Das Objekt

Ein Astronaut steht im Weltraum und blickt auf einen hell leuchtenden Kometen, umgeben von Sternen, mit der Aufschrift DAS OBJEKT darüber.

Ich wollte mal wieder etwas Sci-Fi lesen und nachdem ich 2022 Andy Weirs Roman Der Astronaut extrem gefeiert habe, habe ich mit Das Objekt von Joshua Tree mal wieder zu Hard Sci-Fi gegriffen.

Leider hat mich der Roman mit der Hauptfigur der Wissenschaftlerin und Astronautin Melody, die ein extraterrestrisches Objekt entdeckt, aber so gar nicht abgeholt. Die Geschichte entfaltet sich sehr langsam und viele langatmige Stellen tragen weder zur Handlung bei noch erzeugen sie Spannung. Ganze Passagen lassen sich problemlos überspringen, etwa, wenn Wissenschaftler in einer Bar bei einem Trinkspiel seitenweise wissenschaftliche Fakten austauschen. Das wirkt super random, und soll, zumindest in meinen Augen, nur dazu dienen dem Roman einen wissenschaftlichen Touch zu geben.

Die Spannung steigt zum Glück im letzten Drittel des Buches, als die viel zu flachen Hauptcharaktere endlich auf die Reise zum unbekannten Objekt aufbrechen. Die letzten Kapitel kann man gut weglesen, vor allem weil man als Leser natürlich wissen will was das Objekt jetzt genau ist. Die Spannung bleibt bis zum Ende hoch, auch wenn das Ende selbst nur dem erwartbaren Muster des Buches folgt und somit keine Überraschung mehr ist.

Im Buch kommt leider zu oft der erhobene Zeigefinger der Weltenreisenden über das sinnlose politische Geplänkel auf der Erde raus. Auch wenn die Einstellung nachvollziehbar ist, im Kontext des Buches passt es oft nicht und wirkt zu beiläufig, ohne der Handlung etwas zu bringen.

tl;dr: Die Story und das dahinterstehende biologische Phänomen hätte Potential gehabt. Leider ist das Buch viel zu langatmig, die Charaktere zu flach und ich fühle ich mich von Joshua Tree zu sehr mit, für den Roman, unwichtigen wissenschaftlichen Fakten und Beschwerden über die Weltpolitik beworfen. Insgesamt ein netter Versuch »Der Astronaut« zu kopieren, mehr aber auch nicht.

Am Wolkenfels

Wenn schon Gran Canaria, dann auch bitte Wandern. Heute ging es zum Wolkenfels, wie der Roque Nublo übersetzt heißt. Ein für die Ureinwohner heiliger Platz und zugleich das Wahrzeichen von Gran Canaria.

Der Roque Nublo erhebt sich über die karge Landschaft von Gran Canaria, während sich am Horizont eine Wolkendecke erstreckt.

Ein Felsplateau mit dem markanten Roque Nublo unter klarem, blauem Himmel in der bergigen Landschaft von Gran Canaria.

Der 65 Meter hohe Vulkanfelsen, thront 1.750 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Hochplateau mitten im Herzen der Insel. Und genau diese eintausendsiebenhundertfünfzig Meter sind auch schon die größte Herausforderung, wenn man wie wir, und vermutlich 90% aller Touristen, in einem Hotel am Strand wohnt. Von Maspalomas habe ich über 90 Minuten mit dem Mietwagen zum Startpunkt meiner Tour gebraucht.

Wir wollten vor 2 Tagen schon mal einen Abstecher zum Roque Nublo machen und die kurze Touristenrunde gehen. Deshalb sind wir quasi stumpf vor die Haustür des Felsens gefahren, wo eben jene 4 Kilometer lange Runde startet. Nur darf man dort leider nicht parken. Auch nicht auf dem ca. 1 Kilometer entfernten Parkplatz, den man in vielen Apps als Ausgangspunkt für Wanderungen findet. Wir haben hier einige Autos mit Tickets gesehen, und entsprechend lange Gesichter von Touristen, die es trotzdem versucht haben. Eine Alternative wäre der Bus (kostet fast nichts, dauert aber ewig) oder das Taxi. Oder man fährt eben zu einem etwas abgelegenen Parkplatz, schnürt die Wanderstiefel und geht ein paar Kilometer mehr zu Fuß.

