Falls sich jemand fragt, was wir heute gemacht haben.
Stranger Things
Ende letzten Jahres ist meine Timeline durchgedreht. Alle haben von der fünften Staffel von Stranger Things gesprochen. Ein Hype der bis zu diesem Zeitpunkt komplett an mir vorbeigegangen ist. Dann kam der Februar, der mich mit einer Erkältung auf die heimische Couch gezwungen hat. Und so habe meiner besseren Hälfte vorgeschlagen, gemeinsam Stranger Things anzufangen, immerhin, so das Versprechen, sei die Serie jetzt mit eben jener fünften Staffel garantiert auserzählt.

Also haben wir, während ich auf der Couch gar fröhlich geschnieft habe, relativ zügig die ersten 3 Staffeln zusammen geschaut. Nach der ersten Staffel war ich hin und weg und auch Staffel 2 hat mir ganz gut gefallen. Staffel 3 war ein absoluter Reinfall und nachdem wir die hinter uns gebracht haben, hat sich meine Frau ausgeklinkt und gemeint, dass sie mir überhaupt nicht böse ist, wenn ich die Serie alleine weiterschauen würde.
Für Staffel 4 und 5 habe ich dann fast zwei Monate gebraucht. Nach der Arbeit war Abends auf der Couch entweder keine Langeweile oder schlicht keine Energie mehr vorhanden. Und ehrlicherweise war die Luft aus Stranger Things nach der echt miesen dritten Staffel auch etwas raus.
Die 4 Staffel war dann wieder etwas besser, also zumindest der Haupthandlungsstrang war spannend genug das ich am Ball geblieben bin. Die unzähligen Seitenstränge waren unnötig bis vollkommen abstrus und jedes Mal, wenn ins russische Gulag geschaltet wurde, habe ich sehr schwer geatmet.
Staffel 5 war dann wieder ganz okay, mehr aber auch nicht. Wenn Stranger Things auf dem Niveau von Staffel 5 begonnen hätte, hätte ich mir keine weitere Staffel angeschaut. So habe ich es aber durchgezogen bis zum vollkommen überzogenen Ende und dem Nachklapp der eigentlich in Folge 9 gehört hätte.
Wenn ich mir diese 5 Staffeln so anschaue, kann ich nicht so richtig nachvollziehen, was diesen Hype ausmacht. Es gibt andere, ähnlich lange Serien, die von Anfang bis Ende gut sind. Breaking Bad (5 Staffeln) zum Beispiel, oder Better Call Saul (6 Staffeln), Ozark (4 Staffeln) oder auch Gomorrha (5 Staffeln). Aber vielleicht sagt eben jene Auswahl von Serien, die ich allesamt als besser einschätze ganz einfach auch nur, das Stranger Things gar nicht so mein Genre ist?
Wie dem auch sei, ich glaube nicht, das Stranger Things so wirklich ganz vorbei ist. Das Ende war offen genug, das man da noch irgendwas dran basteln kann. Und nachdem das Pferd noch nicht tot ist, wird es von Netflix auch noch weiter geritten.
Morgendlicher Tanz auf der Leiter
Beim morgendlichen Gang durch den Garten habe ich ein zerbrochenes Ei am Boden entdeckt. Ich dachte zuerst, das Frau Elster wieder ein Nest geräubert hat, bis ein Blick nach oben das gesamte Ausmaß offenbart hat.
Irgendwer hat scheinbar heute Nacht, ein Ei, und zum Glück war es auch nur eins, gegen unsere Hauswand geworfen. Der erste Griff zum Gartenschlauch war nicht besonders erfolgreich. Die gelben, inzwischen eingetrockneten Flecken blieben, sehr unbeeindruckt vom kalten Nass, an der Hauswand kleben.
Mit dem zu Hilfe geholten Küchenschwamm ging es dann etwas besser, war aber eine elende Schrubberei und als sich der Schwamm langsam aufzulösen begann, hab ich lieber aufgehört, da sich schon bläuliche Spuren an der Hauswand abgezeichnet haben.
Der Gedankenblitz war dann, das Eigelb doch fetthaltig ist und demzufolge mit dem Fettreiniger, mit dem ich normalerweise die Dunstabzughaube reinige, vielleicht zu entfernen sein müsste. Das ging dann ganz gut, mit dem restlichen Schwamm, ohne blaue Verfärbungen an der Wand.
Ich war stolz und hab auf das bereinigte Werk von nächtlich vorbeiziehenden Trotteln geschaut, bis mir aufgefallen ist, das weiter oben, über dem Fenster noch mehr Ei klebte. Also Leiter aus dem Keller geholt, und auf Zehenspitzen mit Fettreiniger und Schwamm so gut es eben ging bearbeitet. Nachdem jetzt alles abgespült ist, sieht es wieder sauber aus, also bis zu den Stellen zu denen ich hinkomme. Der Rest wird hoffentlich mit der Zeit weg gammeln.
So und jetzt zu dir, du Eier werfender Idiot: Haben dir deine Eltern nicht beigebracht, wie man mit Lebensmitteln und dem Eigentum von anderen Menschen umgeht? Ich wünsche dir ganz viele Kinder, die alle so sind wie du.
Der Astronaut

