Leise Spuren im Schnee

Ich mag es, im Schnee zu gehen. Dieses Knirschen unter den Sohlen hat für mich etwas Beruhigendes. Seitdem ich weiß, dass dieser Sound im Film mit einem Säckchen Mehl imitiert wird, muss ich immer daran denken, wenn ich ihn höre, und du ab sofort auch.

Leider hat es die Tage bei uns nicht stark genug geschneit. Vermutlich kommt der Schnee dann im Überfluss, wenn alle wieder in den Arbeitsalltag starten. Naja, die Schneedecke war also sehr dünn heute, aber ich habe trotzdem versucht, die Geräusche aufzunehmen.

Warum ich das aber eigentlich schreibe, ist, weil ich testen möchte, ob Bear Blog ein hochgeladenes WEBM-Video abspielen kann und ob das auch im RSS-Feed noch funktioniert. Dazu musste ich das Video erst einmal in WEBM konvertieren und unter das Upload-Limit von 10 MB bekommen. Erstaunlich, dass 11 Sekunden Spaziergang im Schnee standardmäßig mit über 30 MB aus meinem iPhone 14 Pro purzeln.

Also hier ist das direkt bei Bear Blog hochgeladene Video:

Und falls das nicht funktioniert, Der Test war erfolgreich. Zumindest in meinen Feedreadern ist das Video überall korrekt aufgetaucht. Ich lass das Fallback-Video von Youtube trotzdem hier:

Der gute Stollen

Auf einem Holztisch liegt ein Stück Stollen, das mit Puderzucker bestäubt ist, neben einer Tasse Tee. Der Stollen enthält Trockenfrüchte und Nüsse und ist auf einem dekorativen Teller platziert.

Der gute Stollen neigt sich dem Ende zu und das stimmt mich sehr sehr traurig.

Mein bestes Foto 2025

Tollwood 2025 mit Menschen die sich unter einem klaren Abendhimmel unter einem künstlichen Mond versammeln, während festliche Lichter und Zelte die Umgebung beleuchten.

Ob es das “beste Foto 2025” ist? Schwer zu sagen. Aber es ist definitiv ein Bild, das mich immer wieder berührt. Diese Gruppe Menschen unter dem künstlichen Mond und seinem echten Gegenstück am Nachthimmel auf dem Tollwood … ein Moment vollkommener Ruhe inmitten des Festival-Trubels.

Jurassic World: Die Wiedergeburt (2/5)

Drei Personen stehen im Vordergrund, bereit für actionreiche Abenteuer, während im Hintergrund prähistorische Kreaturen und eine dramatische, rote Landschaft zu sehen sind. Der Titel "Jurassic World: Die Wiedergeburt" ist prominent platziert.

Ich habe nachgezählt, Die Wiedergeburt ist der siebte Jurassic Park-Ableger. Wenn man davon ausgeht, das jedes Sequel 50% schlechter wird, sind wir jetzt bei mageren 1,56% des ursprünglichen Unterhaltungsniveaus angekommen. Ab Teil 11 wäre der Promille-Bereich erreicht.

Kurz zum Film: Eine Truppe von Abenteurern lässt sich von Pharma-Lobby für viele Millionen anheuern um Dino-Blut einzusammeln. Damit der Zuschauer was geboten bekommt, von Land-, Wasser und Luft-Saurieren. Und es gibt auch noch mutierte Echsen, die aussehen wie aus einem Alien-Sequel. Menschen die teilweise noch nicht mal einen Namen bekommen haben, sterben zuerst, Unsympathen am Ende und mit ihrem Tod gewinnt auch die gute Sache. Nicht das ich etwas anderes erwartet hätte, aber warum muss ein Film so vorhersehbar sein?

Universal, wenn euch wirklich nichts besseres einfällt, könnt ihr die Dinos bitte endlich einfach für immer ruhen lassen?

