Einäugig ist schwer

Ein Mann mit einem Verband auf dem Kopf fotografiert sich selbst in einer Klinik, während eine Karte die Arabella Klinik anzeigt.

Nach der OP wieder Zuhause. Einäugiges Bedienen eines Smartphones ist ehrlich gesagt so ziemlich unmöglich. Da muss Apple noch einmal dringend an der Barrierefreiheit schrauben. Zum Glück gibt es Spracheingabe. Und überraschenderweise funktioniert Face-ID auch für Piraten.

Sturmernte

Eine Hand hält mehrere grüne, stachelige Kastanien auf einem Boden aus Erde und Beton, mit verstreuten Blättern und Zweigen.

Der Sturm der letzten Tage hat hier im Umkreis einige Kastanienbäume viel zu früh ihrer Früchte beraubt.

Tagliatelle d’emergenza

Eine Pfanne mit cremigen Nudeln, Kirschtomaten und frischen Basilikumblättern, bestreut mit geriebenem Käse.

Ein Hochbeet mit verschiedenen Pflanzen und Kräutern steht auf einer Rasenfläche in einem Garten, umgeben von Büschen und einer Feuerschale.

Den heutigen Pfingstmontag habe ich, zumindest was den Einkauf angeht, komplett verpasst. In solchen Fällen greife ich gerne zu einem bewährten Prinzip: Kochen mit dem, was da ist. Frische Kirschtomaten waren noch übrig, und die Kräuter im Garten wuchern gerade wie verrückt. Das Ergebnis: Eine spontane Pasta, die überraschend gut ankam. Unkompliziert, aromatisch und cremig.

Zutaten (für 3 Personen)

  • 400 g Tagliatelle
  • 3 EL Frischkäse
  • 2 Knoblauchzehen
  • Geriebene Schale einer ½ Zitrone
  • Eine Handvoll frischer Salbeiblätter
  • Einige Stängel Schnittlauch
  • Ein paar Blätter Basilikum
  • Frisch geriebener Parmesan
  • Pfeffer und Salz
  • Salz für das Nudelwasser

Zubereitung

  1. Einen großen Topf mit gut gesalzenem Wasser zum Kochen bringen.
  2. Salbei grob zerkleinern, Knoblauch fein hacken. Beides in etwas Olivenöl bei mittlerer Hitze sanft anbraten.
  3. Die halbierten Kirschtomaten dazugeben und 5–8 Minuten köcheln lassen, bis sie weich sind, aber noch Struktur haben.
  4. Tagliatelle ins kochende Wasser geben und al dente kochen.
  5. Gleichzeitig den Frischkäse und Zitronenschale unter die Tomaten rühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Die abgetropften Tagliatelle in die Pfanne geben und vorsichtig mit der Sauce vermengen.
  7. Zum Schluss mit fein geschnittenem Schnittlauch, Basilikum und frisch geriebenem Parmesan servieren.

Guten Appetit!

Kebabgate

Das ikonische Döner-Logo: Ein Koch schneidet Fleisch von einem vertikalen Spieß, umgeben vom Text DÖNER PAPERS.

Wer hat eigentlich das ikonische Döner-Logo erfunden? Ich zumindest habe mich das bisher noch nie gefragt. Und dennoch habe ich mir den vierteiligen Podcast „Döner Papers“ reingezogen. Ein investigativer Leckerbissen für alle, die mehr über eines der beliebtesten Fastfoods Deutschlands wissen wollen. Zwischen Alufolie und Fleischspieß entfaltet sich eine unterhaltsame wie aufschlussreiche 3-jährige Recherche, die am Ende zum vermeintlichen Designer des Logos Mehmet Unay führt.

In den 4 Episoden erfährt man viel über den Ursprung des Döners in Deutschland, die kulturelle Verwurzelung des Döners durch türkische Gastarbeiter seit den 1970er Jahren und den wenigen türkischen Familien, die das Döner-Business bis heute maßgeblich dominieren. Aber auch das der Döner keine deutsche Erfindung ist, sondern seinen Ursprung schon Anfang des 19. Jahrhunderts in der westanatolischen Stadt Bursa hatte.

Nach der Veröffentlichung des Podcasts kommt es zu einer interessanten Wendung. Weitere Recherchen legen nahe, dass es sich beim Logo nicht um das Werk eines Einzelnen handelt, sondern um eine kreative Gemeinschaftsleistung mehrerer Mitarbeiter der ersten türkischen Druckerei in Deutschland (in der wohl auch Mehmet Unay gearbeitet hat). In diesem Zusammenhang fällt der Name Mehmet Tançgil, der diese Druckerei gegründet hat. Sein Sohn ergänzt die vom Podcast erzählte Geschichte um ein paar entscheidende Details und legt auch entsprechende Beweise vor, die diese Version deutlich stützen.