Ich hab ja nicht viel erwartet, aber das Wenige wurde tatsächlich unterboten. Es ist mir schleierhaft wie man aus einer solchen Vorlage einen Film machen kann, bei dem der halbe Kinosaal ständig am Kichern ist. Ryan Gosling hätte mir eigentlich Warnung genug sein sollen. Ich bin jedenfalls sehr stolz auf mich, dass ich in der Spätvorstellung nicht eingeschlafen bin.
Der Astronaut

Der Astronaut war mit Abstand eines der besten Bücher das ich die letzten 2 Jahre gelesen habe. Seit heute läuft die Verfilmung im Kino. Meine Erwartungen sind ehrlich gesagt nicht sonderlich hoch, aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überraschen. Überrascht hat mich auf jeden Fall schon mal Sandra Hüller. Das Wochenendprogramm steht damit fest.
Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben.
Das war’s, heute wurde unser Festnetzanschluss abgeschaltet. Genaugenommen wurde er natürlich nicht einfach so abgeschaltet, sondern ich habe nach über 18 Jahren den Vertrag bei der Telekom beendet und bin - tada - zur Telekom-Tochter Congstar gewechselt. Dort ist alles etwas einfacher, moderner und auch günstiger. Und damit die Telekom überhaupt noch ein Alleinstellungsmerkmal hat, gibt es bei Congstar eben keine Festnetztelefonie.

Der Grund für den Wechsel war natürlich nicht, das Festnetz loszuwerden, auch wenn ich das Telefon in den letzten Jahren vielleicht zwei- oder dreimal in der Hand hatte. Der eigentliche Grund waren geringere Kosten für deutlich bessere Leistung. Oder anders ausgedrückt, für 5 Euro weniger im Monat, 2,5-mal schnelleres Internet. Und technisch bleibt man ja trotzdem Telekom-Kunde.
Glücklicherweise hat sich die Einstellung meiner Frau zum Festnetztelefon in den letzten Jahren dramatisch verändert, ohne das sich sagen könnte, warum genau. Mein erster Versuch vor einigen Jahren wurde noch rigoros abgeblockt, weil ohne Festnetztelefon könnte uns ja quasi niemand mehr erreichen.
Ich weiß noch, wie ich damals allerhand Zeit in die Recherche von SIP-Lösungen gesteckt und dann einfach aufgegeben habe.
Eine Handvoll Jahre später ist das alles egal. Festnetz brauchen wir nicht mehr, das hat inzwischen jeder eingesehen. Neben unserem Zahnarzt, der am Tag vor dem Termin noch einmal kurz auf dem Festnetz durchgeklingelt hat, haben, wenn überhaupt, nur noch 2 Personen diese Nummer einigermaßen regelmäßig angerufen. Und die rufen eben jetzt auf unseren mobilen Geräten an, die wir sowieso immer mit uns herumtragen. Und wenn nicht, hören sie ab jetzt eben Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben.
Mit dem Wegfall der Festnetznummer ist noch so ein kleines Stück Alltag verschwunden, das früher einmal ziemlich wichtig war. Früher hat sich eine Familie eine Telefonnummer geteilt, heute hat jeder Mensch seine eigene.
Wobei auch die Telefonnummer selbst langsam zu einem Relikt wird. Zum Telefonieren benutzt man sie ja irgendwie kaum noch. Eigentlich ist sie nur noch eine technische Kennung, damit mobile Geräte sich ins Internet einbuchen können, über das man dann Sprachnachrichten verschickt, chattet oder videotelefoniert. Mal schauen, was die nächsten 18 Jahre so bringen.
Überraschend lecker

