Ich wollte schon länger etwas über die elterlichen Sorgen mit heranwachsenden Kindern schreiben und das bleibt vorerst auch ein Thema, das ich mir für später aufhebe. Um darüber wirklich etwas Reflektiertes von mir zu geben, muss ich noch einmal in mich gehen und mir außerdem überlegen, wie viel von dem, was in den letzten Jahren des gar nicht so einfachen Teenagerlebens der nunmehr 18-Jährigen ich hier überhaupt von mir geben kann.

Wie dem auch sei, die 18-Jährige ist gerade sehr glücklich, weil nach dem großen Knall bahnt sich etwas Neues an. Ich freue mich, mahne aber zur Langsamkeit und habe das Gefühl mich anzuhören wie mein eigener Vater, auch wenn ich mit ihm nie über Beziehungen oder Sexualität gesprochen habe. Das werte ich schon als einen gewissen Erfolg, das ich derart nah teilhaben kann, auch wenn ich mir manchmal wünsche gar nicht so viel zu wissen.

Die Dialoge mit heranwachsenden sind, zumindest für mich, oft anstrengend. Sie wissen und können eigentlich alles, brauchen grundsätzlich keinen Rat, aber fordern lautstark finanzielle Unterstützung und mit klimpernden Augenaufschlägen und liebsten Worten einen Fahrer. Also zumindest bei der 18-Jährigen ist das so. Der 14-Jährige ist da ganz anders und ich frage mich, ob er in 4 Jahren auch eine ähnliche Kurve nimmt.

In der Nussschale bin ich da heute einmal durch:

  • Ja, ich fahre dich zum Volksfest, aber kannst du bitte dein Zimmer endlich mal aufräumen?
  • Bitte nimm eine Jacke mit, es wird frisch heute Abend.
  • Ja ich bring’ dir deine Jacke Kind. Bitte steh am Parkplatz!
  • Denk dran das ich dich auf keinen Fall wieder um 2 Uhr abhole! Ich muss morgen arbeiten.

Und ja, die junge Dame hat tatsächlich ihr Zimmer aufgeräumt. Einundzwanzig (nach meiner Intervention) leere Wasserflaschen haben den Weg in den Keller gefunden und Müllsäcke sowie diverses anderes Zeug wurden vor der Zimmertür abgeladen. Meine Bedingung für die nächtlichen Taxifahrten war einfach nicht präzise genug formuliert.

Vor einem Regal und einem Sofa liegen Müllsäcke, Schulhefte und ein rosa Ordner auf dem Parkettboden. Die Szene passt zum aufgeräumten Jugendzimmer, dessen Müll vor der Tür abgeladen wurde.

Ich bräuchte jetzt einen Wein, aber ich muss ja noch fahren.