Wer auch immer nun welchen Anteil am Logo hatte, es ist gut zu wissen, dass es als eine Art Allgemeingut angesehen und nicht monetarisiert werden soll. Der nächste Döner Dürüm wird mir mit diesem Wissen nun besonders schmecken.

Am Teich

Zwei Damen sitzen auf einer Bank am Ufer des Starnberger Sees, umgeben von Bäumen, und blicken auf das Wasser.

Zum heutigen Fotovorschlag fällt mir dieses Foto von 2 Damen auf einer Parkbank an der Bootsanlegestelle Tutzing ein. Auch wenn zwischen Starnberger See und „am Teich“ vielleicht ein klitzekleiner poetischer Stretch ist.

Die Legende der Titanic (2/5)

Meine Frau ist wahrscheinlich der größte Titanic-Fan auf diesem Planeten. Den Film hat sie sage und schreibe 27 Mal gesehen. Als Überraschung habe ich einfach mal Tickets für Die Legende der Titanic besorgt. Ganz spontan ging es heute auf die andere Seite von München.

Die Ausstellung zeigt eine überschaubare Anzahl an originalen Artefakten von Bord der Titanic sowie einige Requisiten aus dem berühmten Film von 1997 der den Hype um das Unglück wohl erst zementiert hat.

Eine Vitrine mit nachgebildetem Porzellan, Besteck und Glaswaren der Ersten Klasse der White Star Line der Titanic. Im Hintergrund sind gerahmte Exponate und Informationstafeln zu sehen.

Eine Vitrine mit nachgebildeten Artefakten der Titanic, einschließlich einer historischen Schwimmweste, einer blauen Schiffsbauzeichnung und Besteck. Ein kleines Schild trägt die Aufschrift "S.S. TITANIC".

Ein Nachbau eines weißen Rettungsbootes, beschriftet mit "LIVERPOOL" an der Seite, ausgestellt in einem abgedunkelten Ausstellungsraum.

Das große Versprechen der Ausstellung ist ein immersives Erlebnis, also ein Eintauchen in Zeit und Raum. Der erste Raum mit VR-Headsets ist allerdings eher ernüchternd. Die Brillen waren verschmiert, der Akku meldete sich schon nach wenigen Minuten mit einem Warnhinweis. Ich war offenbar nicht der Einzige mit Problemen. Andere Besucher unterhielten sich später hörbar enttäuscht über ähnliche Erfahrungen.

Eine Gruppe von Menschen sitzt in bequemen Stühlen in einem dunkelblauen Raum mit Neonröhren und trägt VR-Brillen für eine immersive Erfahrung in der Titanic-Ausstellung.

Auch die begleitende AR-App funktionierte bei mir an keinem der vorgesehenen Punkte. Über das Scannen des Gegenstands bin ich leider auch mit viel Geduld nicht hinaus gekommen.

Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine Augmented-Reality-Anwendung für die Titanic-Ausstellung mit einem leuchtenden, blauen Eisberg. Ein Text fordert den Benutzer auf: "Scan the tip of the iceberg."

Mein persönliches Highlight war dann ein rund zehnminütiger 360°-Film, den man im Sitzen erlebt. Hier stimmt die Atmosphäre, die Projektionen sind gut gemacht. Man ist quasi dabei, wenn die Titanic gebaut und vom Stapel gelassen wird. Und man „geht“ quasi auch mit ihr unter. Das ist ganz gelungen inszeniert, erinnert aber eher an ein Computerspiel als eine realistische Darstellung.

Besucher sitzen in einer Reihe auf weißen Hockern vor einer großen Wand, die mit reproduzierten Zeitungsausschnitten über den Untergang der Titanic tapeziert ist, mit der Schlagzeile: "TITANIC RAMS ICEBERG; 1470 PASSENGER DEAD".

Eine immersive, großformatige Projektion der Unterwasserwelt mit einem Wal, Fischen und dem Wrack der Titanic, die von Besuchern betrachtet wird, die auf weißen Würfelhockern sitzen.

Es gäbe noch ein zusätzliches VR-Erlebnis, bei dem man scheinbar virtuell durch die Titanic gehen kann. Das wurde mir beim Buchen allerdings nicht angeboten. Vor Ort hätten wir nochmals 5 Euro pro Person zahlen müssen, das erschien uns dann aber mit den bisher gemachten Erfahrungen nicht lohnenswert.

Und natürlich gibt’s auch die klassische Foto-Location für das „Ich bin der König der Welt“-Foto. Leider ist der Hintergrund zu klein geraten, um wirklich gute Bilder zu ermöglichen.