Vorwürfe fürs neue Jahr

Heute früh bin ich mit zwei Dingen in meinem Kopf aufgewacht. Das eine waren monströse Kopfschmerzen, und das ganz und gar ohne einen einzigen Tropfen Alkohol, den ich sowieso so gut wie nie trinke.

Das zweite, das mir noch im Bett liegend im dröhnenden Kopf umherschwirrte, war die Frage, welche Vorwürfe (sic!) ich mir fürs neue Jahr vornehme. Das war aus zweierlei Hinsicht ziemlich bemerkenswert.

Erstens hat mein Hirn sensationelle 3 Minuten gebraucht, um zu realisieren, dass es Vorsätze sind, die man sich für das neue Jahr vornimmt. Erst kurz bevor ich googeln wollte, wieso sich das so komisch anfühlt, gab es den Aha-Moment.

Und zweitens habe ich mir noch nie irgendwas aus Vorsätzen fürs neue Jahr gemacht. Meine Frau sagt mir zwar hin und wieder, dass mir das durchaus gut tun würde, aber ich habe da wohl eine gewisse Egalheit, was Wünsche für das neue Jahr angeht. Ich bin außerdem felsenfest davon überzeugt, dass es keinen festen Tag braucht, um etwas in seinem Leben zu ändern. Wenn dich etwas stört, ändere es. Es gibt nie einen besseren Moment als genau jetzt.

Yes­ter­day is histo­ry. To­mor­row is a mys­tery. Today is a gift — that’s why it’s called »the pre­sent«.

Alice Morse Earle

Diesem Motto folgend, habe ich kurz vor dem Mittagessen dann den 14-Jährigen geweckt und ihm den Auftrag geschenkt, die Straße zu fegen. Wer Böllern kann, kann schließlich auch aufräumen. Das war schon zu meiner Jugendzeit ein unverrückbares Prinzip.

Ich würde ja gern den Moralapostel spielen (ich habe es auch wirklich versucht) und ihm diese Böllerei ausreden. Aber wenn ich mich an meine wilden Jahre zurückerinnere, bin ich wohl der letzte Mensch, der in dieser Hinsicht irgendwelche Belehrungen aussprechen sollte.

Neben all den anderen Gründen warum Böller Kacke sind, hat meine Apple Watch noch einen weiteren dokumentiert.

Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine Übersicht über Geräuschpegel mit einem Warnhinweis, dass 90 Dezibel erreicht wurden. Unterhalb des Warnhinweises befindet sich eine grafische Darstellung des Lautstärkepegels und eine große, neugierige Emoji-Reaktion.

Immerhin hat der Sohnemann die Straße dann wirklich sehr weiträumig und gründlich aufgeräumt.

Zwei transparente Müllsäcke vollgestopft mit Silvestermüll stehen in einer verschneiten Einfahrt.

Und während er die Straße gefegt hat, habe ich in meditativer Ruhe den Geschirrspüler ausgeräumt und über die Gespräche mit unseren syrischen Nachbarn auf der Straße reflektiert. Aus jeweils individuellen Gründen hat jeder auf Alkohol verzichtet, weshalb wir um Mitternacht mit Bitter Tonic in Pappbechern angestoßen und sehr viel über das Leben in Syrien und Deutschland geredet haben. Es gab dabei ein mildes Lächeln über den zündelnden Sohn und die Versicherung, dass das in Syrien auch genauso sei und sie früher selbst oft das gesamte Taschengeld am Jahresende angezündet haben. Auch in dieser Hinsicht sehe ich noch weitere Parallelen, hust.

Naja, jedenfalls ist mir beim Ausräumen des Geschirrspülers dann unsere vorletzte Espresso-Tasse zerbrochen.

Eine gebrochene weiße Espresso-Tasse liegt auf einem gefliesten Boden. Der Henkel ist abgebrochen und die Tasse ist auf die Seite gefallen.