Hier lag noch einiges herum, ohne dass es einen wirklichen Plan dafür gab. Vor allem Burrata, Fleisch- und Cocktailtomaten und eine Handvoll Kräutersaitlinge vom Mittag.
Die Fleischtomaten habe ich in Scheiben geschnitten, in Butter und groben Salz von beiden Seiten angebraten. Die waren dann Unterlage für den Burrata, die Cocktailtomaten, die gerösteten Brotwürfel und die ebenfalls in Butter gebratenen Kräutersaitlinge.
Alles mit ein paar in Honig und Chiliflocken karamellisierten Walnusskernen und einer Handvoll anderer Körner und Kräuter garniert und mit der leckeren Butter übergossen.
Für spontan zusammengeworfen war das extrem lecker. Vor allem die in Butter gebratenen Fleischtomaten waren der Hammer.
Awwwwww!

Stimmungshooooooooooch.
Nobody

Nobody (3/5) Genau der richtige Film nach so einer Arbeitswoche. Gute Unterhaltung ohne viel nachdenken zu müssen. Und Bob Odenkirk ist sowieso immer eine Bank.
Schon wieder Sofia
Jedes Mal, wenn ich Sofia besuche, entdecke ich irgendwas Neues, wie hier zuletzt im Dezember den deutschen Weihnachtsmarkt, der tatsächlich deutscher war wie die meisten die ich in heimischen Gefilden bisher so gesehen habe.
Die erste Entdeckung war eine handgeschriebene Grußbotschaft, die ich beim Boarding in München noch nicht zu knacken wusste. Als wir in Sofia gelandet sind, hat sich das Rätsel dann aufgelöst. Offensichtlich waren die beiden kleinen Mädels eine Reihe vor mir gemeint. Was für eine süße Geste der Lufthansa.

Sofia ist eine Stadt mit vielen Gesichtern, die auf faszinierende Weise römische Ruinen mit sowjetischer und moderner westlicher Architektur kombiniert. Ausnahmslos alle Menschen, die ich hier bisher kennengelernt habe, waren freundlich und ausgesprochen hilfsbereit. Und last but not least, kann man in Sofia wirklich ausgesprochen lecker schlemmen.

Besonders mag ich den ganz und gar wunderbaren Ostblock-Charme, den man in Sofia an vielen Stellen noch ungefiltert zu sehen bekommt. Allein diese Tatra-Straßenbahn mal wieder live zu sehen, hat mein Herz vor Freude springen lassen.


Auf dem Flughafen habe ich dann realisiert, wie nah Bulgarien an den aktuellen Krisenherden ist. Nicht das mir das vorher nicht bewusst gewesen wäre und ich hatte durchaus auch ein mulmiges Gefühl überhaupt in den Flieger zu steigen, aber US-Militärflugzeuge auf dem Rollfeld direkt am Terminal zu sehen, war dann doch noch einmal etwas anderes.