Ein Ausstellungsstück, das einen Teil des Decks der Titanic mit weißem Geländer und einer Rettungsboothalterung vor einer großen Fototapete des Schiffes darstellt. Daneben stehen gestapelte Holzkisten.

Da es eine Überraschung sein sollte, habe ich bewusst keine Rezensionen vorab gelesen. Für knapp 30 € pro Person ist man etwa eine Stunde nett beschäftigt. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt aus meiner Sicht nicht, und das sagt ehrlicherweise vor allem auch der Titanic-Hardcore-Fan in unserer Familie.

So würden Italiener Spaghetti Carbonara essen

Der 13-Jährige hat einen Faible für Kochvideos und wenn man ihn lässt, kann er sie stundenlang schauen. Ich habe ehrlich gesagt nur darauf gewartet, das er uns mal bekocht und heute war es soweit: Es gab Spaghetti Carbonara nach diesem Rezept.

Ich war ab und zu in der Küche, um zu fragen, ob meine Hilfe benötigt wird, wurde aber sehr deutlich hinauskomplimentiert. Immerhin durfte ich hin und wieder ein Foto machen.

Besonders interessant fand ich bei diesem Rezept, dass die Parmesan-Ei-Masse nicht in den Topf kommt, sondern separat mit dem Nudelwasser vermengt wird. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen, auch wenn ich meine Carbonara ein bisschen schlonziger bevorzuge. Ich habe das Rezept deshalb leicht angepasst, damit es beim nächsten Mal noch cremiger wird.

Ein Teller mit Spaghetti Carbonara steht auf einem Holztisch mit einem Löffel daneben.

Zutaten (für 4 Personen)

  • 400 g Spaghetti
  • 150 g Guanciale
  • 8 Eigelb
  • 100 g frisch geriebener Pecorino
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Salz für das Kochwasser der Nudeln

Zubereitung

  1. Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Spaghetti al dente kochen.
  2. Während die Pasta kocht, den Guanciale in ca. 1 cm große Würfel schneiden und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze knusprig braten. Das Fett sollte austreten und der Guanciale goldbraun sein.
  3. In einer Schüssel die Eigelbe mit dem geriebenen Pecorino vermengen, bis eine cremige Masse entsteht.
  4. 1–2 Kellen vom heißen Nudelwasser zur Ei-Käse-Masse geben und sämig verrühren, dann das Guanciale-Fett unterrühren, bis die Sauce cremig-emulgiert ist.
  5. Die Spaghetti aus dem Topf holen und, für alle Fälle, noch etwas Nudelwasser aufbewahren. Die Nudeln in die Schüssel geben und schön vermengen, sodass alle Spaghetti von Sauce bedeckt sind. Falls die Sauce zu dick ist, etwas vom aufgefangenen Kochwasser hinzufügen, bis die gewünschte Cremigkeit erreicht ist.
  6. Die Carbonara sofort servieren, nach Belieben mit zusätzlichem Pecorino und frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen.

Auf einem Schneidebrett wird Speck in Würfel geschnitten.

Gebratener Speck wird mit einem Holzlöffel aus einer Pfanne in eine weiße Schüssel verbracht.

Eine Person rührt einen Teig mit einer orangenen Masse in einer Schüssel.

Politische Kunst?

Ein Graffiti zeigt eine Person, die sich übergibt, wobei die Namen verschiedener deutscher politischer Parteien aus ihrem Mund kommen.

Dieses Foto habe ich im Berliner Spreebogenpark, unweit vom Bundestag aufgenommen. Ein starkes Statement, aber wie genau ist es gemeint? Systemkritik, Satire oder einfach radikale Ablehnung aller Politikformen?

Saisoneröffnung

Eine Plancha mit zwei Reglern steht auf einer Metalloberfläche.

Heute war gleich dreifacher Saisonstart: Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde der Grill die Plancha angeheizt. Es gab Burger, ganz klassisch und super lecker. Auch dieses Jahr bleibt es dabei, das die Plancha meine liebste Art zu brutzeln ist.

Kurz darauf folgte Premiere Nummer zwei: Die erste Fahrradtour des Jahres. Ich habe den Sohnemann überzeugt, mal den Wörther Weiher auszuprobieren. Also ging’s gemeinsam los, entspannte 11 Kilometer in Richtung Saisonauftakt Nummer drei: Der Sprung ins Wasser. Dank der Apple Watch muss man ja nicht mehr raten, wie kalt ein See wirklich ist. Es waren frische 19 Grad Celsius, um ganz genau zu sein. Für eine ausgedehnte Schwimmrunde war mir das dann doch zu frisch. Aber ein Eis ging trotzdem und dann ging’s halt wieder nach Hause.

Der klarer, türkisfarbene Wörther Weiher, umgeben von Bäumen und strahlend blauem Himmel.