Scherben bringen ja bekanntlich Glück, aber weiß zufällig jemand ob das genug Scherben sind oder muss ich da nochmal ran? Es scheint dann auf jeden Fall 2026 erstmal keinen weniger Espresso zu geben.

Der wilde Roboter (4/5)

Ein futuristischer Roboter mit einem runden Kopf und großen, leuchtenden Augen hält ein kleines, neugieriges Küken in seiner Hand. Im Hintergrund sind bewaldete Berge und ein goldener Sonnenuntergang zu sehen.

Der wilde Roboter (4/5) war ein ganz hervorragender Abschluss des alten Jahres, den wir uns kurz vor der Böllerei angeschaut haben. Besonders in der erste halben Stunde ist es wahnsinnig witzig, dem auf einer einsamen Insel gestrandeten Roboter Roz dabei zuzuschauen, wie er mit zwar bestechender aber leider oftmals unpassender Logik versucht sich der Wildnis anzupassen.

Der Film extrem macht wirklich Spaß und hat Tiefgang. Am Ende verdrückt man vielleicht sogar ein paar Tränchen, wenn der Roboter zur würdevollen Ersatzmutter eines Gänsekükens wird.

Danach gab es mit Transformers One (0/5) noch einen Film in dem Roboter (?) die Hauptrolle gespielt haben. Ich spare mir die Zeit für eine separate Rezension. Der 14-Jährige fand ihn zwar super, aber in diesem Punkt kommen wir in diesem Leben wohl nicht mehr zusammen.

The best job at Google

Recently, I came across two things I would call “Easter Eggs” in Google. The first happened while I was researching Cordyceps to add some facts to my review of Last of Us. I noticed that Google lets you “infect” the search results with the mushroom from the show.

A few days later, I googled “six seven”. I guess this is what parents do these days when they try to understand their kids slang. While keying it into the search field, I tried to remember the most strange jargon we used 30 years ago. I couldn’t find much other than “cool”, which has been in my bubble like forever, at least compared to how quickly these things seem to change nowadays. Then the Google results appeared and started to shake like this in front of my eyes. Again, I was surprised and smiled.

Two young men are standing in a room with light-colored walls. The man on the left is wearing a brown onesie with animal-like ears, while the man on the right is wearing a green elf costume with a white collar. In the foreground, the number "67" is visible in a large font.

Why do I love this?

In the software industry, we call these things Easter Eggs, and I have always been attracted to them. In fact, 20 years ago, I created an Easter Egg myself, and it almost did cost me my job.

I was responsible for an installation utility for a complex server software. I worked hard to make it as simple as possible. My data showed that users often tried to install the software on network drives (for the tech people, I talk about UNC paths), which didn’t work. I decided to block this with a series of error messages.

The first time, it was a normal warning. The second time, it said something like “It’s still not possible”. But on the third attempt, the software simply gave up. It aborted the installation with the message “I don’t enjoy this any longer. Goodbye!”.

I was in the beginning of my career and thought administrators were too clever to trigger it, or if they do, they at least would share the joke. I was wrong. After a few months, someone discovered it and sent a fax of that “Goodbye!” message directly to our CEO. He was not amused. I only kept my job because I could prove that my other improvements had reduced support tickets significantly.

Looking back, this Easter Egg was a really stupid decision. It was destructive and a risk to our reputation.

The professionalization of Delight

This is why I find the approach of Google so fascinating. For many years, they have used “Doodles” to create delight and very often a lot of buzz. For example, when they released the (still playable) Pac-Man Doodle, it was so popular that it reportedly cost the global economy $120 million in lost productivity. But people weren’t angry, they loved it.

google-pacman-doodle-

What surprised me most is that Google, in the meantime, has a dedicated Delight Team, which works solely on these small experiences that make everyone smile. What used to be a 20% project (something engineers did in their spare time, like I did with my error message) is now a professional strategy. The team even has a set of rules to ensure their jokes are fun and not annoying or destructive. This is the job, I honestly dream about to have.

