnitt entschieden. Von über 20 Podcasts, habe ich genau drei behalten. Und weil ich schon dabei war, habe ich mich auch in meinem Feedreader und bei YouTube aufgeräumt, also wirklich erschreckend viel aufgeräumt.

Effizienz im Denken bedeutet eben nicht, so viel wie möglich in den Kopf hineinzustopfen. Es bedeutet, genug Raum zu lassen, damit das, was drin ist, sich auch entfalten kann.

Alben 2025

Ja, ich weiß, vielleicht bin ich etwas spät dran mit dieser tollen Tradition der letzten paar Jahre. Dafür gibt es aber von mir auch keinen unpersönlichen Wrapped-Something, sondern zwei handohrenverlesene Empfehlungen die mir 2025 sehr viel Freude bereitet haben.

Thylacine: Roads Vol. 3

Roads Vol. 3 ist der dritte Teil einer Serie von Alben des französischen DJs und Multi-Instrument-Musikers Thylacine, die Klänge von Mensch und Natur auf unterschiedlichen Kontinenten in ganz fabelhafter und äußerst eingängiger Musik dokumentiert. In Teil 1 ging durch Argentinien, Teil 2 dokumentierte die Färöer-Inseln und in Teil 3 begleiten wir Thylacine in Namibia. Aus meiner Sicht ein absolutes Muss für alle, die elektronische Musik, gepaart mit echten Instrumenten und ganz viel Seele und Tiefgang suchen.

Sein Konzert in München, da bin ich mir sogar mit meiner Frau einig, war das bisher bewegendste Konzert, auf dem wir waren. Wer die Chance hat Thylacine live zu sehen, sollte das auch ganz unbedingt machen.

Red Bull Symphonic: Johann Strauss 2025 Edition

Das beste Konzert 2025, auf dem ich nicht war, okay, das wird jetzt vielleicht ein bisschen spekulativ, aber egal … war meiner Einschätzung nach Red Bull Symphonic in der Johann Strauss Edition. Im Grunde eine Kollaboration von Camo & Krooked, Christian Kolonovits und den Wiener Symphonikern. Ich hab leider viel zu spät von diesem ganz famosen Kollaborations-Format erfahren, das schon ein paar andere Künstler mit den Symphonikern zusammengebracht hat. Das Album habe ich jedenfalls hoch und runter gehört.