Ein Wald mit hohen Kiefern erstreckt sich vor dem Roque Nublo, vom vermeintlichen Wanderparkplatz aus gesehen  unter einem klaren, blauen Himmel.

Meine Empfehlung ist der Parkplatz in La Culata. Von dort kann man dann eine 8 Kilometer lange Runde zum Roque Nublo machen. Dabei muss man knapp 500 Höhenmeter überwinden, kann aber weite Teile durch lockere, zumindest etwas Schatten-spendende Kiefernwälder gehen.

Kiefernbäume säumen einen Wanderweg, der zu einem großen Felsen führt, unter einem klaren blauen Himmel.

In dem bergigen Gelände rund um den Roque Nublo sind Terrassenfelder zu sehen, während Wolken über die Hänge ziehen.

Kiefern gedeihen hier oben auf der ansonsten eher kargen Insel dank der höheren Luftfeuchtigkeit prächtig und werfen riesige Kiefernzapfen und jede Menge Nadeln ab, auf denen man leicht ausrutschen kann.

Ein Fokus auf vertrocknete Pflanzen und jede Menge Kiefernnadeln mit einem bewaldeten Hintergrund aus Kiefern.

Oben angekommen, hat man eine spektakuläre Aussicht über Gran Canaria.

Zwei Personen wandern auf einem felsigen Pfad unter einem großen Felsvorsprung mit blauem Himmel im Hintergrund.

Der Roque Nublo erhebt sich beeindruckend vor einem klaren blauen Himmel in einer felsigen Berglandschaft.

Der Roque Nublo ragt unter einem klaren blauen Himmel empor.

Am Wolkenfels habe ich in einer windgeschützten Einbuchtung meine vom Hotelbuffet eingepackte Brotzeit verdrückt und die Ruhe zwischen den Busintervallen genossen.

Von hier oben kann man übrigens bei klarem Wetter bis zum Teide auf Teneriffa sehen. Bei meiner Tour gab es zwar viele Wolken, aber der Teide mit seinen beeindruckenden 3.715 Metern hat diese wunderbar überragt und war klar zu erkennen 🤩

Eine malerische Landschaft mit Bergen, Kiefernwäldern und Wolken am Roque Nublo, unter einem strahlend blauen Himmel mit Blick auf den Teide in Teneriffa.

Fazit: Schöne Tour! Kann man auch mit Turnschuhen genau so machen, falls man die Wanderschuhe Zuhause gelassen hat. Wer früh startet, sollte sich darauf einstellen das es hier oben auch im Sommer Morgens gerne mal frische 13 Grad haben kann.

Abgetaucht

Kurzer Abtaucher zum Poema del Mar in Las Palmas. Das Highlight ist natürlich das Tiefsee-Aquarium mit einer 36 Meter langen Acrylscheibe, hinter der sich das größte Salzwasseraquarium Europas erstreckt. Hier drehen auch zwei behinderte Karettschildkröten ihre Runden, die in der freien Wildbahn nicht mehr überleben würden. Ansonsten gibt es hier natürlich auch noch Korallenriffe, und Wasserlebewesen aus beinah jedem Flecken mit Wasser auf der Erde.

Da können sich vermutlich nicht nur Fischverrückte Stunden im Blau verlieren.

Mehrere Menschen betrachten große Fische in einem riesigen Aquarium.

Eine Meeresschildkröte schwimmt inmitten einer Gruppe von Fischen im klaren blauen Wasser.

In einem großen Aquarium schwimmt ein Rochen vor einer bunten Korallenlandschaft, während eine Person auf einem erhöhten Platz nahe dem Glas sitzt.

Ein Clownfisch schwimmt zwischen blauen und violetten Korallen und Seeanemonen.

Zwei Röhrenwürmer mit gepunktetem Muster stecken im Sand in einem blauen, beleuchteten Unterwasserumfeld.

Ein Seepferdchen schwimmt neben grünen Algen.