It’s a long way from my “Goodbye!” message to a professional team in Mountain View. But the core idea is the same: Software shouldn’t just be a tool for us humans. Sometimes, it should be a reason to smile.

Gefrorene Welten

Mit etwas Wut im Stiefel wurde der Spaziergang durch das gefrorene Land 8,6 Kilometer lang. Da gab es wenigstens jede Menge frische Luft zum tief durchatmen und viel zu bestaunen.

Eine frostige Landschaft mit einem Feld im Vordergrund, das durch gefrorenes Gras und Erde gekennzeichnet ist. Im Hintergrund steht ein kleiner Wald aus hohen Bäumen, der von Frost bedeckt ist, unter einem nebeligen Himmel.

Ein großer Baum mit schneebedeckten Ästen steht allein auf einer frostigen Wiese. Unter dem Baum befindet sich eine Bank, während der Himmel leicht bewölkt ist.

Eine frostbedeckte Christusfigur am Kreuz, umgeben von weißen Eiskristallen und Moos, steht im Vordergrund. Im Hintergrund sind verschwommene Bäume und eine winterliche Landschaft sichtbar.

Eine vereiste Zweig mit einer gefrorenen, braunen Frucht hängt vor einer nebligen Landschaft. Der Boden ist mit Raureif bedeckt und im Hintergrund sind unscharfe Felder zu sehen.

Frostbedeckte Pflanzenstängel stehen in einem winterlichen Feld, umgeben von schneebedeckten Bäumen im Hintergrund. Der Himmel ist bewölkt und die Umgebung wirkt ruhig und frostig.

Ein verschneiter Waldweg, gesäumt von kahlen Bäumen und frostbedecktem Laub. Die Atmosphäre ist neblig und die Umgebung wirkt ruhig und winterlich.

Ein verschneiter Wald mit laublosen Bäumen steht in der Mitte des Bildes, umgeben von einer frostigen Landschaft. Ein Feldweg in sanften Kurven führt durch eine grüne Wiese mit leichtem Frost und endet in einem weiteren abgelegenen Baum.

Eine leere Holzbank steht auf einem frostigen Weg, umgeben von einem frostbedeckten Baum und einer gefrorenen Landschaft im Hintergrund. Die Äste sind mit Eis überzogen, was eine ruhige, winterliche Atmosphäre schafft.

Mein Vater, der Super-Nerd

Ich hatte ja bereits angedeutet, dass der Beginn meiner Digital-Karriere nicht erst mit dem PC in den 90’ern, sondern mit einem legendären DDR-Eigenbau begann. Der Auslöser für diesen Flashback zu meinen ersten digitalen Gehversuchen war dieses Video, über das ich neulich gestolpert bin. Es zeigt die BSS 01, die einzige Spielekonsole der DDR.

So ein Teil hatten wir nicht, aber irgendwann zwischen 1986 und 1987 hat mein Vater einen Computer zu Hause aufgestellt. In meiner Erinnerung hat er den komplett selbst zusammengebaut, was für einen Amateurcomputer 1 (AC1) gesprochen hätte. Er selbst weiß zwar nicht mehr, was das genau für ein Computer war, ist sich aber sicher, dass er “nur” eine Hülle samt Tastatur um den Rechner gebaut und den RAM auf der Platine erweitert hat. Damit dürfte der legendäre Robotron Z 1013 der allererste Computer gewesen sein, den meine Hände je berührt haben.

Ein Robotron Z 1013 mit schwarzen und grauen Tasten, die eine QWERTZ-Anordnung aufweist. Der Rahmen ist silberfarben und die Tastatur hat eine kompakte Bauweise.
Foto: Z1013-Rene, Wikipedia

Der Rechner war im Grunde eine rund 5 cm hohe Tastatur aus grau gestrichenem Plexiglas, unter dessen Haube sich die Platine befand. Das Ganze hat dann so ähnlich wie das Modell auf dem Foto ausgesehen. Über einen eingebauten HF-Modulator und ein ganz normales Koaxial-Antennenkabel kam das Bild dann, zugegeben etwas matschig, auf unserem Debüt-VT Schwarz-Weiß-Fernseher an.