Fahranfänger
Wenn ich diese Tage mit dem 14-Jährigen im Auto sitze, dann brauche ich sehr viel Geduld. Er macht gerade seinen Führerschein, und wirklich, er weiß alles besser. Ich frage mich, ob er seinen Fahrlehrer auch so zutextet.
Ein Jahrzehnt in meiner Hosentasche
Das hier ist mein Geldbeutel der mich seit fast 10 Jahren begleitet. Wenn man mich damals gefragt hätte, welchen Geldbeutel ich in 10 Jahren in meiner Hosentasche mit mir herumtragen werde, hätte ich vermutlich mit den Schultern gezuckt.
Damals war ich viele Jahre lang auf der Suche nach dem perfekten Behältnis für eine Handvoll Geldscheine und Plastikkarten. Ich hatte gewissermaßen den Spleen, einen noch kleineren, noch leichteren Geldbeutel zu finden. Ich weiß gar nicht, ob das heute noch so ein Ding ist, aber damals gab es ganze Webseiten und YouTube-Kanäle die sich nur mit den neuesten Slim-Wallets beschäftigt haben.
Das hatte vor 10 Jahren schlagartig ein Ende, als das Bellroy Card-Pocket in meiner Hosentasche gelandet ist.


Was mich an dieser kleinen Ledertasche, die in Höhe und Breite kaum mehr Platz einnimmt als eine Kreditkarte, immer fasziniert hat, ist wie viel Zeug da rein passt. Ich erinnere mich an Urlaube wo ich die gesamte Miete für die Ferienwohnung, ein dickes Bündel an Geldscheinen zusätzlich zu meinen 8 Plastikkärtchen verstaut hatte. Das Leder war gewölbt, aber alles hat gut und vor allem sicher in meiner vorderen Hosentasche Platz gefunden. In 10 Jahren, nicht ein einziger Aussetzer, noch nicht einmal ein hängender Reißverschluss.
Jetzt, nach 10 Jahren, zeigt sich ein erster Riss an eben jenem Reißverschluss. Alles andere als schlimm und eigentlich habe ich, so stabil wie das Card-Pocket verbaut ist, keinerlei Bedenken das trotzdem noch weitere 10 Jahre durchhält.

Ich wollte dann vorsorglich mal einen Preiswecker stellen, um mir im Laufe der nächsten Monate ein neues Card-Pocket für einen schmaleren Taler zu schnappen. Dabei habe ich festgestellt, das die Preise auf bis zu 130 Euro hochgeschossen sind. Nach einem Besuch der Bellroy-Seite war mir dann auch klar warum: Das Card-Pocket wird wohl nicht mehr hergestellt. Zum Glück gibt es noch mehr als genug seriöse Händler im Netz, wo man aus den scheinbar noch vorhandenen Restbeständen ein neues Exemplar zum damaligen Preis ergattern kann.
Und so kommt es, das ich seit heute im Besitz eines wunderschönen und nagelneuen Bellroy Card-Pockets in der Farbe Willow bin. Haben war schon immer besser als Brauchen und jetzt bin ich zumindest für die nächsten 10 Jahre versorgt.


Schon toll wie ich in diesem Beitrag um das Wort Portemonnaie herumgekommen bin, von dem ich zwar weiß wie man es spricht, aber nicht wie man es schreibt. Zum Glück weiß es das Internet, und nachdem ich das Wort jetzt gegoogelt habe, weiß ich auch das vermutlich die beste Beschreibung für das Bellroy Card-Wallet wäre.
Das Wort Portemonnaie stammt aus dem Französischen (“porter” = tragen, “monnaie” = Geld) und wird in Deutschland häufig synonym mit “Geldbörse” verwendet. Es handelt sich dabei um den klassischen Alltagsgeldbeutel, in dem sowohl Scheine, Münzen als auch Karten Platz finden.
Es ist vielseitig und alltagstauglich, mit Münzfach (meist mit Druckknopf oder Reißverschluss) und häufig kompakter als eine Brieftasche.