Mondgeschaut

Am Playa de Meloneras sehr tief ins Profi-Teleskop geschaut und dabei gelernt, das alles ab dem iPhone 13 Pro für solche Fotos, dank überbordender Automatik-Funktionen, ziemlich ungeeignet ist. Hat am Ende aber doch noch mit dem scharfen Moonshot geklappt 🌓😮

Ein zunehmender Halbmond mit deutlich sichtbaren Kratern leuchtet vor einem dunklen Hintergrund.

Ein Mann bedient nachts ein Teleskop auf einer Terrasse, während andere Personen zuschauen.

Ein Junge beobachtet nachts den Himmel durch ein Teleskop, während der Halbmond über dem Meer leuchtet.

Barbie

Ein Mann und eine Frau sitzen auf einem großen, stilisierten Buchstaben B mit den Namen Margot Robbie und Ryan Gosling und dem Text "Sie ist alles. Er ist nur Ken." im Hintergrund eines blauen Himmels.

Barbie (3/5) habe ich vor einem Jahr im Flugzeug zum ersten Mal gesehen, aber ein paar Details verschlafen. Meine Erwartung war ein mahnender Zeigefinger im rosa Bonbonpapier. Die wurde erfüllt. Stellenweise etwas platt, aber immer bunt und witzig. Kann man genau einmal (aufmerksam) schauen.

No Country for Old Men

Drei Männer blicken ernst in die Kamera über dem Titel No Country for Old Men, während eine Figur unten vor einem Auto flieht.

Es gibt wenige Filme die mich sprachlos machen, aber No Country for Old Men (5/5) hat es geschafft. Hart erzählt, brilliant gespielt. Keine Antworten, nur Fragen nach Sinn, Moral und Schicksal. Sogar das Ende ist ein großes Fragezeichen. Für mich der reifste Film der Coen-Brüder.

Slow the fuck down!

Ich trage seit November 2017 eine Apple Watch, und seit dem ersten Tag auch wirklich dauerhaft, also auch zum Schlafen. Mein Haupttreiber damals waren gewisse gesundheitliche Entwicklungen, die ich zum einen überwachen und zum anderen, angetrieben durch die Daten der Uhr, aktiv verändern wollte. Und genau diese aktive Veränderung hat hervorragend funktioniert. Ich habe eine feste Fitnessroutine entwickelt, meine Werte haben sich durch den veränderten Lebensstil deutlich verbessert, und nach zwei Jahren konnte ich alle Medikamente wieder absetzen und benötige sie auch bis heute nicht mehr.

Nach fünf Jahren stellte sich jedoch eine gewisse Unzufriedenheit ein, die ich anfangs gar nicht richtig greifen konnte. Einerseits war ich frustriert über die eingeschränkten Möglichkeiten, ein wirklich ansehnliches Design für die Uhr zu gestalten. Andererseits hatte sich schleichend ein Zwang etabliert, die Ringe schließen zu müssen – komme, was wolle.

Mitmenschen ohne Apple Watch erklärten mich in dieser Phase wortwörtlich für bescheuert und bezeichneten mich als Geißel meiner Uhr. Aber was sollte daran verkehrt sein, im strömenden Regen noch eine Runde zu drehen, nur um ein paar Kalorien oder Stehminuten einzusammeln? Für mich war das völlig normal und schließlich auch gesund, ich bewegte mich ja. Verstehen konnten das wohl nur andere Apple-Watch-Besitzer, die man oft daran erkannte, dass sie zum Schließen des Stehrings im Sitzen den Arm auf und ab pendelten und nach dem leisen Pling kurz zufrieden lächelten.