Ein Schwarz-Weiß-Fernseher aus der DDR mit Holzgehäuse, der ein schwarz-weißes Kinderprogramm zeigt. Im Hintergrund sind dekorative Pflanzen und ein roter Vorhang sichtbar.
Foto: xy-maps, radio-bastler.de

Dieses Teil war jedenfalls das Highlight bei mir und meinen Freunden. Ich erinnere mich an etliche Sessions, in denen eine Handvoll Knirpse gebannt vor dem Fernseher saßen und darauf warteten, dass das Laden von der Datasette im RFT 160 Stern-Radiorecorder erfolgreich war.

Der DDR Radio-Recorder Holzstern R160 aus Holz mit einer perforierten Front, einer Kassettenschublade auf der linken Seite und einem analogen Tuner-Bereich mit verschiedenen Reglern und Knöpfen an der Oberseite. Es gibt auch eine Antenne auf der rechten Seite.
Foto: Wossi1991, Wikipedia

Das Laden eines Spiels war dabei ein heiliges Ritual. Da jede Erschütterung den Ladevorgang stören konnte, herrschte striktes Rede- und Bewegungsverbot. Wenn alles geklappt hat, gab es Spiele wie diese zu bestaunen.

Ich weiß jedenfalls noch ganz genau, wie ich gespannt vor dem Bildschirm saß und beim Anblick der Pixelhaufen zu mir selbst sagte, dass das alles so grandios war und es vermutlich niemals etwas geben würde, das realistischer ist. Ich war halt noch sehr jung.

Online-Emulator

Hier gibt es übrigens einen Emulator, mit dem man über 180 Computerpiele die in der DDR zu dieser Zeit entwickelt wurden, online spielen kann. Der Emulator ist zwar für den KC85, aber die Spiele sind vergleichbar.

Noch mehr Wissen rund um die Computertechnik der DDR und was Jugendliche im Osten so gezockt haben, während im Westen der C64 seinen Siegeszug gefeiert hat, gibt es in diesem 3-stündigen Podcast.

Doch der Computer war nur die Spitze des Eisbergs. Als Elektroingenieur hatte mein Vater schon zu DDR-Zeiten eine Leidenschaft für alle möglichen und unmöglichen Projekte. In der Mangelwirtschaft war Kreativität die härteste Währung, und mein Vater war darin ein Großmeister.

Ich erinnere mich zum Beispiel, dass er mal einen Sarg als Spardose gebastelt hat. Wenn man eine Münze auf die beiden Kontakte legte, wurde der Stromkreis geschlossen, eine Skeletthand kam aus dem Sarg und zerrte das Geldstück ins Innere. Für mich als Kind war das reine Magie.

Ein weiteres Unikat aus seiner Werkstatt war die Melodieklingel. Eine schuhkartongroße Holzkiste, die an den Klingeldraht angeschlossen wurde und bei jedem Druck auf den Klingelknopf eine andere Melodie abspielte. Von “Das Wandern ist des Müllers Lust” bis zu “Alle Vögel sind schon da”, wir hatten das volle Programm.

Eine solche Klingel hatte sonst niemand, und auch wenn die Klingel manchmal genervt hat, weil einige Melodien wirklich übertrieben lang geklingelt haben, und die Technik gelegentlich auch abstürzte, ich habe das als Kind absolut gefeiert. Jeder neue Besucher musste sich von mir erst einmal unsere Klingel vorführen lassen. Ich glaube zwar nicht, dass mein Marketingtalent damals viele Aufträge generiert hat, aber mein Vater hat diese Melodieklingeln tatsächlich auch als Auftragsarbeit angefertigt und damit unsere Familienkasse aufgefüllt.

Das Killerfeature der Klingel war übrigens der Ein- und Ausschalter. Damit konnte musste man die Klingel nicht nur ab und an neu starten, sondern konnte sie auch während eines Klingelstreiches lautlos stellen.


Auch wenn mein Vater das heute bescheiden als bloße Bastelei abtut, für mich ist er der erste echte Nerd, lange bevor das Wort überhaupt cool war. Ohne seine Leidenschaft Dinge spielerisch zu verstehen und etwas aus dem Nichts zu erschaffen, und ohne diesen Geruch von Lötzinn in der Luft, wäre mein Weg in die digitale Welt sicher anders verlaufen. Er hat den Grundstein dafür gelegt, wer ich heute bin.

Deshalb an dieser Stelle einfach mal Danke, Papa!

Retro Sonntag

Heute Nachmittag saßen wir auf der Couch, und in einem Anflug von Nostalgie habe ich von dem allerersten Computer und den Spielen erzählt, die ich damals als 7-Jähriger gespielt habe. Das war auf einem Robotron Z 1013 und ist definitiv eine Geschichte, über die ich noch etwas schreiben werde.

Nach dem Z 1013 kam Anfang der 90’er Jahre der erste echte PC in unseren Haushalt und mit ihm Alley Cat. Ich kann mich gut erinnern, dass ich das stundenlang gespielt habe, sofern mein Vater mich gelassen hat.

Auf dem Schulhof hatte sich ein kleiner Tauschring etabliert, über den ich mir frischen Stoff und auch so einige Viren für den heimischen PC besorgt habe.

Wenn ich an Computerspiele von damals denke, dann fällt mir als erstes Stunts 4D Sports Driving ein. Mit dem Erstellen und Befahren von wirklich abenteuerlichen Strecken habe ich endlose Stunden verbracht. Ich bin mir einigermaßen sicher, dass ich das damals von einem Schulrechner kopiert habe, an dem wir es heimlich im Unterricht gezockt haben.

Dann gab es da noch Epic Pinball, Civilization und das berüchtigte Wolfenstein 3D ('tschuldigung).

Das Erste von mir nach Hause geschleppte Civilization war übrigens der Startpunkt einer Leidenschaft, die meinen Vater über viele Jahre und Versionen begleiten sollte. Es war gewissermaßen Tradition, dass ich ihn abends vor dem Monitor zurückließ und ihn am nächsten Morgen dort wieder vorfand. Während ich schlief, baute er ganze Nationen auf.

Na ja, um diese Spiele begreifbarer zu machen, habe ich zuerst Videos auf YouTube gesucht und dann recht schnell herausgefunden, dass man die meisten dieser Spiele kostenlos im Browser spielen kann:

Der 14-Jährige war etwas ungläubig, was wir damals so gezockt haben, hatte aber sehr viel Spaß, allem voran mit Epic Pinball. Damit war der Nachmittag dann doch recht schnell und sehr unterhaltsam vorbei.


Damit der Tag nicht komplett vor dem Bildschirm verstreicht, haben wir uns kurz vor Sonnenuntergang doch noch aufgerafft. Die kalte Luft war der perfekte Kontrast zum warmen Retro-Gefühl auf der Couch.

Ein winterlicher Garten mit schneebedeckten Stufen und dekorativen Pflanzen, die von frostigen Zweigen umgeben sind. Im Hintergrund sind Gewächshäuser zu sehen, die durch ein metallisches Geländer und bunte Weihnachtsdekorationen geschmückt sind.

Haufen von gefrorenen Baumstämmen auf einer Wiese, umgeben von leichtem Schnee und Frost. Im Hintergrund sind kahle Bäume und ein grauer Himmel sichtbar.

Eine Kirche mit einem hohen, spitzen Turm und einer Uhr in einem ruhigen Abendlicht. Im Vordergrund ist ein Wohnhaus zu sehen, und auf der Straße steht eine Person.