Ich kann gar nicht genau sagen, was genau den Ausschlag gegeben hat, aber im April 2022 habe ich die Reißleine gezogen und bin von heute auf morgen auf eine Withings ScanWatch umgestiegen. Nach vielen Jahren mit einem Miniatur-iPhone am Handgelenk, optisch ein echter Leckerbissen. Und das Beste war, dass hinter ihrem analogen Äußeren moderne Technik steckt, die weiterhin alle Gesundheitsdaten aufgezeichnet hat, nur eben ohne Ringe. Das fühlte sich sehr befreiend an. Leider waren die Daten selbst für meine nur mittelmäßigen Ambitionen, mich fit zu halten, nicht zu gebrauchen. Der Herzfrequenzsensor war einfach zu ungenau und damit jede Auswertung meiner sportlichen Aktivitäten wertlos. Ich habe noch versucht, die ScanWatch zu retten, in dem ich für sportliche Aktivitäten einen Brustgurt anstatt der Uhr verwendet habe. Aber irgendwann musste ich mir eingestehen, dass mein Anspruch an Datenqualität zu einem komplizierten Setup geführt hat, mit dem ich bald noch unzufriedener war. Ab August 2022 war ich dann wieder mit der Apple Watch unterwegs, aber meine Einstellung zu der Uhr hatte sich komplett geändert.

Streaks und geschlossene Ringe haben mich nicht mehr interessiert. Apps wie Athyltic und Bevel, die mir erklären wollten, wie leistungsfähig ich heute bin oder wie ich mich fühlen sollte, hatten ihren Reiz verloren. Anfangs habe ich den Hype mitgemacht und ausnahmslos wirklich jede App getestet und auch ordentlich Geld investiert. Mittlerweile kann ich darüber nur noch schmunzeln. Wie ich mich fühle, weiß ich selbst am besten, und ob ich Sport mache oder nicht, hängt von meiner Lust, meinem Kalender und meinem Energielevel ab.

Ein Mann trägt eine Laco Stuttgart Pro mit einem blauen Zifferblatt und einem dunkelblauen Armband, während im Hintergrund eine Zimmerpflanze steht.

In diesem Jahr hat sich dann wie aus dem Nichts eine Neugier für mechanische Uhren entwickelt. Ich war plötzlich in Uhrenforen unterwegs, habe mich in Details verschiedener Uhrwerke eingelesen und eine Wunschliste von Uhren erstellt, die ich wirklich absolut unbedingt besitzen muss. Oh ja, ich war wirklich tief im Hasenbau. Irgendwann habe ich mir eine Laco Stuttgart Pro als Geschenk an mich selbst gegönnt. Eine gut balancierte Uhr für den Einstieg in diese für mich neue Welt von einer deutschen Uhrenmanufaktur mit einer langen Tradition. Die Uhr gefällt mir ausgesprochen gut, ich trage sie regelmäßig und gern. Und die Apple Watch kommt eigentlich nur noch für sportliche Aktivitäten an den Arm und natürlich Nachts, für das Schlaftracking und noch wichtiger, dem lautlosen Wecker, der mich sanft aus dem Schlaf holt.

Ein Screenshot einer Website namens Clement Design Studio zeigt eine stilvolle Armbanduhr und beschreibt das Design und die Herstellung des Paris Toulouse GMT Modells.

Dieses Video, das mir Felix in meinen Feedreader gespült hat, hat mich absolut fasziniert. Es transportiert für mich zum einen die Faszination, die mechanischen Uhren auf mich haben, und zum anderen bin ich immer geflasht, wenn Menschen etwas derart beherrschen, dass sie zum absoluten Experten in diesem Metier werden. Im Video wird der Brooklyner Uhrmacher Giles Clement porträtiert, der nicht nur die Teile für seine handgemachten Uhren selbst herstellt, sondern gleich auch noch die Maschinen zur Produktion. Das ist Handwerk, Technik, Ingenieurskunst und eine Prise Wahnsinn in ihrer reinsten Form. Und weil eine GMT-Uhr ohnehin sehr weit oben auf meiner Wunschliste steht, habe ich die Paris Toulouse GMT kurzerhand an die Spitze dieser Liste gesetzt.

Was will ich mit diesem Artikel sagen? Vielleicht ist er am ehesten als ein Plädoyer gegen Zwang, Datensammelwahn und ständige Selbstoptimierung zu verstehen. Ein Aufruf, Schluss mit Apps zu machen, die nur bestätigen, was man ohnehin längst selbst spürt. Und stattdessen mehr Zeit für das Jetzt, Raum für echte Dinge und Gefühle, die Bestand haben, für Leidenschaft, für das Leben selbst und für das Vertrauen in sich selbst. Für die Erkenntnis, dass man alles schaffen kann, aber nichts muss.

Kurz: Slow the fuck down!