Riff Raff (3/5)

Ein Filmplakat für "Riff Raff", das eine Gruppe von Schauspielern zeigt, darunter Jennifer Coolidge, Bill Murray und Pete Davidson. Im Hintergrund ist eine ländliche Straße zu sehen, während im Vordergrund ein Mann mit einer Waffe und mehrere Charaktere in verschiedenen Posen abgebildet sind.

Kurzweilig unterhaltsame schwarze Komödie, die vielleicht auch ein bisschen ein Thriller sein mag. So richtig kann sich der Film nicht entscheiden, muss er aber auch nicht. Der extrem gute Cast liefert ab und man ist rundherum gut unterhalten.

Weihnachtsmenü 2025

Seit einigen Jahren verfolge ich an Weihnachten das klare Prinzip, dass keine außergewöhnlichen Menüs gekocht werden. Ich habe keine Lust, mich an den Feiertagen in komplizierten Rezepten zu verlieren, nur um am Ende frustriert vor dem Herd zu stehen, oder noch schlimmer, in die enttäuschten Gesichter der Mitesser zu blicken, weil irgendwas nicht geklappt hat.

Konkret heißt das: Es kommt das auf den Tisch, was sich das ganze Jahr über bewährt hat und mit überschaubarem Aufwand gelingt.

Die einzige Ausnahme war bisher die Entenbrust am 1. Feiertag, die sich meine Frau gewünscht hat. Die gab es nur an Weihnachten zusammen mit alljährlichen Diskussionen, dass die Entenbrust zu rosa und damit nicht durch sei. Deshalb habe ich Entenbrust dieses Jahr konsequent von der Karte gestrichen. Auch die traditionellen Bratwürstchen an Heiligabend mussten weichen. Ich wollte mich stattdessen an dem Gericht versuchen, das meine Mutter früher an Heiligabend serviert hat.

Das war alles eher low-key und ziemlich lecker. Darf es nächstes Jahr gern genauso wieder geben. Hier meine Notizen, damit es nächstes Jahr noch etwas besser wird.

Heiligabend

Nach vielen Jahren Bratwurst mit Sauerkraut und Kartoffelbrei war es Zeit für einen Tapetenwechsel. Deshalb gab es dieses Jahr Schweinelende in Pilzrahmsauce aus dem Ofen. Die Zubereitung habe ich aus zwei Rezepten improvisiert. Dazu gab es selbstgemachte Spätzle nach diesem Rezept und gedünsteten Brokkoli.

Nächstes Jahr das Schweinefleisch ruhig noch mehr, vor allem mit Salz würzen. Wenn man denkt, es ist zu viel, ist es vermutlich ausreichend. Spätzle mit sehr sprudeligen Mineralwasser waren ein Gamechanger.

1. Weihnachtsfeiertag

Der Tag der Entenbrust-Alternative. Es gab knusprige Hähnchenbrust aus dem Ofen. Grundlage war dieses Rezept, nur dass ich Panko statt Paniermehl für noch mehr Crunch verwendet habe.

Nach 20 Minuten bei 200 °C im Ofen, war die Hähnchenbrust innen noch leicht glasig, und wurden dann auf jeder Seite für 2 Minuten in Butterschmalz ausgebacken. Das Ergebnis war innen super saftig und außen knusprig, ganz so wie es sein sollte.

Wie es sich für einen Entenbrust-Ersatz geziemt, gab es dazu Kartoffelknödel, Blaukraut und eine weihnachtliche dunkle Sauce. Als Nachtisch hat die Frau ein Bienenstichdessert zubereitet.

2. Weihnachtsfeiertag

Am 2. Weihnachtsfeiertag gibt es bei uns traditionell Gulasch. Dazu gab es diesmal Semmelknödel und gebratenen Rosenkohl. Als Nachtisch ein sehr leckeres Bratapfeldessert.